Siegerentwurf
Sieger des "Am Rädlesbach"-Quartierswettbewerbs - citiplan und Sigmund Landschaftsarchitekten
Der Entwurf der citiplan GmbH in Zusammenarbeit mit Sigmund Landschaftsarchitekten GmbH wurde einstimmig zum Sieger im Realisierungswettbewerb für das städtebauliche und freiraumplanerische Quartier "Am Rädlesbach" in Bad Waldsee (Deutschland) gewählt. Eine 19-köpfige Jury wählte diesen Entwurf aus sieben Einreichungen aus. Er dient nun als Grundlage für die Entwicklung des 4,9 Hektar großen Areals, das i+R Wohnbau Lindau im vergangenen Jahr von der Wohnmobilherstellerfirma Hymer erworben hatte.
"Der Siegerentwurf bietet eine ausgezeichnete Grundlage, um das neue Quartier 'Am Rädlesbach' nachhaltig zu entwickeln", sagte der Oberbürgermeister von Bad Waldsee, Matthias Henne. Er und Bürgermeisterin Monika Ludy waren Mitglieder der 19-köpfigen Jury, die die sieben eingereichten Entwürfe einen Tag lang genau geprüft hat. Die teilnehmenden Architektur- und Landschaftsplanungsbüros wurden im März von i+R Wohnbau Lindau zur Teilnahme am städtebaulichen Realisierungswettbewerb eingeladen. Das Verfahren wurde vom Architektur- und Stadtplanungsbüro Haines-Leger aus Würzburg begleitet.
Berücksichtigung der Ergebnisse aus Bürgerbefragung und Gemeinderat-Workshop
Die Gestaltungsvorgaben für das 49.000 m2 große Areal wurden in enger Abstimmung mit der Stadt Bad Waldsee entwickelt und berücksichtigten die Ergebnisse einer Bürgerbefragung sowie eines Workshops mit dem Gemeinderat. 75 Prozent der Beteiligten wünschten sich 3-Zimmer-Wohnungen und befürworteten eine höhere Bebauungsdichte zugunsten von mehr Grünflächen und Freiräumen. Das Ziel eines weitgehend autofreien Quartiers fand breite Zustimmung, das auch vom Gemeinderat unterstützt wird. "Mit diesem Entwurf hat ein Projekt gewonnen, das die Wünsche der Bevölkerung und des Gemeinderats ernst nimmt", sagte Karlheinz Bayer, Geschäftsführer von i+R Wohnbau.
Das Preisgericht, bestehend aus 10 Fach- und 9 Sachpreisrichtern, entschied einstimmig, den Entwurf der citiplan GmbH aus Pfullingen in Zusammenarbeit mit Sigmund Landschaftsarchitekten GmbH aus Grafenberg mit dem ersten Preis auszuzeichnen. Als wesentliche Vorteile wurden "die Freihaltung der Hangkante von Bebauung sowie die Robustheit des Gesamtkonzepts, die eine hohe Flexibilität bei der Entwicklung bietet", genannt.
Kompaktes Quartier an einer Grünzone
Der Vorentwurf sieht ca. 500 Wohnungen in sieben Bauabschnitten vor, die jeweils um ein autofreies und begrüntes Zentrum organisiert sind. Dabei sind verschiedene Wohnungstypen und Zielgruppen berücksichtigt. Der vorhandene Baumbestand wird geschützt und weiterentwickelt. "So entsteht ein kompaktes Quartier an einer starken Grünzone", sagte Andreas Heine-Strahl, Fachbereichsleiter für Bauen und Stadtentwicklung in Bad Waldsee.
Das Gebiet ist gut an den Fuß- und Radverkehr angebunden und hat gute Verbindungen zur Innenstadt und den umliegenden Stadtteilen. Die Tiefgaragen sind über zwei Zufahrten erreichbar, und in der Quartiershochgarage ist ein Hub integriert, der Raum für Car- und Lastenrad-Sharing, Paketstationen, Fahrradanhänger, Kinderwagen und Bollerwagenverleih bietet. In Bezug auf den öffentlichen Nahverkehr wird die Verlegung einer Bushaltestelle an den Kreisverkehr vorgeschlagen.
Multifunktionales Klimagrün
Die ausgeprägte Klimagrünzone im Osten des Quartiers mit dem üppigen Baumbestand hält den Hang weitgehend frei von Bebauung und erstreckt sich in die Quartiersmitte hinein. Das Regenwasser wird im Quartier gehalten, was nach dem Prinzip der Schwammstadt die Vegetation fördert und für ein kühlendes Mikroklima sorgt. Blühflächen und Staudenpflanzungen schaffen Lebensräume. Pflegeintensive Flächen mit hohem Wasserbedarf werden vermieden, stattdessen werden Naschsträucher wie Apfel- und Birnenspalier in den Wohnhöfen gepflanzt.
Der zentrale Quartiersplatz beherbergt eine Kita, Seniorenwohnungen, ein Ärztehaus, eine Apotheke und ein Café, was zur Belebung beiträgt und zahlreiche Aufenthalts- und Spielmöglichkeiten bietet. Die "Mitte für alle" bietet auch Raum für Quartiersfeste. Die Hauptwege werden mit wasserdurchlässigem Pflaster belegt, um unnötige Bodenversiegelung zu vermeiden.
Ausstellung/Preisverleihung und nächste Schritte
Die Preisverleihung an die siegreichen Büros findet zur Eröffnung einer Ausstellung aller eingereichten Entwürfe am 6. November 2023 im Historischen Rathaus von Bad Waldsee statt. Die Ausstellung ist bis zum 10. Dezember 2023 zu den regulären Öffnungszeiten der Verwaltung für alle Interessierten zugänglich.
Der Siegerentwurf wird als nächstes dem Gemeinderat von Bad Waldsee vorgestellt, gefolgt von einer Einladung der Gewinner zu einem Verhandlungsverfahren. Das Ziel ist die Auftragsvergabe zur Überarbeitung des Wettbewerbsergebnisses als städtebaulicher Entwurf und Rahmenplan. Daraufhin erfolgen der Aufstellungsbeschluss und der Start des Bebauungsplanverfahrens einschließlich eines städtebaulichen Vertrags.











