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Artikel und Hintergründe zum Thema

Gerüste in der Hansestadt

Kai Ingmar Link,

Peri - Fast unsichtbar in der HafenCity

In Hamburg verbirgt sich hinter einem weißen Staubschutznetz ein anspruchsvolles Gerüstprojekt, das sowohl technische Raffinesse als auch innovative Lösungen erfordert.

Die gerüsttechnische Herausforderung liegt hinter den weißen Staubschutznetzen verborgen. © Peri

Das Columbus Haus mit seinem markanten Rundturm aus Glas bildet die Spitze des Bürogebäudeensembles Hanseatic Trade Center in der Hamburger HafenCity, in unmittelbarer Nachbarschaft zur berühmten Elbphilharmonie.

Das knapp 80 Meter hohe Hochhaus ruht auf einem 2- bis 5-geschossigen Backstein-Sockelbau zwischen Sandtorkai und Kehrwiederfleet. Um die charakteristische Klinkerfassade zu erneuern, sind die Süd- und Ostseite derzeit komplett eingerüstet. Die regional ansässige TM Gerüstbau hat für die aufwendigen Mauerwerksarbeiten ein Arbeits- und Schutzgerüst mithilfe des Peri-Up-Gerüstbaukastens errichtet.

Herausforderungen im Gerüstbau

Die gerüsttechnische Herausforderung liegt hinter den weißen Staubschutznetzen verborgen: Aufgrund bauwerksstatischer Gegebenheiten war eine Lasteinleitung auf das Flachdach des Sockelbauwerks nur sehr eingeschränkt möglich. Daher lagert das Peri-Up-Gerüst in regelmäßigen Abständen von 10 Metern auf Variokit-Konsollagen. Fünf Gerüstlagen mit einer Breite von 1,00 Meter und einer innenseitigen Konsolverbreiterung von 33 Zentimetern, ausgelegt auf Lastklasse 4, werden von Zwischenebenen getragen. Diese Ebenen leiten in Höhen von 35, 45, 55 und 65 Metern die Lasten über Schwerlastkonsolen sicher in das Bauwerk ab. Die Positionierung der Verankerungspunkte war dabei exakt vordefiniert: Zuganker in Form von Felsankern waren nur an den Kreuzungspunkten zwischen vertikalen Stahlbetonstützen und horizontalen Geschossdecken erlaubt.

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Synergie zweier Systeme

Vor dem Bau wurden detaillierte Abstimmungen zwischen den Ingenieuren von Peri und den zuständigen Bauwerks- und Prüfstatikern durchgeführt. Peri begleitete das anspruchsvolle Projekt mit umfangreichen Planungsleistungen und statischen Berechnungen, um sicherzustellen, dass die geplanten Lösungen den vorherrschenden Kräften standhalten können. Diese Berechnungen berücksichtigen alle relevanten Normen und Vorschriften.

Besondere Anforderungen an die Konstruktion

Zusätzlich zu den eingeschränkten Lasteinleitungen mussten auch hafentypisch erhöhte Windlastannahmen berücksichtigt werden. Die Kombination aus dem Peri-Up-Gerüstbaukasten und Variokit-Systembauteilen ermöglichte eine nahtlose Integration der Abfangkonstruktion in die gesamte Gerüstlösung. Das metrische Aufbau- und Verbindungsraster erlaubt eine kupplungsfreie Verbindung beider Systeme, was die Montage erheblich erleichtert.

Planung und Unterstützung vor Ort

Vor dem Bau wurden detaillierte Abstimmungen zwischen den Ingenieuren von Peri und den zuständigen Bauwerks- und Prüfstatikern durchgeführt. © Peri Deutschland

Die Unterstützung durch Peri erstreckte sich auch auf die Baustelle selbst. Ein Fachberater der Hamburger Niederlassung stand als Ansprechpartner für alle Kundenbelange zur Verfügung und bot zu Projektbeginn kompetente Unterstützung bei der Gerüstmontage durch einen erfahrenen Richtmeister. Besonders vorteilhaft erwies sich die Kombination aus hochtragfähigen Variokit-Systembauteilen und einer montagefreundlichen Elementzusammenstellung.

Parallelprojekt Tichelhaus

In unmittelbarer Nähe zum Columbus Haus wird derzeit auch das Tichelhaus realisiert. Hier ermöglicht TM Gerüstbau mit einer baubegleitenden Fassadeneinrüstung einen raschen Baufortschritt. Das neunte Geschoss wurde erst kürzlich fertiggestellt, und im Juli konnte Richtfest gefeiert werden. Auch hier kommen innovative Lösungen zum Einsatz: Die Easy-Stielbauweise wird innenseitig mit Flex-Stielen kombiniert, was eine flexible Montage ermöglicht.

Zukunftsorientierte Lösungen im Gerüstbau

Die Projekte in der Hamburger HafenCity zeigen eindrucksvoll, wie moderne Gerüstbautechnik von Peri komplexe Herausforderungen bewältigt und gleichzeitig den ästhetischen Ansprüchen städtebaulicher Entwicklungen gerecht wird. Durch die Kombination aus innovativen Materialien, präziser Planung und effektiver Zusammenarbeit gelingt es den beteiligten Unternehmen, nicht nur funktionale Lösungen zu schaffen, sondern auch zur architektonischen Gestaltung eines modernen urbanen Umfelds beizutragen. Diese Entwicklungen unterstreichen die Bedeutung von Kooperationen zwischen Ingenieuren, Architekten und Bauunternehmen bei der Realisierung anspruchsvoller Bauprojekte in urbanen Räumen. Der komplexe Gerüstbau in der HafenCity ist ein Beispiel dafür, wie durch technische Innovationen und strategische Partnerschaften neue Maßstäbe gesetzt werden können.

Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 11_2024.

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