Gesucht und gefordert: Industriegerechte Alternativenergie
VHF-Fachmodell: Digitale Meilensteine
Der 19. Deutsche Fassadentag, unter dem Motto "VHF - Bauart Digital", stellte ein wegweisendes Ereignis für die Baubranche dar, indem er das BIM-Fachmodell für vorgehängte hinterlüftete Fassaden (VHF) präsentierte. Der Fachverband für vorgehängte hinterlüftete Fassaden e. V. (FVHF) leitete dieses bemerkenswerte Pilotprojekt, das die Vereinheitlichung digitaler Planungsprozesse in der Baubranche vorantreibt.
Die Präsentation fand am 13. September 2023 in der BIM Cave der HTWK-Leipzig statt, wo die Gäste die Gelegenheit hatten, das begleitende 3D-Modell live zu erkunden. Ronald Winterfeld vom FVHF, Architekt und BIM-Experte Siegfried Wernik von dn-berlin consulting, Silvio Heinemann von Cadenas und BIM-Manager Nicolai Neumann von vielmo Architekten gaben spannende Einblicke in die zukünftigen digitalen Planungsprozesse für VHF.
Das Projekt begann vor sieben Jahren und involvierte 13 Arbeits- und sieben Redaktionsgruppen unter der Leitung von Ronald Winterfeld und Oliver Fröhlich (BWM). Das resultierende VHF-BIM-Fachmodell enthält eine umfassende maschinenlesbare Datenstruktur für alle VHF-Konstruktionsgruppen und Komponenten, was das Bauen effektiver und effizienter gestalten wird.
Architekt und BIM-Experte Siegfried Wernik erklärte, wie die Definition von Merkmalen und Informationen für VHF-Komponenten zu einer spezifischen DNA für jede Komponente führte. Diese DNA ist über das buildingSMART Data Dictionary (bSDD) international verfügbar und ermöglicht die digitale Planung, Ausschreibung und Dokumentation von VHF-Fassaden.
Die Daten, die über Jahre gesammelt wurden, wurden in einen elektronischen Produktkatalog von CadenasS integriert und neutral visualisiert. Dies erleichtert Herstellern die Erfassung und Nutzung von Produkten basierend auf dem VHF-Fassadenmodell. Architekten und Planer können diese Daten als PDF- oder CAD-Dateien in gängigen Formaten ausgeben und in ihren Gebäudemodellen verwenden.
Vielmo Architekten und Züblin führten einen Praxistest durch, bei dem ein bereits realisiertes Projekt mithilfe des VHF-BIM-Fachmodells von der Planung bis zur Baustelle simuliert wurde. Einheitliche Standards führten zu höherer Transparenz und Qualität, was die Produktivität erheblich steigerte. Prof. Dr. Ulrich Möller von der HTWK-Leipzig und Christian Irmscher zeigten die Möglichkeiten der dreidimensionalen Visualisierung virtueller Gebäudemodelle auf. Das 3D-Modell des Pilotprojekts konnte live in der BIM-Cave der HTWK-Leipzig erkundet werden. Der Fachverband sieht die Systematik als Inspiration für andere Digitalisierungsvorhaben in der Baubranche und hofft, dass die FVHF-Datenstruktur zum verbindlichen Standard wird. Der FVHF plant außerdem die Veröffentlichung einer zweiteiligen Leitlinie namens "VHF Bauart Digital" in den kommenden Wochen und Monaten.












