Modulbau
Wertige Flüchtlingsunterkunft für Familien von Deumoba
Die Unterbringung von Flüchtlingen stellt Städte und Kommunen noch immer vor große Herausforderungen.
Angesichts steigender Flüchtlingszahlen durch Konflikte, Naturkatastrophen und andere Krisen müssen effiziente, nachhaltige und kostengünstige Lösungen für die Unterbringung gefunden werden. Dabei sollen die Unterkünfte trotzdem wohnlich sein und Geflüchteten sowie ihren Familien ein behagliches Zuhause bieten. Eine innovative Lösung wird gerade im Kreis Soest umgesetzt: Eine kleine individuelle Flüchtlingsunterkunft für Familien, die sich baulich ideal in die Umgebung eingliedert. Überbelegt, beengt, laut und ohne Rückzugsraum, mit baufälligen sanitären Anlagen – solche Bedingungen sind leider für viele Geflüchtete in Massenunterkünften, temporären Containern und Notlösungen alltäglich. Hinzu kommt, dass niemand eine solche Unterbringung in unmittelbarer Nähe seines Wohnortes haben möchte. Das führt oft zur Planung solcher Einrichtungen in Stadtrandgebieten – symbolisch wie geografisch "am Rand der Gesellschaft". Im Raum Soest verfolgt man jedoch eine alternative städtebauliche Strategie, die auf die Integration von Geflüchteten in städtische Wohngebiete ausgerichtet ist. Dabei ist die Bauweise der Flüchtlingsunterkunft entscheidend – sowohl für die Erfüllung der Ansprüche als auch die schnelle Umsetzung innerhalb weniger Monate.
Bauliche Anforderungen an moderne Unterkünfte
Nachdem der Auftrag kurz vor Weihnachten 2023 erteilt wurde, startete zu Beginn des Jahres 2024 die Planung für das innovative Wohnprojekt. Es sollte ein Gebäude mit rund 200 Quadratmetern entstehen, das Raum für die angemessene Unterbringung von drei bis vier Familien bietet. Dazu war ein möglichst flexibles Raumkonzept wichtig, um die Wohneinheiten für unterschiedlich große Familien nutzbar zu machen. Moderne, gut ausgestattete Aufenthalts- und Ruheräume, Dusch- und Waschräume sowie Küchen und Essbereiche sind in solchen Unterkünften ohnehin von essenzieller Bedeutung. Genauso muss das Gebäude höchsten Sicherheitsstandards entsprechen, einschließlich Brandschutz und Einbruchsschutz. Auch der städtebauliche Aspekt stand bei der Planung der Unterkunft im Fokus: Das Gebäude sollte sich nahtlos in das über Jahre gewachsene Ortsbild einfügen, um sowohl eine höhere Akzeptanz bei den Nachbarn als auch ein menschenwürdiges Wohnen zu gewährleisten.
Wohnliche Unterkunft in Modulbauweise
Die angemessene Lösung zur Realisierung der neuen Flüchtlingsunterkunft war ein Gebäude in Modulbauweise. Als Gewinner der Ausschreibung wurde die Firma Deumoba mit Sitz in Ense – einem der führenden Anbieter im Modulbausektor – mit der Planung und Umsetzung beauftragt. Obwohl die bauseitigen Vorbereitungen durch die witterungsbedingte Verzögerung bei der Erstellung des Baugrundgutachtens aufgehalten wurden, konnte das Team von Deumoba schon kurze Zeit nach der Auftragsvergabe mit der Planung und Umsetzung beginnen. Denn die Raummodule werden im Werk von deumoba vorgefertigt und als schlüsselfertige Raumeinheit mit bereits eingebauten Wänden, Decken, Fenstern, Türen sowie technischer Ausstattung angeliefert. Vor Ort lassen sich die einzelnen Module per Kranhub praktisch installieren und direkt anschließen. So ermöglichen der hohe Vorfertigungsgrad sowie der schnelle Aufbau der Module vor Ort eine Verkürzung der Bauzeit um mehr als 50 % im Vergleich zum konventionellen Bauen. Dabei bieten Raummodule zahlreiche Möglichkeiten für ihre Gestaltung und Ausstattung sowie höchste Flexibilität bei An-, Rück- und Umbau – ideal also für die Realisierung der neuen Flüchtlingsunterkunft.
Moderne Ausstattung – gemütliche Zimmer
"Die Anlage ist jetzt zu 90 % fertiggestellt und bei uns eingelagert, weil die bauseitigen Vorbereitungen, also die Fundamente und Erschließung, witterungsbedingt noch ausstehen. Die Anlieferung und Montage der Raummodule soll Anfang März erfolgen", beschreibt Roland-Armin Risse, Geschäftsführer von Deumoba, den aktuellen Projektstand. "Erfahrungsgemäß können wir die Module innerhalb weniger Tage vor Ort platzieren und installieren. So ist die schlüsselfertige Unterkunft schnell einsatzbereit, ganz ohne Großbaustelle vor Ort." Die finale Fertigstellung der Unterkunft ist Ende März 2024 geplant. Dann verfügt die Unterkunft insgesamt über sechs Wohnräume, eine große Doppelküche, zwei räumlich getrennte WCs sowie einen Duschbereich mit drei Duscheinheiten. In den Küchen ist eine Intervallsteuerung für die Herde installiert, sodass vergessenes Ausstellen nicht zur Brandgefahr wird. Um den Anforderungen an die Flexibilität der Unterkunft zu genügen, sind Verbindungstüren mit hohem Schallschutz zwischen den Wohneinheiten eingebaut. Ähnlich wie in Hotelzimmern können die Räume schnell und unkompliziert an die jeweilige Personenanzahl angepasst werden.
Modulbau: Nachhaltigkeit und Vielfalt kombiniert
Die Modulbauweise unterscheidet sich faktisch deutlich von der konventionellen Bauweise: etwa durch ihre kürzere Bauzeit, geringeren Kosten und elementare Flexibilität. Doch bei der Ausstattung bietet die Modulbauweise eine nahezu gleiche Vielfalt in puncto Materialien, Design und Energieeffizienz. "Die Raummodule der Flüchtlingsunterkunft verfügen genauso über eine fortgeschrittene Wärmedämmung und ein effizientes Belüftungssystem wie über eine moderne Putzfassade und gemütliche Innenräume", fasst Roland-Armin Risse zusammen. Es wird deutlich: Ob Flüchtlingsunterkunft oder auch andere Gebäude wie Büros, Schulen oder Arztpraxen – der Modulbau bietet der Baubranche eine kostengünstige Alternative, die ökonomische wie ökologische Faktoren vereint. Das macht Modulgebäude von Anbietern wie deumoba zu attraktiven Optionen im Städtebau – und schafft Zuversicht für schnelle effiziente Baulösungen in der Zukunft.
Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 03_2024.












