Fußbodenheizsystem aus Gipsfaserplatten

Damir Mioc,

Moderne trifft Klassik

In Brock, einem Ortsteil der Gemeinde Ostbevern (Kreis Warendorf) entsteht derzeit eine Siedlung mit Fachwerkhäusern nach historischem Vorbild. Sechs Einfamilienhäuser sowie ein Doppelhaus mit je einer Einliegerwohnung pro Wohneinheit im Obergeschoss werden hier im traditionellen Baustil errichtet. „Es handelt sich um originale Fachwerkkonstruktionen, die in handwerklich traditioneller Qualität errichtet werden“, erläutert Ludger Olberding, Geschäftsführer der ausführenden Mühlenhaus Historische Wohnbau GmbH, die sich auf Bau und Restaurierung von Fachwerkhäusern spezialisiert hat. Eingesetzt werden ausschließlich gut abgelagerte, kammergetrocknete Eichenbalken, die im eigenen Werk der Firma einzeln und von Hand zugesägt werden. Im Inneren des Hauses sorgen Holzbalkendecken aus naturbelassenen Eichen-, Kiefern- oder Tannenhölzern für Gemütlichkeit.

Die Verarbeiter füllten die Waben mit der Fermacell Wabenschüttung aus. Die Waben konnten dabei vorsichtig betreten werden © James Hardie Europe GmbH

Eine besondere Herausforderung war die Planung der Fußbodenheizung in den beiden Einliegerwohnungen im Dachgeschoss des Doppelhauses. Die Deckenkonstruktion sollte entsprechend dem gehobenen Anspruch des Objektes mit erhöhtem Trittschallschutz ausgestattet werden. Vom Bauherrn gefordert waren mindestens 50 db. Gleichzeitig musste die begrenzte Belastbarkeit der Deckenkonstruktion, die nach dem Vorbild historischer Fachwerkhäuser mit Holzbalken aus Fichte (18 x 26 cm) und einer 40 mm dicken Holzdielung ausgebildet wurde, berücksichtigt werden.

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Da Olberding auf einen schnellen Baufortschritt drängte, standen ausschließlich Trockenestrich-Systeme im Fokus der Planer. Sie punkten einerseits durch ein niedriges Flächengewicht. Je nach Fabrikat, Aufbau und System sind in Trockenbauweise Flächengewichte ab 23 kg/m² möglich. Zudem wird beim Einsatz von Trockenestrichen keine zusätzliche Feuchtigkeit in den Bau eingebracht. Das bedeutet: Während es rund vier Wochen dauert, bis ein Nassestrich ausreichend getrocknet und durchgehärtet ist und der Boden in diesem Zeitraum nicht belastet werden darf, kann nach der Verlegung von Trockenestrichen beinahe ohne Zeitverzug weitergearbeitet werden. Denn die Estrichelemente sind unmittelbar nach der Verlegung begehbar und 24 Stunden später belegreif.

Die Planer entschieden sich für das Fußbodenheizsystem Fermacell Therm25 von James Hardie. In Kombination mit dem Fermacell Waben-Dämmsystem konnten damit einerseits die hohen Anforderungen an den Bodenaufbau erfüllt und andererseits eine schnelle Fertigstellung gewährleistet werden. Denn das Fußbodenheizsystem kombiniert das Lastverteilschicht und Fußbodenheizung in einem System kombiniert. Es besteht aus einer 25 mm dicken Gipsfaserplatte. Die Oberseite ist mit einer speziellen Fräsung mit Umlenknuten für die Verlegung der Fußbodenheizungsrohre versehen. Das System wird komplettiert durch eine weitere 10 mm dicke Gipsfaser-Platte, die als zusätzliche obere Lage auf den Fußbodenheizelementen verleimt und geschraubt bzw. verklammert wird. Fermacell Therm25 ist für die Verlegung von 16 mm dicken Verbund-Heizungsrohren geeignet.

Wegen des geforderten erhöhten Trittschallschutzes wurde vor der Verlegung der Fermacell Therm25 Elemente das hauseigene Waben-Dämmsystem eingebaut, das speziell zur Verbesserung des Trittschallschutzes bei Holzbalkendecken entwickelt wurde. Es besteht aus umweltfreundlichen Karton-Waben in 30 oder 60 mm Höhe mit integriertem Rieselschutz, die mit der Wabenschüttung ausgefüllt und dann mit jedem beliebigen Estrich-System kombiniert werden können. Im vorliegenden Fall legten die Verarbeiter zunächst Estrich-Waben in 60 mm Höhe vollflächig direkt auf der 40 mm dicken Holzdielung aus.

Sobald die Verlegung der Estrich-Waben abgeschlossen war, füllten die Verarbeiter die Waben mit der Wabenschüttung aus. Die Befüllung begann von der Tür aus. Die Waben konnten dabei vorsichtig betreten werden. Anschließend wurde die Schüttung mit einem Richtscheit bündig abgezogen, so dass ein planebener Untergrund für die Verlegung der Estrichelemente entstand. Durch diesen Aufbau wird die Rohdecke direkt beschwert und die Schallübertragung durch die zusätzlich eingebrachte Masse wesentlich gemindert. Das Granulat erhöht mit seiner Rohdichte von ca. 1500 kg/m³ einerseits die flächengezogene Masse der Decke deutlich und wirkt andererseits durch seine körnige Struktur als biegeweiche Schicht im Fußbodenaufbau. Die Biegeweichheit dieser Schicht kombiniert mit der hohen Dichte von ca. 90 kg/m² bei 6 cm Wabenschüttung bewirkt den sehr guten Schallschutz.

Zusätzlich vereinfachen und beschleunigen die Estrich-Waben die Verarbeitung der Schüttung, denn die vorgegebene Schütthöhe wird sicher erreicht. Direkt auf den Estrichwaben werden eine Lage 20 mm Mineralwolle sowie zur Lastverteilung eine Lage Einmannplatte 10 mm angeordnet. Anschließend verlegten die Handwerker die Fußbodenheizelemente. Unmittelbar nach der Verlegung der Fußbodenheizelemente konnten die Heizungsbauer mit der Installation der Rohre beginnen.

Nachdem abschließend die Dichtigkeit des Systems überprüft wurde, montierten die Verarbeiter eine Decklage aus 10 mm Gipsfaserplatten. Entstanden ist ein Bodenaufbau, der sowohl dem geforderten erhöhten Trittschallschutz als auch den Anforderungen der Anwendungsbereiche 1 (zulässige Einzellast 1,0 kN) und 2 (zulässige Einzellast 2,0 kN) entspricht. Die Fußbodenkonstruktion erfüllt die Voraussetzungen der Brandschutzklasse F 60.

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