Zweigeschossiger Holzhybridbau
Brüninghoff realisiert Lehrfabrik der Möbelindustrie
Mit der Lehrfabrik Möbelindustrie entstand nun ein Lehrzentrum als Teil des neuen Bildungscampus Löhne, welches dem Fachkräftemangel entgegenwirken soll. Für den Bau haben der Kreis Herford, zahlreiche Unternehmen und Verbände wie der Verband der Deutschen Möbelindustrie eine Genossenschaft gegründet, welche sich als überbetriebliche Initiative für das Bildungszentrum engagiert. Um eine optimale Bildungsinfrastruktur vor Ort zu schaffen, realisierte Brüninghoff nun in Generalunternehmerleistung den schlüsselfertigen Neubau. Planerisch zeigte sich Plansite verantwortlich.
Zweigeschossige Lehrfabrik
Auf dem rund 8100 Quadratmeter großen Außengelände entstand eine zweigeschossige Lehrfabrik mit einer Gesamtfläche von 3700 Quadratmetern. Im Erdgeschoss mit 2175 Quadratmetern befinden sich die Lehrwerkstatt sowie Technikräume. Auf das Obergeschoss mit Lehrräumen, Verwaltung und Pausenräumen entfallen 1525 Quadratmeter. Im Erdgeschoss beträgt die lichte Raumhöhe vier Meter bis zum Riegel. Im Obergeschoss ist eine Raumhöhe von 2,75 Metern gegeben. Die lichte Raumhöhe von vier Metern musste nicht nur für den Einbau der Produktionsanlagen beachtet werden. Auch im Hinblick auf die Auflagesituation der Balken galt es hier Rücksicht zu nehmen. Denn um die zulässige Gesamthöhe des Gebäudes einzuhalten, wurden die Auflagerkonsolen zum Teil in die Balken geschoben. Da hier der Querschnitt der Balken eingeschränkt wird, galt es, dies insbesondere bei der Statik zu berücksichtigen. Auch die technische Gebäudeausrüstung wurde hier eingebunden. Im BIM-Modell wurden die Höhenanforderungen und Leitungswege entsprechend vorgeplant.
Hoher Vorfertigungsgrad
Für die hybride Skelettkonstruktion des Tragwerks kommen Betonfertigteilstützen mit einem Achsmaß von sechs Metern und einem Querschnitt von 50 mal 50 Zentimetern zum Einsatz. Die Treppenhäuser bestehen ebenfalls aus vorgefertigten Betonelementen. Bei der Unterkonstruktion der Iso-Wände hat man sich für Konstruktionsvollholz entschieden. Für die Dachkonstruktion werden Holzbalken, Sparren und Brettschichtholzbinder genutzt. Von Letzteren kommen acht Binder mit Spannweiten von 24 Metern und 1,35 Metern Höhe im First zum Einsatz. Die Deckenelemente bestehen aus Spannbetonhohldielen mit 400 Millimetern Stärke. Vier Dachlichtbänder sowie ein großes Fensterlichtband – umlaufend im Erd- und Obergeschoss – sorgen für viel Lichteinfall.
Bei der Fassade setzt Brüninghoff auf eine in Teilbereichen vorgehangene Holzfassade. Die positiven Dämmeigenschaften der Fassade und die gute Qualität von Dachdämmung und Gebäudehülle sollen die Energieeffizienz des Objekts sichern und diese in Verbindung mit der Strom-Eigennutzung durch Photovoltaik-Anlage und Speichersystem steigern. Die Ökobilanz der Baumaterialien wurde in der Planung berücksichtigt.
Umfassendes Energiekonzept
Auch im Hinblick auf die Nutzungsphase des Gebäudes lag der Fokus bei der Planung auf einer Reduzierung des Energieverbrauchs. Für ein nachhaltiges Gesamtdesign setzt Plansite bei dem Neubau auf Regenwassernutzung, Photovoltaik und Wärmepumpe sowie Wärmerückgewinnung.










