Sport- und Bildungscampus in Bürstadt
Massivholzbauweise mit Lehmbau
Der neue Sport- und Bildungscampus in Bürstadt kombiniert die Massivholzbauweise mit Lehmbau. Mit dieser Kombination gelingt ein nachhaltiges Gebäude, das langfristig eine vollständig klimaneutrale Bilanz in der Herstellung und im laufenden Betrieb sicherstellt.
Der Sport- und Bildungscampus Bürstadt versteht sich als Begegnungsstätte für alle Generationen. Als Spiel-, Bewegungs- und Aufenthaltsort, an dem Wissen und Bewegung zusammenkommen, will er Potenziale wecken und fördern
© Rahel WelsenDer Sport- und Bildungscampus Bürstadt versteht sich als Begegnungsstätte für alle Generationen. Als Spiel-, Bewegungs- und Aufenthaltsort, an dem Wissen und Bewegung zusammenkommen, will er Potenziale wecken und fördern. Zwei Kunstrasenplätze, eine Laufbahn, eine Kletterwand, ein Ninja-Parcours, eine Indoor-Spielhalle, ein Spielplatz, ein Outdoor-Fitnesspark und ein Bewegungskindergarten unterstützen dieses Ziel. Zentraler Anlaufpunkt ist ein eingeschossiges, lang gestrecktes Sport- und Bildungsgebäude, das komplett in Holzbauweise errichtet wurde. Hier ist alles auf interaktives Lernen und die persönliche Entwicklung ausgerichtet.
Der Aussichtsturm auf dem Dach dient darüber hinaus als Landmarke und Orientierungspunkt für das gesamte Gelände. „Mit der Öffnung des bisher
nur als Fußballfeld genutzten Platzes möchte die Gemeinde auch andere Sportarten in die Breite bringen“, erklärt Architekt Gero Quasten, dessen Büro prosa Architektur + Stadtplanung BDA mit der Planung des Projekts beauftragt war.
Umsetzung mit Brettsperrholz, Holzschindeln und einer Stampflehmwand
Um zementgebundene Baustoffe und damit den CO2-Ausstoß zu reduzieren, wurde lediglich die Bodenplatte aus Recyclingbeton gegossen. Alle tragenden und aussteifenden Bauteile bestehen aus KLH-CLT-Brettsperrholz. Die Außenwände sind mit einer hinterlüfteten, unbehandelten Holzschindelfassade mit Einblasdämmung aus recyceltem Altpapier versehen. Damit besteht die gesamte Gebäudehülle aus regenerativen Werkstoffen. Die langlebigen und wartungsarmen Schindeln ermöglichen durch ihre Kleinteiligkeit zudem einen wartungsarmen Lebenszyklus. Bei Bedarf können einzelne Schindeln einfach ausgetauscht werden, ohne die gesamte Fassade erneuern zu müssen. Auch für eine günstige Klimatisierung ist gesorgt. So ermöglicht es die konstruktive Struktur des Gebäudes, im Sommer auf aktive Kühltechnik gänzlich zu verzichten.
Ergänzt wird das Konzept durch eine 25 cm dicke Stampflehmwand ohne Dämm- und Witterungsschutzanforderungen, die den zentralen Flur von den Nutzungsbereichen trennt. Sie ist lediglich mit Wachs beschichtet und damit zu 100 Prozent recycelbar. Die Wand dient als thermischer Klimapuffer, der die leichte Holzkonstruktion ausgleicht und Temperaturspitzen dämpft. Temporäre Überhitzungen und Auskühlungen durch suboptimales Nutzerverhalten können so ohne den Einsatz von Technik vermieden werden.
Auszug aus mikado 07.2024.










