Beton
20. Betonkanu-Regatta in Brandenburg a. d. Havel
Die Deutsche Betonkanu-Regatta hat einmal mehr gezeigt, wie vielseitig und leistungsfähig der Baustoff Beton eingesetzt werden kann. Bei der 20. Auflage der traditionsreichen Veranstaltung am Beetzsee in Brandenburg an der Havel trafen technisches Know-how, konstruktive Kreativität und sportlicher Ehrgeiz aufeinander. Mit einer Rekordbeteiligung entwickelte sich der Wettbewerb erneut zu einer bedeutenden Plattform für den Ingenieur- und Architekturnachwuchs und verdeutlichte zugleich, welche Innovationskraft in modernen Betontechnologien steckt.
Rekordbeteiligung unterstreicht Bedeutung der Deutschen Betonkanu-Regatta
Mehr als 170 Mannschaften aus 50 Hochschulen und Bildungseinrichtungen sowie 13 Teams der Offenen Klasse gingen an den Start. Über 1.000 Studierende aus Deutschland und dem Ausland verfolgten gemeinsam mit zahlreichen Besucherinnen und Besuchern die Rennen am 19. und 20. Juni in Brandenburg an der Havel.
Die hohe Beteiligung verdeutlicht die wachsende Bedeutung der Deutschen Betonkanu-Regatta als praxisorientiertes Format, das wissenschaftliche Ausbildung mit realen Anforderungen aus Konstruktion, Materialentwicklung und Fertigung verbindet. Für die Bauwirtschaft bietet der Wettbewerb interessante Einblicke in innovative Ansätze beim Umgang mit ultraleichten Betonen, ressourcenschonenden Konstruktionen und neuen Fertigungstechnologien.
Internationale Teams überzeugen im sportlichen Wettbewerb
Auch sportlich präsentierte sich die Regatta auf hohem Niveau. Die Universität Twente dominierte die Wettbewerbe der Damen sowie der Mixed-Teams und sicherte sich damit zwei von drei Rennsiegen. Im Damenrennen belegten die Hochschule Bochum und die OTH Regensburg die weiteren Podiumsplätze.

Weltweit erster Supermarkt aus dem 3D-Betondrucker
Ein Supermarkt aus dem 3D-Betondrucker zeigt, wie digitale Bauverfahren, automatisierte Prozesse und CO₂-reduzierte Baustoffe den Gewerbebau verändern.
Bei den Herren setzte sich die Cracow University of Technology gegen die Konkurrenz durch. Die Fachhochschule Potsdam erreichte Rang zwei, gefolgt von der Bauhaus-Universität Weimar.
Die Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, dass erfolgreiche Betonkanus nicht allein durch innovative Konstruktionen entstehen. Entscheidend sind ebenso die optimale Abstimmung von Material, Gewicht, Stabilität und hydrodynamischen Eigenschaften.
Konstruktion und Materialentwicklung stehen im Mittelpunkt
Neben den Rennen bewerteten Fachjurys die eingereichten Boote nach technischen und gestalterischen Kriterien. Im Mittelpunkt standen Konstruktion, Gestaltung sowie nachhaltige Materialkonzepte.
Besonders erfolgreich präsentierte sich die TU Dresden. Ihr Betonkanu „Moby Dünn“ erhielt sowohl die Auszeichnung für die beste Konstruktion als auch den Preis für das leichteste Boot. Mit einem Gewicht von lediglich 9,9 Kilogramm demonstrierte das Team eindrucksvoll, welches Potenzial moderne Betonkonstruktionen hinsichtlich Materialeffizienz und Leichtbau besitzen.
Auch die Bauhaus-Universität Weimar überzeugte die Jury. Das Gestaltungskonzept orientierte sich am traditionsreichen Weimarer Zwiebelmarkt und setzte dieses Thema mit hoher Detailgenauigkeit um. Insgesamt wurden 149 Zwiebelringe in Handarbeit auf das Boot aufgebracht. Die konsequente Umsetzung des Gesamtkonzepts wurde mit dem Gestaltungspreis ausgezeichnet.
Nachhaltige Baustoffkonzepte gewinnen weiter an Bedeutung
Nachhaltigkeit spielte auch bei der 20. Deutschen Betonkanu-Regatta eine zentrale Rolle. Den Nachhaltigkeitspreis erhielt die HCU Hamburg für ein Materialkonzept, das alternative Baustoffkomponenten in den Mittelpunkt stellte. Das Team verwendete Eierschalen als Zuschlagstoff im Beton, setzte auf eine Armierung aus geflochtenem Stroh und fertigte Auftriebskörper sowie Boje aus Myzel. Der Wettbewerbsbeitrag verdeutlicht, wie intensiv sich der Ingenieurnachwuchs mit ressourcenschonenden Baustofflösungen und innovativen Materialkombinationen beschäftigt.
Kreative Konstruktionen in der Offenen Klasse
Traditionell bildet die Offene Klasse den kreativen Höhepunkt der Veranstaltung. Unter dem Motto „Ist aus Beton und schwimmt“ entstehen Konstruktionen, die technische Möglichkeiten mit gestalterischer Freiheit verbinden.
Den ersten Platz sicherte sich die Hochschule Campus Wien mit einer detailgetreuen Nachbildung des Wiener Riesenrads. Besonders überzeugte die Jury die Kombination unterschiedlicher Herstellungsverfahren, darunter der Einsatz von 3D-Druck mit Beton. Das Siegerprojekt verdeutlicht, welche gestalterischen und technologischen Möglichkeiten moderne Betonverarbeitung inzwischen eröffnet.
InformationsZentrum Beton stärkt den Ingenieurnachwuchs
Organisiert wird die Deutsche Betonkanu-Regatta vom InformationsZentrum Beton im Auftrag der deutschen Zement- und Betonindustrie. Seit der Premiere im Jahr 1986 hat sich die Veranstaltung als fester Bestandteil der Nachwuchsförderung im Bauwesen etabliert. Sie verbindet wissenschaftliche Ausbildung mit praktischer Anwendung und schafft eine Plattform, auf der neue Ideen im Umgang mit dem Baustoff Beton unter realen Bedingungen erprobt werden können.
Für Bauunternehmen, Planungsbüros und Ingenieure liefert die Regatta regelmäßig wertvolle Impulse für materialeffizientes Bauen, innovative Fertigungstechniken und nachhaltige Konstruktionsansätze. Damit besitzt sie weit über den sportlichen Wettbewerb hinaus eine hohe fachliche Relevanz für die gesamte Bau- und Betonbranche.
Weitere Informationen zu den Gewinnerteams sowie Impressionen der Veranstaltung stellt das InformationsZentrum Beton auf der offiziellen Internetseite der Deutschen Betonkanu-Regatta bereit.










