Bürogebäude in Holz-Hybridbauweise
Große Schritte in Richtung Zukunft
Bevor nachhaltig gebaut wird, muss nachhaltig geplant werden. Ein Projekt in zukunftsweisender Bauweise ist das „Netzwerk für Startups“ STEPS in zentraler Innenstadtlage in Gronau.
Das STEPS ist ein schlüsselfertig errichtetes Bürogebäude mit rund 1100 Quadratmetern Dienstleistungsflächen
© Hoff und Partner GmbHAllein die schiere Größe ist beeindruckend: 1100 Quadratmeter Fläche wurden für das klima- und ressourcenschonende Gebäude mit Charakterräumlichkeiten für verschiedene Events geplant. Der Name des Objekts – STEPS – ist Programm: Es geht in Design und Konzept um große Schritte in Richtung nachhaltige Zukunft.
Mit einer öffentlichen Ausschreibung der Stadt Gronau hatte 2021 alles angefangen. Zwei unbebaute Flächen standen zum Verkauf und sollten zur Aufwertung des Bahnhofsquartiers genutzt werden. Das Unternehmen Hoff und Partner, selbst mit Sitz in der Gronauer Bahnhofstraße, erhielt mit seinem Nutzungskonzept und dem Architekturentwurf in Verbindung mit dem Angebotspreis den Zuschlag. Überzeugt hatte der Wettbewerbsbeitrag als Gesamtkonzept mit seinem umfassenden Fokus auf den Aspekt der Nachhaltigkeit.
Bürogebäude als Öko-System
Das dreigeschossige Gebäude orientiert sich mit seinem unregelmäßigen Grundriss am Zuschnitt des Baugrundstücks und ist mit seiner konvexen Glasfront und dem schräg gestellten Flügel ein echter Hingucker. Der Materialmix aus einer sandfarbenen Vorhangfassade und warmen Holzlamellen verstärkt noch zusammen mit den großzügigen bodentiefen Fensterelementen den Eindruck einer hochwertigen Architektur aus ambitioniertem Gestaltungswillen.
Zentraler Bestandteil ist die Konstruktion in nachhaltiger Holz-Hybridbauweise und der Einsatz von regionalen, ökologischen sowie nachwachsenden Baustoffen, die in den Rohstoffkreislauf zurückgeführt werden können. Das heißt: Es wurde nach dem „Cradle-to-cradle-Prinzip“ geplant und gebaut, also mit recycelten und recycelbaren Materialien. Und es wurden – wo immer möglich – mechanische Steckverbindungen statt chemischer Klebverbindungen genutzt, was bei einem Rückbau die Recyclingquote deutlich steigert.
Holzbau im Verbund
Ausgeführt wurde ein großer Teil der Arbeiten von der Terhalle Holzbau GmbH unter der Projektleitung von Zimmerermeister Markus Wensker. Das betraf zunächst den konstruktiven Bereich, also die tragenden und nichttragenden Wände in Holzrahmenbauweise, die Fassadenverkleidung mit Equitone-Tafeln sowie die Montage der gelieferten Holzbetonverbund-Decken (HBV-Decken).
Die Fensterelemente sowohl im Holzrahmenbau als auch im Massivwandbereich wurden von der Abteilung Fensterbau der Firma Terhalle eingesetzt. Der Innenausbau - mit der begehbaren Holzplastik, der Kombination aus Treppenanlage und Tribüne, als Meisterstück - war Aufgabe der Terhalle-Schreiner.
Der Verbrauch von Zement wurde auf das absolut Notwendige minimiert, da bei der Zementproduktion unvermeidlich CO2 emittiert wird. Umso mehr kamen Holz und Holzwerkstoffe zum Einsatz, die CO2 binden und dauerhaft speichern, sodass die CO2-Bilanz mehr als ausgeglichen ist. Über 70 Prozent des Gebäudes bestehen aus diesem nachwachsenden Baustoff, nämlich aus schnell wachsenden Nadelhölzern wie Lärche, Fichte oder Tanne. Außenwände und Tragkonstruktion sind als Holzrahmenbauwände ausgeführt. Ebenso sind die tragenden massiven Stützen unterhalb der Ortbetonunterzüge aus Holz, die Fensterrahmen sowie die Innengestaltung mit der „STEPS-Tribüne“.
Auszug aus mikado 06.2024










