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Artikel und Hintergründe zum Thema

Bürogebäude

Jessica Stütz,

Ausstellungseröffnung im Holz‑Lehmbau Campus Berlin

Mit der Ausstellung „FORMEN, FORSCHEN, TRANSFORMIEREN. Holz‑Lehm‑Hybrid – Reallabor für regeneratives Bauen“ hat der Holz‑Lehmbau Campus Berlin (HLCB) der B&O Bau und Gebäudetechnik seine Türen erstmals für die Öffentlichkeit geöffnet.

Verwendet werden überwiegend regionale, nachwachsende und kreislauffähige Materialien wie der märkischen Kiefer, Lehm – in Teilen mit Bauelementen aus eigener Entwicklung, Stroh, Zellulose und Holzfaserdämmung © B&O Bau

Auf der Baustelle des neuen Campusgebäudes wurden die Ergebnisse des Forschungs‑ und Bauprojekts präsentiert. Die Ausstellung bot Besuchern einen unmittelbaren Einblick in Architektur, Baustelle und Forschung und machte erlebbar, wie emissionsarmes, kreislauffähiges Bauen mit Holz, Lehm, Stroh, Paludi und weiteren nachwachsenden Rohstoffen bereits heute umgesetzt werden kann.

„Der Holz‑Lehmbau Campus ist für uns mehr als ein neues Bürogebäude. Er ist ein konkreter Beweis dafür, dass regeneratives, zirkuläres Bauen heute machbar ist – wirtschaftlich, architektonisch anspruchsvoll und skalierbar“, sagt Dr. Friederike Münn, Geschäftsführende Gesellschafterin der B&O Bau und Gebäudetechnik GmbH & Co. KG.

Ein Reallabor für regeneratives und zirkuläres Bauen

Der Holz-Lehmbau Campus Berlin (HLCB) wurde 2022 aus der Baupraxis heraus initiiert: B&O Bau und Gebäudetechnik und Sauerbruch Hutton ergriffen gemeinsam die Initiative, nachhaltige und kreislaufgerechte Bauweisen unter realen Bedingungen zu entwickeln und umzusetzen. Der Campus bildet heute den konkreten Rahmen der Forschung.

Auf rund 1700 Quadratmetern entstehen neue Büroflächen. Ergänzt wird der HLCB durch einen flexibel nutzbaren Veranstaltungsraum, der Alt‑ und Neubau verbindet und sich als offenes „Schaufenster“ zur Straße orientiert.

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Aus dieser Grundidee entstand in einem zweiten Schritt ein umfassendes Reallabor, das systematisch mit wissenschaftlicher Forschung verknüpft wurde. Gefördert durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt ist das Forschungsprojekt als Kooperation von Architektur, Bauausführung, Industrie und Wissenschaft organisiert. B&O Bau und Gebäudetechnik übernimmt als Bauherr, aktiver Forschungspartner und Ausführende eine zentrale Gestaltungs- und Verantwortungsrolle, Bauhaus Erde übernimmt die wissenschaftliche Leitung und Sauerbruch Hutton verantwortet den Entwurf und bringt als planende Architekten und aktiver Forschungspartner seine Expertise ein.

Der Landesbeirat Holz Berlin-Brandenburg und der Industrieverband Lehmbaustoffe begleiten das Projekt wissenschaftlich und unterstützen die Verbreitung der Ergebnisse in Fachpraxis und Öffentlichkeit. Erst durch die besondere Partnerschaft wurde unser Reallabor umsetzbar. In dieser Konstellation werden wissenschaftliche Fragestellungen, planerische Entwicklung, industrielle Fertigung und bauliche Umsetzung im direkten Austausch bearbeitet.

Architektur, Material und Less‑Tech‑Prinzip

Verwendet werden überwiegend regionale, nachwachsende und kreislauffähige Materialien wie der märkischen Kiefer, Lehm – in Teilen mit Bauelementen aus eigener Entwicklung, Stroh, Zellulose, Holzfaserdämmung und Bauteile aus Paludi. Alle Bauteile sind demontierbar und wiederverwendbar.

Ein zentrales Ergebnis des Forschungsprojekts ist die Holz‑Lehm‑Hybriddecke, die von B&O Bau gemeinsam mit Bauhaus Erde entwickelt wurde und mit dem Industriepartner der Lücking GmbH & Co. KG zur Produktionsreife gebracht wurde, ist als Baugruppe bereits zum Patent angemeldet. Die Lehmeinhangsteine werden mittlerweile von Conluto vertrieben. Die Baugruppe aus Holz und Lehm verbindet die Tragfähigkeit des Holzes mit den bauphysikalischen Vorteilen des Lehms – insbesondere hinsichtlich Feuchteregulierung, thermischer Speichermasse und Raumakustik.

Die Gebäudetechnik folgt einem Less‑Tech‑Ansatz: partielle Fensterheizsysteme, passive Kühlung durch Nachtlüftung, Wärmepumpen mit Fußbodenheizung, Photovoltaik, Regenwassernutzung und gezieltes Monitoring ermöglichen einen nahezu klimaneutralen Betrieb.

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