Heizen
Bomat-Wärmetauscher steigern Effizienz im Blockheizkraftwerk der Kläranlage Tübingen
Die Anforderungen an moderne Energie- und Wärmekonzepte steigen kontinuierlich. Kommunale Betreiber und Energieversorger stehen zunehmend vor der Aufgabe, bestehende Infrastrukturen wirtschaftlich und gleichzeitig nachhaltig weiterzuentwickeln. Ein aktuelles Beispiel dafür liefert die Kläranlage Tübingen, in der ein bestehendes Energiekonzept gezielt erweitert wurde. Durch die Integration eines zusätzlichen Blockheizkraftwerks sowie einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe konnte die Effizienz der Klärgasverstromung deutlich gesteigert werden.
Eine zentrale Rolle übernehmen dabei die Bomat-Wärmetauscher, entwickelt von der zur Raab-Gruppe gehörenden Spezialfirma Bomat. Die Komponenten bilden das technische Bindeglied zwischen Wärmerückgewinnung und intelligenter Wärmeverteilung. Mit dem Ausbau der Anlage wird inzwischen nicht nur das Tübinger Quartier Alte Weberei, sondern auch das angrenzende Queck-Areal zuverlässig mit Wärme versorgt.
Ausbau des Blockheizkraftwerks in der Kläranlage Tübingen
Das Wärmekonzept der Kläranlage Tübingen basiert bereits seit Jahren auf der Nutzung von Klärgas zur Energieerzeugung. Seit der Fertigstellung des Quartiers Alte Weberei im Jahr 2015 erfolgt die Wärmeversorgung des Stadtteils direkt aus der benachbarten Anlage. Um die Versorgungskapazität zu erhöhen und zusätzliche Wohn- und Gewerbeflächen anzubinden, wurde das System Ende 2025 erweitert.

Effiziente Systemlösungen von Sanha für Wärme, Kälte und Brandschutz
Das Altenheim Příbor setzt auf moderne Gebäudetechnik von Sanha für effiziente Wärme-, Kälte- und Brandschutzlösungen.
Zum Einsatz kommt ein Jenbacher-Motor des Typs JMS 312F mit einer elektrischen Leistung von 470 kW und einer thermischen Leistung von 550 kW. Ergänzt wird das Blockheizkraftwerk durch zwei parallel geschaltete Brennwert-Abgas-Wärmetauscher von Bomat. Durch diese Konfiguration kann die im Abgas enthaltene Energie deutlich effizienter genutzt werden als bei konventionellen Anlagenkonzepten.
Ungewöhnliche Hydrauliklösung erhöht die Energieausbeute
Besonders bemerkenswert ist der hydraulische Aufbau der Anlage. Während Brennwert-Abgas-Wärmetauscher üblicherweise in einen einzelnen Heizkreis eingebunden werden, entschied man sich in der Kläranlage Tübingen für eine differenzierte Nutzung der gewonnenen Wärmeenergie.
Die oberen Einschübe der beiden Wärmetauscher übernehmen die klassische Rücklauftemperaturanhebung. Der untere Bereich der Systeme speist dagegen gezielt den Quellenkreis der neu installierten Wasser-Wasser-Wärmepumpe. Dadurch wird die Wärmepumpe nicht mehr ausschließlich mit Grundwasser im Temperaturbereich von 10 bis 12 Grad Celsius betrieben, sondern mit rund 25 Grad warmem Wasser versorgt.
Diese vergleichsweise hohe Quellentemperatur verbessert die Effizienz der Wärmepumpe erheblich. Bei Vorlauftemperaturen von 55 bis 65 Grad Celsius auf der Senkenseite erreicht das System einen COP von 4. Für Betreiber kommunaler Energieanlagen zeigt dieses Projekt beispielhaft, wie durch intelligente Systemintegration zusätzliche Effizienzpotenziale erschlossen werden können.
Bomat-Wärmetauscher für anspruchsvolle Einsatzbedingungen
Die technischen Anforderungen an Wärmetauscher in Klärgas-Anwendungen sind hoch. Besonders die im Abgas enthaltenen aggressiven Bestandteile stellen viele Materialien langfristig vor Herausforderungen. Deshalb fiel die Wahl in Tübingen auf den modular aufgebauten Profitherm-Wärmetauscher von Bomat.
Jedes Modul verfügt über drei Einschübe mit jeweils 64 Kunststoffrohren aus Spezialkunststoff mit Grafitanteil. Diese Materialkombination verbindet eine hohe Wärmeleitfähigkeit mit einer hohen chemischen Beständigkeit. Gerade in Anwendungen mit schwefliger Säure im Abgas ist die Materialresistenz ein entscheidender Faktor für die Betriebssicherheit und Lebensdauer der Komponenten.
Zusätzlich nutzt die eingesetzte Brennwerttechnik die im Abgas enthaltene Kondensationswärme. Dadurch lässt sich ein besonders hoher Anteil der vorhandenen Energie zurückgewinnen. In der Gesamtbetrachtung erhöht sich die thermische Leistung der Anlage durch die Bomat-Wärmetauscher um rund 100 kW.
Nachhaltige Wärmeversorgung mit zusätzlichem Einsparpotenzial
Die Erweiterung des Systems zeigt, wie sich bestehende Energieinfrastrukturen im kommunalen Umfeld wirtschaftlich modernisieren lassen. Bei einer jährlichen Laufzeit des Blockheizkraftwerks von rund 7.000 Stunden erzeugen die Wärmetauscher zusätzlich etwa 700.000 kWh Wärmeenergie pro Jahr.
Neben der höheren Energieausbeute trägt die technische Optimierung auch zur Reduzierung von CO2-Emissionen bei. Für Betreiber von Kläranlagen und kommunalen Wärmeverbünden liefert das Projekt der Kläranlage Tübingen damit ein praxisnahes Beispiel für die erfolgreiche Verbindung aus Abwärmenutzung, Blockheizkraftwerk-Technologie und moderner Wärmepumpenintegration.
Mit der Kombination aus intelligenter Anlagenhydraulik, widerstandsfähiger Wärmetauschertechnik und effizienter Brennwertnutzung positioniert sich die Raab-Gruppe gemeinsam mit Bomat als relevanter Technologiepartner für nachhaltige Energieprojekte im Bau- und Infrastruktursektor.









