mikado-Interview
Baustellendiebstahl – was Sie dagegen tun können
In Deutschland gibt es jedes Jahr zahlreiche Fälle von Baustellendiebstahl. Dies verursacht Schäden in hohen Millionenbeträgen – auch Zimmereien und Holzbau-Unternehmen sind davon betroffen. Wir sprachen mit Dinesh Thiru, National Key Account Manager Bau bei der Brigade Elektronik GmbH, wie sich Handwerksbetriebe schützen können.
mikado: Herr Thiru, gibt es eine Statistik wie viele Diebstahlsdelikte in den vergangenen Jahren auf Baustellen auftraten? Und wie hoch ist in etwa der finanzielle Gesamtschaden für die Bau-Unternehmen?
Dinesh Thiru: Das ist schwer zu sagen. Laut Angaben der European Rental Association (ERA) belaufen sich die jährlichen Kosten für Diebstähle auf Baustellen auf schätzungsweise 1,5 Milliarden Euro. Versicherungsdaten des Joint Research Centre zufolge liegt die Wiederfindungsrate für gestohlene Maschinen in Europa bei nur 25 Prozent. Der Diebstahl von Fahrzeugen, Werkzeugen und Materialien nimmt exponentiell zu, häufig als Folge organisierter Kriminalität. Häufig werden gestohlene Baufahrzeuge für Bank- und Geldautomatenüberfälle verwendet. Zudem gibt es einen florierenden Schwarzmarkt für alle Arten von Werkzeugen, insbesondere für Elektrowerkzeuge.
Was wird am häufigsten auf Baustellen geklaut?
Ein großes Problem sind der Diebstahl von Fahrzeugen, Werkzeugen und Kraftstoff. Auch Edelmetalle wie Kupfer werden häufig gestohlen. Beispielsweise wurden den USA laut Statistiken des National Equipment Register des Energieministeriums Kupfer im Wert von einer Milliarde US-Dollar gestohlen.
Neben den finanziellen Schäden, welche weiteren Auswirkungen hat Baustellenkriminalität auf die Bauprojekte und die betroffenen Unternehmen?
Der Diebstahl von Fahrzeugen, Werkzeugen und Kraftstoff führt entsprechend zu Betriebsausfällen und kostspieligen Projektverzögerungen für Baustellenbetreiber. Auf Großbaustellen herrscht häufig ein strenger Zeitplan, sodass jede Minute zählt und eine Verzögerung weitreichende Konsequenzen für den Fortschritt des Bauprojekts hat.
Welche traditionellen technischen Lösungen werden heute eingesetzt, um Baustellen zu schützen? Und welche neuen Techniken könnten für Zukunft hilfreich sein?
Aktuell liegt unser Fokus auf der Personenerkennung und Kollisionsvermeidung, was natürlich für den Baubereich aufgrund der Größe der genutzten Fahrzeuge und dem Gelände oberste Priorität hat. Das Problem der toten Winkel und schlechter Sicht auf Baustellen lösen wir mit unseren aktiven Personenerkennungssystemen mit KI. Wir sind uns der Schwierigkeiten bewusst, mit denen die Bauindustrie konfrontiert ist, wenn es um die Sicherheit geht.
Wie lässt sich Ihre Meinung nach Diebstahl und Vandalismus am besten verhindern? Was sind Ihre Empfehlungen für ein Sicherheitskonzept?
Die Probleme von Vandalismus und Diebstahl lassen sich beispielsweise mit unserer Personenerkennungskamera mit akustischer Warnung lösen, sowie bei Bedarf mit einem mobilen Digitalrekorder mit Fernzugriff, der im Falle eines Vorfalls das Bildmaterial aufzeichnet. Die Systeme sind dann aktiv, wenn die Fahrzeuge stehen und im Ruhezustand sind. Dies verhindert kriminelle Aktivitäten bzw. schreckt die Täter ab.
Herr Thiru, vielen Dank für das interessante Gespräch.









