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Artikel und Hintergründe zum Thema

Aluminiumdach

Jessica Stütz,

Strandclub in den Dünen

Der OAXACA Beachclub in Domburg an der niederländischen Küste hat ein sandfarbenes, geschwungenes Dach aus Stehfalzprofilen, dessen Form an die umgebenden Dünen erinnert.

An der niederländischen Küste in Domburg gelegen, nimmt das Dach des Strandclubs die Formen der umgebenden Dünen- und Sandlandschaft auf

© Kalzip

Kilometerlange Sandstrände, gemütliche kleine Küstenstädte und ein ausgeprägtes Freizeitangebot machen die Region Zeeland in den Niederlanden zu einem beliebten Urlaubs- und Reiseziel. So ist es nicht verwunderlich, dass Küstenorte wie Domburg besonders vom Tourismus profitieren und in den vergangenen Jahren einen regelrechten Boom erfahren haben. Zur Beliebtheit tragen sicherlich auch die sogenannten „Strandpaviljoens“ bei, die Badegäste üblicherweise mit Eis und Snacks für den kleinen Hunger versorgen. An der Stelle, an der sich viele Jahre zuvor das Stenen Toko etabliert hatte, hat im Frühjahr 2022 in modernem Design und mit etwas anspruchsvollerem Speiseangebot der OAXACA Beachclub seine Türen geöffnet. Die Architektur des Neubaus passt sich der Umgebung an – farblich wie auch in der Form.

Dach oder Düne?

Der alte Pavillon entsprach nicht den Vorstellungen der neuen Eigentümer. Das Konzept vom Amsterdamer Architekturbüro Emma Architecten sah eine optische Integration in die Umgebung vor. So musste ein neues Fundament gesetzt und die Düne hinter dem Gebäude aufgeschüttet werden, um parallel zur Küstenlinie, zum Deich und dem darauf angelegten Panorama-Fußweg zu liegen.

Vor allem das Dach macht durch die sanfte Wölbung in der Mitte sowie der fein schimmernden hellen Farbgebung den Anschein, als wolle es die umgebende Dünenlandschaft mit ihren leichten Sandhügeln nachahmen. Ebenfalls in die Inspiration für den Entwurf eingeflossen ist das Kuppeldach des nahe gelegenen Wasserturms – einem Denkmal der Stadt. 

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Um die Wölbung in der Dachfläche perfekt ausführen zu können, wurden werkseitig geformte Rohrpfetten angefertigt und installiert

© Kalzip

Doppelt geneigte Konstruktion

Der Einsatz von natürlichen Materialien zieht sich durch das gesamte Gebäude, unter anderem durch das Tragwerk: Die vorgefertigten Holzrahmenbauteile sind im Innenraum zu einem großen Teil als Stilelement sichtbar. Auch die Dachunterkonstruktion besteht aus Holz und führt im Innenraum die außen sichtbare Welle fort. Um die äußere Dachhaut in dieser Form konstruieren zu können, bedurfte es einer genauen Planung, erklärt Jan Brinkman, Market Development Manager bei Aluvo Felspartners: „Durch ein digitales 3D-Modell konnten wir die genaue Höhe für jeden Punkt berechnen und so gemeinsam mit Kalzip die Dachkonstruktion planen.“ Für die Wölbung wurde eine Konstruktion eingesetzt, die durch werkseitig geformte Aluminiumrohre die Dachwelle formt. Die anschließend installierten E-Klipps ermöglichen eine einfache Montage der Aluminium-Profiltafeln nach dem Baukastenprinzip. Zudem lassen Wärmedämmung, die das Dach zeitgemäß vor Wärmeverlusten im Winter und großer Hitze im Sommer schützt.

Die Profiltafeln wurden im Koblenzer Werk des Herstellers Kalzip vorgefertigt. Um den geschwungenen Übergang des angedeuteten Sandhügels zu realisieren, reichte es nicht aus, die XT-Freiformprofiltafeln zu rollformen. Ein Großteil der Stehfalzbleche musste je nach Einsatzstelle entsprechend gebogen und in sich gedreht werden, um die sanfte Neigung zu ermöglichen. Mithilfe der 3D-Planung konnten die nummerierten Stehfalzprofile am Einsatzort in korrekter Anordnung verlegt werden, wenn auch nicht ganz ohne Hindernisse, wie Jan Brinkman berichtet: „Die Arbeiten am Dach haben zweimal wegen stürmischer Wetterbedingungen pausieren müssen. Durch die Lage des Strandes in nordwestlicher Ausrichtung zur Nordsee haben wir aber damit gerechnet.“

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