Befestigungstechnik
Nicht nur Klammern verbinden
Das Holzbauunternehmen i+R Holzbau aus Lauterach/Österreich treibt die Automatisierung der Fertigung voran. Für die Befestigung der Beplankungen kommen moderne Kassettengeräte zum Einsatz.
Hermann Böhler (r.), Geschäftsführer der i+R Holzbau GmbH, vertraut auf die Expertise von BeA-Mitarbeiter Manfred Dabruns
© BeA und i+R holzbauDas Unternehmen i+R Holzbau hat 120 Jahre Erfahrung, schöpft mit hohem Fachwissen der eigenen Tragwerksplaner und Zimmerleute das Potenzial im Holzbau aus und wächst mit der Muttergesellschaft i+R Gruppe mit großen öffentlichen Bauvorhaben. Man weiß hier aber auch, dass es bei der Implementierung neuer Anlagen, Technologien und Verfahren immer darauf ankommt, die Mitarbeiter mitzunehmen, und vertraut bei vermeintlichen Details wie Klammern und Nägeln auf langjährige Partner, die sich bewährt haben.
Wer den Erzählfaden für die Erfolgsgeschichte von i+R Holzbau sucht, der entdeckt mehrere Stränge, die sich mittlerweile zu einem dicken Tau verbinden. Oder in einem Buch mit 320 Seiten, eingebunden in Deckel mit Holzprägung. Herausgegeben von den Eigentümern Joachim Alge und Reinhard Schertler, 116 Jahre nach der Gründung durch Johann Schertler. Auch mit 725 Millionen Euro Jahresumsatz hat sich die Unternehmensgruppe aus Lauterach in Vorarlberg einen angenehmen Nonkonformismus beibehalten und ist bei den Wurzeln seines Gründers, eines Zimmermanns, geblieben.
Ein Unternehmen, das als Generalunternehmer das Potenzial des Holzbaus bei öffentlichen Gebäuden, im Gewerbe- und im mehrgeschossigen Wohnungsbau erkannt hat, dabei neben dem Holzbau die Geothermie, Erdarbeiten, den Fassadenbau und andere Gewerke in die Wertschöpfung einbindet. Bei der silberfarbenen Referenzbroschüre reihen sich Projekte aus Österreich, der Südostschweiz und Süddeutschland aneinander. Damit und mit seinen anspruchsvollen Visualisierungen gewinnt das Unternehmen momentan Auftrag um Auftrag. Unter anderem mit dabei: das füden Deutschen Holzbaupreis 2023 nominierte Gebäude Kunstraum für die Universität Kassel: Außen schwarzes, sägeraues Fichtenholz, innen Fichtenelemente in Sichtqualität an Decke und Wänden
Seit Frühjahr 2024 sind bei i+R Holzbau eine Weinmann Wallteq M380 Nagelbrücke und eine Wallteq M300 Dämmbrücke mit Isoblow-Anlage in Betrieb
© BeA und i+R holzbauEin Holzbauer, der früh über den ressourcenschonenden und wirtschaftlichen Umgang mit Holz nachgedacht hat, dessen Tragwerksplaner möglichst schlanke Querschnitte entwerfen, der BSB-Fachwerkbindersysteme baut und als erster Auftraggeber BauBuche in einem Gewerbebau eingesetzt hat: in der 2014 für das Unternehmen selbst gebauten Produktionshalle. Nachzulesen in der eigenen Zeitung „Unser Holz“, die sehr anschaulich das Potenzial von Holz als Baustoff beschreibt und ein Indiz dafür ist, welchen Stellenwert Holz beim Wachstum der Gruppe hat. Ein Unternehmen, das sich seiner Herkunft und damit 120 Jahren zimmermännischer Tradition bewusst ist und trotz eines hohen Vorfertigungsgrades nur ausgebildete Zimmerleute und Zimmereitechniker in der Produktion und auf der Baustelle beschäftigt. Einer davon ist Hermann Böhler, der 1988 als „Stift“ nach Lauterach kam, dort Baumeister wurde und nun bereits seit vielen Jahren Geschäftsführer bei der i+R Holzbau GmbH ist.
Ein Unternehmen, das bei Änderungen und Neuem auf „sine Lütt“ hört, mit den Mitarbeitern spricht, sie mitnimmt. Als einer der ersten Kunden hat i+R Holzbau vor mehr als zehn Jahren den ersten Skater von BeA eingeführt: Die Klammer- und Nagelgeräte werden auf einem fahrbaren Chassis über die Beplankung gezogen und die Befestigungen entsprechend der Gütegemeinschaft Holzbau exakt und nachweisbar gesetzt. Der Holzbau wuchs, das Unternehmen wuchs, baute 2014 erstmals an, übernahm das Gelände des ehemaligen Bruno-Pezzey-Stadions und errichtete mit 80 Prozent Eigenleistung 2023 eine weitere Produktionshalle mit fast 1600 m2 Fläche und eine teilüberdachte Lagerhalle mit weiteren 1100 m2.
Auzug aus der Sonderausgabe "Maschinen - Materialien - Methoden" 08.24.










