Forschungsprojekt „LaubÖkoLet“

Jessica Stütz,

Systemkonzepte für zirkuläres Bauen mit Laubholz

Wie lassen sich im urbanen Raum tragfähige Gebäude ressourcenschonend, wirtschaftlich und rückbaubar realisieren – mit Laubholz als tragendem Baustoff?

Forschungsprojekt „LaubÖkoLet“ - Modell 2 © Fast + Epp

Mit dieser Leitfrage haben Fast + Epp, gemeinsam mit blrm Architekt*innen und weiteren Partnern, das Forschungsprojekt LaubÖkoLet initiiert und im Rahmen der Holzbau-Offensive des Landes Baden-Württemberg umgesetzt. Der nun veröffentlichte Leitfaden stellt zwei Holzskelettkonzepte vor, die den urbanen Bau mit Laubholz ökologisch, wirtschaftlich und zirkulär neu denken.

• Laubholz statt Nadelholz: technisch geprüft, ökologisch sinnvoll, wirtschaftlich attraktiv
• Umbau statt Abriss: flexible Tragwerke in Holzskelettbauweise ermöglichen flexible Umnutzung
• Zirkulär und klimabewusst: Bis zu 65 % CO₂-Einsparung, sortenreines Recycling

Der Leitfaden entstand im Rahmen des Forschungsprogramms „Upscale Holz“ des Landes Baden-Württemberg und liefert zwei detailliert ausgearbeitete Gebäudekonzepte bis zur Gebäudeklasse 5 – jeweils inklusive Tragwerksprinzipien, Brandschutz, Schallschutz, TGA-Integration sowie Ökobilanzierung und Kostenvergleich.

„Mit LaubÖkoLet zeigen wir, wie sich Holzbau im urbanen Raum neu denken lässt: nicht als Sonderlösung, sondern als Systembauweise mit industrieller Präzision und architektonischem Gestaltungsspielraum,“ erklärt Dr. Jochen Stahl, Geschäftsführer der Fast + Epp GmbH.

Anzeige

Zwei Konzepte für den urbanen Holzbau

Konzept 1 ist auf materialeffiziente Wohn- und Büronutzungen ausgerichtet. Die Tragstruktur basiert auf einem parametrisch entwickelten Stützenraster mit optimaler Querschnittsnutzung. Eingesetzt werden hauptsächlich Buchen-Stabschichtholz und Nadelholzdecken. Besonderheit: konsequent verzichtet wird auf Stahlanschlüsse, stattdessen kommen verzapfte, zimmermannsmäßige Verbindungen und innovative Stecksysteme wie der „Knochen“-Verbinder zum Einsatz.

Konzept 2 fokussiert auf die Mischnutzung urbaner Flächen inklusive Parken. Das große Raster (bis 7,50 m) ermöglicht, Stellplatzflächen direkt zu überbauen – ohne aufwendige Abfangstrukturen. Möglich macht das ein von Fast + Epp entwickelter „Waagebalken“ aus BauBuche, der breite, deckengleiche Unterzüge aufnimmt und so niedrige Gesamthöhen erlaubt. Das Resultat: ein hochgradig flexibles, aufstockbares und vollständig in Holz ausgeführtes Gebäudesystem.

Zirkuläres Bauen als strategischer Hebel für die Bauwende

Forschungsprojekt „LaubÖkoLet“ - Modell 1 © Fasr + Epp

Die Lebenszyklusanalysen zeigen: Im Vergleich zum Stahlbetonbau sinkt das Treibhauspotenzial der Tragstruktur um bis zu 65 %, gleichzeitig wird mehr CO₂ gebunden. Gleichzeitig wird durch Holz-Holz-Verbindungen und modular konzipierte Anschlüsse eine Wiederverwendung von Bauteilen möglich – ein entscheidender Schritt hin zum zirkulären Bauen.

Download und weitere Informationen

Der vollständige Leitfaden steht ab sofort kostenfrei unter https://www.fastepp.com/de/unternehmen/forschung zur Verfügung 

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Jubiläum

Rubner feiert 100-jähriges Jubiläum

Die Rubner Gruppe feiert im Jahr 2026 ihr 100-jähriges Bestehen. Was 1926 mit einem kleinen Sägewerk in Südtirol in Kiens begann, hat sich über ein Jahrhundert hinweg zu einer erfolgreichen, international tätigen Unternehmensgruppe im Holzbau...

mehr...

Umnutzung

Vom Sakralraum zur Boulderhalle

Alte Kirche, neue Nutzung: Ein Teil der denkmalgeschützten Pfarrkirche Petrus Canisius aus den 1960er-Jahren soll künftig als Boulderhalle genutzt werden – ergänzt durch einen Gastronomiebereich in einem südlichen Zubau.

mehr...
Jetzt Newsletter abonnieren