Aus Baugewerbe Unternehmermagazin 6\2020
Kombi-Ankerstelle für kurze Schalzeiten
Sichere, schnelle Prozesse und die Verringerung von Arbeitsschritten reduzieren die Schalzeiten und somit den Personalaufwand auf der Baustelle. Einen neuen Standard will dabei die MEVA Kombi-Ankerstelle setzen.
Sie ist in den Wandschalungssystemen StarTec XT für eine vollflächige Frischbetondruckaufnahme von 60 kN/m² und Mammut XT für das modulare Bauen im Großformat und vollflächige Frischbetondruckaufnahme von 100 kN/m² serienmäßig integriert.
Der Umstieg von konventioneller auf einseitige Ankerung ermöglicht deutlich kürzere Schalzeiten. Doch auch das einseitige Ankern birgt noch die Möglichkeit, Zeit zu sparen. Dieses Potenzial lässt sich mit den flächenbündig in die Rahmenelemente integrierten Kombi-Ankerstellen von MEVA ausschöpfen. Die Kombi-Ankerstelle vereint drei Ankermethoden in einem System: neben der zweiseitigen Ankerung mit Ankerstab DW 20 auch die einseitige Ankerung, entweder mit XT-Ankerstab DW 20 und Rillenrohr oder mit XT-Konusankerstab. Nur ein Handgriff reicht, um die Ankermethode auszuwählen – ohne zusätzlichen Montageaufwand und umständliche Verwendung weiterer Zubehörteile.
Die Kombi-Ankerstelle kommt in den MEVA Wandschalungssystemen Mammut XT und StarTec XT zum Einsatz. Mammut XT ist ein System für modulares Bauen im Industrie- und Ingenieurbau mit Betonierhöhen bis 350 cm ohne Aufstockung. Es ist kompatibel zum etablierten System Mammut 350 und erlaubt eine vollflächige Frischbetonaufnahme von 100 kN/m².
StarTec XT leistet 60 kN/m² Druckaufnahme
Auch das neue Wandschalungssystem StarTec XT von MEVA ist einseitig ankerbar und ermöglicht die vollflächige Frischbetondruckaufnahme von 60 kN/m². Der starke Allrounder: Die Mehrbereichsschalung bietet optimale Möglichkeiten für die unterschiedlichsten Anwendungen im Wirtschafts- und Wohnungsbau mit Geschosshöhen bis 330 cm ohne Aufstockung. StarTec XT ist mit dem Gewichts-Leistungs-Champion AluStar kompatibel. Beide Schalungen lassen sich ohne Adapter oder zusätzliche Verbindungsteile einfach zusammen einsetzen – für optimale Materialausnutzung auf der Baustelle.
Der Zeitgewinn dank der XT-Wandschalungssysteme ist beträchtlich. Dies belegt eine Auswertung der Arbeitszeit-Richtwerte im Hochbau (ARH) durch das Institut für Zeitwirtschaft und Betriebsberatung Bau (izb). Laut dem Handbuch Arbeitszeitorganisation Bau „Schalarbeiten / Rahmenschalung Wände“ (2019), dauert das Ein- und Ausschalen von Wänden im Grundriss bei zweiseitiger Ankerung durchschnittlich 22 Minuten pro Quadratmeter, inklusive Reinigung und Trennmittelauftrag. Bei der einseitigen Ankerung mit Mammut XT hingegen liegt der Zeitaufwand bei nur 8.30 Minuten. Das bedeutet, Mammut XT benötigt nicht einmal 40 % der Zeit. Im Idealfall sind bis zu 22 % kürzere Schalzeiten gegenüber dem Durchschnitt vergleichbarer Systeme erreichbar. Umgerechnet auf Rohbauarbeiten mit 1.000 m² Schalfläche lässt sich die Arbeitszeit somit um etwa 42 Stunden reduzieren, rechnet das Unternehmen vor.
Die Gründe liegen auf der Hand: Es sind keine weiteren Teile für die einseitige Ankerung zu montieren. Die Mammut XT benötigt insgesamt nur 3,3 Zubehörteile pro Quadratmeter für eine Anwendung. Das Handling wird zusätzlich vereinfacht, da Stell- und Schließschalung immer identisch sind. Nicht zuletzt lässt sich die Schalung mit serienmäßig integrierter alkus Vollkunststoffplatte zwischen Einsätzen reinigen. Auch der geringere notwendige Trennmittelauftrag reduziert Zeitaufwand und Kosten. Weitere Details wie Ankerstab- und Schalschlosshalter, die den Transport zwischen den Einsätzen vereinfachen und unproduktive Zeit für das Suchen von Teilen auf der Baustelle reduzieren, sind zusätzliche Argumente für den Zeitvorteil.
Kombi-Ankerstelle steigert Flexibilität und Effizienz
Die Wandschalung Mammut XT will beweisen, dass Flexibilität und Effizienz auf der Baustelle keine Gegensätze sind. Das System von MEVA mit integrierter Kombi-Ankerstelle verbindet ein- und zweiseitige Ankerung in einem System ohne zusätzliche Anbauteile. Beim Bau einer neuen Industriehalle in Ehningen entschied sich die verantwortliche Köhler Bauunternehmung GmbH für einseitige Verankerung mit Mammut XT.
Pfeilervorlage einseitig geankert
Im Untergeschoss des Bauprojekts finden sich entlang der Außenwände im Abstand von je 10 Meter Pfeilervorlagen, die als Auflage für Unterzüge dienen. An diesen Stellen sind die 40 cm starken Außenwände um 25 cm breiter. Dank des bis zu 85 cm Wandstärke einsetzbaren XT-Ankerstabs konnten die Pfeilervorlagen einseitig geankert werden. Beim Aufbau genügte es, die Kombi-Ankerstellen des äußeren Schalungselements in Gewindestellung und die des inneren Elements in Stellung Ankerhülse zu bringen. So konnten die XT-Ankerstäbe von der Innenseite her eingebaut werden. An der Außenseite war dadurch kein breiter Arbeitsraum nötig.
Zudem galt es, eine Wand zum Schutz gegen Brandgefahr in Ortbeton zu erstellen. Große Takte von 13,05 Meter Höhe wurden dabei ebenfalls mit der Mammut XT erstellt. Bei dieser Höhe kam die Schrägabstützung Triplex zum Einsatz, die sich an die gewünschte Länge anpasst. Je höher die Steiggeschwindigkeit ist, desto höher ist auch der Betondruck, der auf die Schalung wirkt. Neben der Möglichkeit zum flexiblen Ankern überzeugte Mammut XT laut dem Unternehmen daher auch durch eine vollflächige Frischbetondruckaufnahme von 100 kN/m². Die einseitige Ankerung mit XT-Konusankerstab erwies sich als Vorteil. Denn auf der Außenseite war nur wenig Platz geboten, sodass die Verankerung schneller und einfacher auf der Innenseite ausgeführt war. Die fertiggestellte Brandschutzwand dient später außerdem als Dachauflage.










