Baugewerbe-EXKLUSIVINTERVIEW
Zeppelin - immer auf den Einsatz zugeschnitten
Baugewerbe: Was macht einen guten Dozer und eine gute Walze aus?
Fabian Kröger:
Es sind ein Zusammenspiel von Qualität, Produktivität, geringer Kraftstoffverbrauch, Fahrerkomfort und hohe Wiederverkaufswerte. Der beste Dozer ist immer der, der auf das Einsatzgebiet zugeschnitten wird. Hier sollte besonderes Augenmerk auf das Antriebskonzept in Verbindung mit dem richtigen Laufwerk sowie der passenden Schildkonfiguration gewählt werden. Für die Walze gilt ebenfalls: Sie sollte stets im Hinblick auf ihr Einsatzgebiet ausgewählt werden. Dabei bedeutet nicht zwangsläufig größer auch besser, sondern das Maschinengewicht muss in Abhängigkeit von Frequenz und Amplitudenleistung an das Einsatzgebiet angepasst werden.
BGW: Welche Vorteile bieten Cat Dozer und Walzen den Nutzern?
Kröger:
Beide Produktgruppen bieten eine große Bandbreite an integrierten Assistenzsystemen, die den Fahrer unterstützen, möglichst effizient und produktiv die gestellten Aufgaben und Arbeiten zu erledigen. Bei Caterpillar und Zeppelin gibt es ein breites Portfolio an Konfigurationsmöglichkeiten für Dozer, angefangen bei unterschiedlichen Antriebsarten über Laufwerkskonfigurationen bis hin zu integrierten Steuerungssystemen. Somit können wir viele Marktbedürfnisse erfüllen. Bei den Walzen ist das ähnlich: Hier können wir GC-Maschinen mit Einpumpenantrieb bis hin zu Performance-Maschinen mit Doppelpumpenantrieb und flächendeckender Verdichtungskontrolle liefern, um den Kundenanforderungen gerecht zu werden. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor – und das gilt generell – ist unser branchenführender Service, allen voran die produktübergreifende Verfügbarkeit von Ersatzteilen, die Zeppelin über sein Ersatzteillager in Köln innerhalb von 24 Stunden für 98 Prozent aller Ersatzteile sicherstellen kann.
BGW: Wie funktioniert der hydrostatische Antrieb der Dozer genau und welche Vorteile bietet der Antrieb?
Kröger:
Der hydrostatische Antrieb ist stufenlos regelbar und somit ideal für die Herstellung eines Feinplanums geeignet. Zudem benötigt der Antrieb wenig Bauraum und ist dafür besonders für kompakte Geräte von Vorteil. Die zwei Antriebspumpen wie Motoren bieten perfekt geregelte Antriebskräfte am Hang oder bei Kurvenfahrten. Nichtsdestotrotz kommt dieses Antriebskonzept bei der schweren Erdbewegung an seine Grenze, weshalb wir ab der D5 aufwärts einen Wandler oder einen XE-Antrieb bevorzugen, um den hohen Ansprüchen von Haltbarkeit in Abhängigkeit von Produktivität und niedrigen Betriebskosten gerecht zu werden.
BGW: Können Sie das Konzept des dieselelektrischen Antriebs beschreiben – worin liegt der Vorteil?
Der Dieselmotor erzeugt mechanische Energie durch die Verbrennung von Dieselkraftstoff. Diese Energie wird genutzt, um einen Generator anzutreiben. Die daraus entstehende elektrische Energie wird dann dem Elektromotor zugeführt, der wiederum den Turas im Laufwerk antreibt. Im Durchschnitt werden beim dieselelektrischen Antrieb geringere Drehzahlen generiert, was zu einer deutlichen Kraftstoffeffizienz führt.
BGW: Was bedeutet die Verbrauchsoptimierung der Motoren der kompakten Tandemwalzen genau?
Kröger:
Um die Voraussetzung für die EU-Abgasstufe V zu erfüllen, musste die Motorleistung ohne DPF herabgesenkt werden. Durch die neue Konzeption des Steuerblocks und einem bedarfsgesteuerten Lüfter konnte die Systemeffizienz verbessert und der Leistungsverlust der EU-Vorgabe so gut wie ausgeglichen werden. Nichtsdestotrotz bietet Zeppelin auch Performance Modelle mit DPF und 36 –kW-Motorleistung an.
BGW: Wie funktioniert das wartungsfreie Unwuchtsystem der Walzenzüge genau?
Kröger:
Das vollständig abgedichtete Vibrationsgehäuse mit den von Cat patentierten Exzentergewichten mit Stahlgranulat führt in Verbindung der Rotationsrichtung kleine oder große Amplitudenbewegungen aus.
BGW: Welche Rolle spielt der Slope Assist?
Kröger:
Cat Grade Control Slope Assist ist inzwischen Teil der Standard-Ausrüstung von Dozern in der 8- bis 39-Tonnen-Klasse. Dahinter steht eine automatische Steuerung der Quer- und Längsneigung. Wird die Funktion bei einem normalen Planum aktiviert, schiebt der Dozer das Material entsprechend der eingestellten Quer- und Längsgefälle ab. Vorteile bietet die Funktion etwa beim Deponiebau, wenn das abgekippte Material mit einem kleinen Gefälle von dem Dozer eingeschoben wird. Selbst ein ungeübter Fahrer kann damit ein Planum ziehen, denn dadurch wird der Schild so gesteuert, dass die vom Fahrer gewählten Werte für Längs- und Querneigung automatisch eingehalten werden – ohne Zusatz-Hardware und ohne GPS-Signal.
BGW: Welche Möglichkeiten habe ich als Kunde, meinen Dozer oder Walze zu konfigurieren und fließen Kundenwünsche mit in die Entwicklung neuer Maschinen ein?
Mithilfe des Zeppelin Online-Konfigurators können die Maschinen an die jeweiligen Anforderungen angepasst werden. Zudem gibt es eine Vielzahl von Konfigurationen, die mit dem Verkaufsteam in direktem Austausch geklärt werden können. Zum zweiten Teil der Frage: Bevor die Serienproduktion einer neuen Baumaschinengeneration bei Caterpillar anläuft und die Technologie reif für den Markt ist, müssen sich sogenannte Vorserienmaschinen bewähren und in einem besonders harten Praxistest beweisen. Dazu werden Geräte, über den Erdball verteilt, von besonders anspruchsvollen Kunden auf Herz und Nieren getestet. Die Rückmeldung der Kunden fließt dann in die endgültige Serienproduktion ein. Wir stehen permanent im kontinuierlichen Austausch und über regelmäßige Kundenbesuche erfassen wir zusätzlich den Bedarf am Markt.
BGW: Welche Themen werden die Bereiche Dozer und Walzen in der kommenden Zeit prägen?
Kröger:
Bestehende Assistenzsysteme werden kontinuierlich weiterentwickelt, um den autonomen Ansprüchen des Marktes gerecht zu werden. Hierunter fallen Steer Assist, Steer Assist 3D, Stable Blade Lift and Tilt. Abgerundet werden die Technologien mit Cat Command, der Vorstufe zur selbstfahrenden Baumaschine.
Herzlichen Dank für das Gespräch!
Einen Ausschnitt dieses Exklusivinterviews finden Sie in Ausgabe 09_2024.














