Wohnhochhaus
Carl: Ein Name schreibt Zukunft
Insgesamt 14 Stockwerke hoch wird das Wohnhochhaus Carl. Das Gebäude wird in Holzhybridbauweise errichtet. Wo möglich, darf das Holz sichtbar bleiben. Wo erforderlich, gehen kreative Ideen auf schalltechnische und statische Herausforderungen ein.
Carl, vier Buchstaben, eine Vision: Das Wohnhochhaus an der Carl-Hölzle-Straße in Pforzheim ist benannt nach einem der Gründer der Baugenossenschaft Arlinger eG, Carl Hölzle. Und die Bauherrin will damit ein Zeichen für die Zukunft des Bauens setzen. Carl ist Teil eines dreiteiligen Ensembles, in dem 73 Wohnungen mit über 5300 m2 Wohnfläche entstehen.
Alle Wohnungen bleiben im Bestand der Bauherrin und werden vermietet. Das direkt an den Wohnturm angrenzende sechsgeschossige Gebäude nimmt darüber hinaus eine Kindertagesstätte mit rund 100 Plätzen auf und verfügt über eine große
Gartenanlage.
Mit kreativen Details und Lowtech zum Projekt
Carl wird als KfW-55-Bauwerk ausgeführt und über Fernwärme mit Heizenergie versorgt. Aus Gründen der Nachhaltigkeit stammt auch das Material, wo möglich, aus der Region: Das für den Neubau notwendige Holz wurde im Pforzheimer Forst geschlagen. Die Hermann Keller GmbH, ein Sägewerk aus Achern, lieferte die Rohware an die Züblin Timber GmbH, die sie im Anschluss zu Brettsperrholz verarbeitete. Das Gebäude setzt zudem auf Lowtech, zum Beispiel in Form mechanischer Be- und Entlüftung.
„Um auf eine Lüftungsanlage verzichten zu können, haben wir gemeinsam mit dem Akustikplaner einen innovativen Weg der Frischluftzufuhr entwickelt“, informiert Schmidt. Auch die für den Hochhausbau unerlässliche Sperre gegen den geschossweisen Brandüberschlag – horizontale Brüstungen – ist ungewöhnlich. Sie machte es möglich, eine frei bewitterte Holzfassade auszuführen. Aufgrund des Pilotstatus von Carl waren und sind für solche Details zahlreiche Entwicklungsschritte und Testläufe notwendig.
Von Zepelin sieht das Hochhaus daher nicht als „nachzubauendes kostengünstiges Exempel für den Einsatz vom Holz im Bauwesen der Zukunft. Die wirklichen Gewinne der Holzbauweise werden wohl eher im seriellen oder modularen Bereich liegen. Das liegt schon daran, dass Hochhäuser per se nicht preiswert sind“, fährt er fort. „Mit Carl wollen wir inspirieren, aufmerksam machen und andere für den Holzbau interessieren. Und wir werden auch bei weiteren Projekten in anderen Bauklassen gezielt mit Holz weitermachen.“









