Projekt "Haus im Park"

Jessica Stütz,

Bezahlbarer Wohnraum in Holz-Hybridbauweise

Ein Gebäude in Berlin-Pankow setzt einen gemeinwohlorientierten Ansatz für bezahlbaren Wohnraum in ökologischer und nachhaltiger Holz-Hybridbauweise um. Und verbindet dies mit ökonomischer Effizienz.

Um den Neubau optisch in den Park einzugliedern und ihn auch in die Bebauungsstruktur des Campus einzubinden, erhielt das Gebäude eine besondere farbliche Gestaltung

© Stephan Falk

Berlin-Pankow, ein großer Park, darin drei denkmalgeschützte Gebäude: Das Umfeld des neuen SkF-Wohnprojekts für Menschen mit physischer und kognitiver Beeinträchtigung ist grün, beeindruckend und liegt im Norden der Stadt. Die vom Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Berlin (SkF) initiierte Einrichtung für betreutes Wohnen ergänzt den Campus um bezahlbaren Wohnraum mit Assistenzangebot. Darüber hinaus bietet der viergeschossige Neubau Platz für eine Tagespflegeeinrichtung.

Die Dachkonstruktion integriert eine sogenannte „Dachlaterne“, durch deren Fenster von allen Seiten Tageslicht fällt

© Stephan Falk

Aus ökologischen Gründen wünschten sich die Bauherren einen Holzbau. Der Keller und das Erdgeschoss wurden mit Betonfertigteilen und Kalksandstein ausgeführt. Die beiden Treppenhäuser bestehen aus Stahlbeton. Im restlichen Gebäude spielt Holz die Hauptrolle. Oberhalb des Erdgeschosses wurden alle Decken und Wände von der Karl Hoffmeister GmbH als ausführendem Holzbauunternehmen in Brettsperrholzbauweise realisiert. Die einzelnen Elemente stellten die Zimmerer im Werk weitgehend fertig – die Fassaden inklusive der Fenster, sodass sie vor Ort nur noch montiert werden mussten.

Während die Decken als Brettsperrholzelemente vorgefertigt eingebracht wurden, ist das Dach der Einrichtung als Sparrendach mit Zwischensparrendämmung konzipiert. Auf der Unterseite wurde die Konstruktion mit Dampfbremse und Gipsplatten ergänzt. Die Dachhaut kombiniert eine Windpappe mit Lattung, Konterlattung, einer Schalung aus OSB-Platten und einer Bitumenabdichtung.

Anzeige

Die Fassadenbretter wurden mit Keim Lingosil Artis im Farbton Oxydrot Dunkel behandelt

© Stephan Falk

Um den Neubau optisch in den Park einzugliedern und ihn auch in die Bebauungsstruktur des Campus einzubinden, erhielt das Gebäude eine besondere farbliche Gestaltung. Die Holzfassade wurde rot lasiert. Damit harmoniert sie gut mit den Schmucksteinen und den Klinkerfassaden der denkmalgeschützten Nachbargebäude auf dem Campus.

Um auf einen Farbauftrag auf der Baustelle verzichten zu können, wurden die Fassadenbretter im Beschichtungswerk mit Keim Lignosil Color im Farbton „Oxydrot Dunkel“ behandelt, sodass der Holzbauunternehmer die Bretter in der Vorfertigung bereits endfertig montieren konnte. 

Rauminnenseitig wurde das sichtbare Brettsperrholz der Wände und der Deckenuntersichten auf Wunsch der Bauherren mit Keim Lignosil UV-M beschichtet. Die weißliche Lösung verzögert das Nachdunkeln und Vergilben des rohen Holzes und bildet einen fast unsichtbaren Film auf der Holzoberfläche, sodass sich diese leichter reinigen lässt.

Auszug aus mikado 06.2024
 

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Holz-Hybridbau

„henA“ - Quartiersbau in Tübingen

Funktional, ohne funktionalistisch zu wirken, für Alt und Jung, zukunftsfähig und mit viel Holz: So bauten Schwille Architekten als Planer und die GWG – Gesellschaft für Wohnungs- und Gewerbebau Tübingen als Bauherr den Quartiersbau „henA“ auf einem...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Mehrgeschosser

SAWA - Reisterrassen in Rotterdam

Im Rotterdammer Lloydkwartier entsteht mit dem SAWA derzeit ein 16-Geschosser, der seinesgleichen sucht. Im Hafenviertel und nah am Wasser gebaut, soll so das "gesündeste Gebäude der Niederlande" entstehen. CLT als vorherrschendes Baumaterial trägt...

mehr...
Jetzt Newsletter abonnieren