Konjunkturausblick 2026
Doka: "Die Zuversicht steigt wieder."
Die Bauwirtschaft steht an einem Wendepunkt. Nach Jahren geprägt von Kostensteigerungen, Auftragsrückgängen und politischer Unsicherheit richtet sich der Blick nun auf 2026. Zwischen anhaltender Krise und vorsichtiger Zuversicht stellt sich für viele Unternehmen dieselbe Frage: Bleibt der Druck hoch – oder beginnt eine Phase der Stabilisierung?
Im Interview sprechen wir darüber, wie die Branche das Jahr 2026 einschätzt, welche wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen entscheidend werden und wo trotz aller Herausforderungen neue Perspektiven entstehen. Es geht um Zahlen und Trends – aber auch um Stimmungen, Erwartungen und konkrete Handlungsoptionen für die Praxis.
Bagewerbe: Wie blicken Sie auf das kommende Geschäftsjahr: Welche Entwicklungen erwarten Sie für Ihr Unternehmen und für die Baubranche insgesamt?
Joachim Immerz: Wir blicken grundsätzlich positiv auf das kommende Geschäftsjahr. Die Zuversicht wächst wieder: Sowohl die öffentliche Hand als auch die Privatwirtschaft signalisieren zunehmend Investitionsbereitschaft. Die Zahl der Baugenehmigungen steigt. Diese Entwicklung spüren wir auch unmittelbar in unserem Unternehmen. Die Nachfrage hat in den vergangenen Monaten merklich angezogen, sowohl in der Anzahl der Anfragen als auch in deren Projektqualität. Viele Vorhaben gehen nun von der Planungs- in die Realisierungsphase, was für eine solide Auslastung in den kommenden Monaten spricht.
BGW: Welche größten Herausforderungen erwarten Sie im kommenden Jahr für Ihr Unternehmen?
Immerz: Mit dem wieder anziehenden Geschäftsumfeld sichern sich viele Kunden nun frühzeitig Kapazitäten, um ihre Projekte termingerecht realisieren zu können. Dadurch sind verfügbare Ressourcen schneller gebunden. Eine zentrale Herausforderung wird deshalb sein, die verfügbaren Kapazitäten vorausschauend einzuplanen und gleichzeitig flexibel auf die steigende Nachfrage zu reagieren. Parallel wächst der Bedarf an innovativen Lösungen und neuen Ideen, insbesondere bei der Umsetzung großer und komplexer Bauvorhaben. Gerade hier können wir unsere große Stärke ausspielen: auch bei hoher Auslastung verlässliche Qualität und Leistungsfähigkeit sicherzustellen.
BGW: Welche Erwartungen haben Sie an Politik, Auftraggeber und die Branche insgesamt für das kommende Jahr?
Immerz: Wir sollten dieses Momentum der Aufbruchstimmung voll ausschöpfen. Unsere Branche war immer von einem starken Gemeinschaftsgefühl geprägt. Genau diesen Spirit brauchen wir auch gesellschaftlich wieder, so dass aus dem Momentum der Zuversicht wieder das Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung wächst. Erfolgreiche Projekte entstehen dort, wo partnerschaftlich zusammengearbeitet wird, wo man Herausforderungen offen anspricht und gemeinsam an Lösungen arbeitet. Dafür braucht es die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen mutig zu treffen und Projekte aktiv voranzubringen – im übertragenen wie im ganz praktischen Sinne: Ärmel hochkrempeln und gemeinsam anpacken. Ich habe großes Vertrauen in die Stärke unserer Kunden und der deutschen Bauindustrie.












