Metalldach

Jessica Stütz | Jessica Stütz,

Bühne frei für den Zauberhut

Hellgrau, Dunkelgrau, Stahlblau: Diese Farbtöne verwandeln das Dach des aus der Feder des Architekten Carlos Martinez stammenden Eventge­bäudes auf dem Gelände des Kinderzoos in Rapperswil bei Zürich/Schweiz in ei­nen bunten Schuppenteppich. Das Muster erinnert an die grauscheckige Haut von Elefanten, die den Kindern im Knies Kinderzoo begegnen, oder auch an das Farbspektrum der Trockensavanne. Der Architekt hatte sich beim Entwurf des Eventgebäudes von einem Zauberhut inspirieren lassen. Be­sucher erinnert das Dach bisweilen auch an ein Zirkuszelt. „Obwohl es eigentlich eher eine hochgezogene Fassade ist als eine Dachkonstruktion“, merkt Raphael Zwick an, der stellvertretende Geschäfts­ führer der Beat Brönnimann GmbH. Die Klempnerei setzte die Konstruktion in en­ger Zusammenarbeit mit dem Holzbau­unternehmen Blumer­-Lehmann sowie den Tragwerksplanern von Pirmin Jung und dem Generalplaner Ghisleni um.

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Überzeugend: der Baustoff Holz

Dass das Gebäude aus Holz errichtet werden soll, hatte der Architekt bereits bei der Projektvorstellung vorgeschlagen. Mit einer Membrankonstruktion hätte sich die gewünschte Gebäudeform zwar ebenfalls ausbilden lassen, doch der für den Ein­satz als Eventgebäude notwendige Schall­ schutz wäre nicht aus­reichend gewesen. Eine Betonkonstruktion war dem Architekten hinge­gen zu schwergewichtig.

Die Holzkonstruktion jedoch bot außer ihrem geringen Gewicht auch noch den Vorteil der Vorfertigung. Die einzelnen Elemente wurden im Werk bereits weitgehend fertiggestellt – inklusive der Dachhaut. So ließ sich nicht nur eine hohe Qualität erzielen, auch das zeitlich begrenzte Budget der Baustelle konnte mit der gewählten Bauweise eingehalten wer­den. Nicht zuletzt reduzierte die dank der Vorfertigung verkürzte Bauzeit die Lärm­belästigung der tierischen Bewohner des Kinderzoos sowie auch der menschlichen Anwohner des Zirkusgeländes während der Bauarbeiten auf ein Minimum.

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An einem sogenannten „Mock­up“ hat­ten die Planer und die Bauunternehmen im Vorfeld der Produktion die wichtigen De­tails optimiert und die Fertigung entspre­chend ausgerichtet. Die Detailplanung für alle Bauteile modellierte das Holzbauunter­ nehmen zudem in 3D und eliminierte da­ bei mögliche Fehler im Produktions­ und Montageprozess.

Faltwerk als Unterkonstruktion

Das freitragende Dach basiert auf einem komplexen Schalentragwerk mit 26 m Höhe und setzt sich aus insgesamt 24 zweifach gekrümmten Einzelelementen zusammen, die von Holzdruckringen und einen Betonring zusammengehalten werden. Jeweils zwölf Elemente des Faltwerks sind gespiegelt und bilden zusammen mit dem jeweiligen Ori­ginal ein Paar. Jedes Paar wiederum liegt an einem der zwölf Kehltiefpunkte der Kon­struktion im Betonring auf. Der sogenannte Hut ergänzt die Konstruktion und schließt sie oben ab. Rippen und Querrippen des Faltwerks bestehen aus Brettschichtholz in Kombi­nation mit einer Zwischensparrendäm­mung. Im Werk wurde dieses Gerüst mit einer 24 mm dicken Diagonalschalung aus Fichtenholz beplankt. Um diese an die ge­krümmte Unterkonstruktion anzugleichen, wurde sie per Hand gebogen und mit Nä­geln befestigt.

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