Solarenergie
BWZ Achstetten GmbH - 4,5-MWp-Photovoltaik-Freiflächenanlage startet auf Kiesfläche
In Achstetten im Landkreis Biberach ist eine neue Photovoltaik-Freiflächenanlage offiziell in Betrieb gegangen. Der 4,5-MWp-Solarpark wurde von der BWZ Achstetten GmbH auf dem Gelände des Kies- und Transportbetonspezialisten Kühnbach GmbH & Co. KG realisiert und markiert einen weiteren Schritt in der energetischen Nutzung bereits industriell geprägter Flächen.
Die Anlage umfasst rund 7.200 Solarmodule und ist so ausgelegt, dass sie sowohl den laufenden Energiebedarf des angrenzenden Kies- und Betonwerks unterstützt als auch perspektivisch rund 1.000 Haushalte mit regenerativ erzeugtem Strom versorgen kann.
Projektentwicklung zwischen Rohstoffwirtschaft und Energiewende
Die BWZ Achstetten GmbH wurde als Betreibergesellschaft gemeinschaftlich von der Kühnbach GmbH & Co. KG sowie der BWZ Holding GmbH, einem Unternehmen der Max Wild Gruppe, entwickelt. Damit verbindet das Projekt klassische Baustoff- und Rohstoffkompetenz mit dem Ausbau erneuerbarer Energieerzeugung im industriellen Umfeld.
Die Nutzung einer ehemaligen Kiesgrube als Standort für den Solarpark unterstreicht den Ansatz der Mehrfachnutzung von Flächen. Die Fläche wurde bereits rekultiviert und wird nun im Rahmen der 30-jährigen Betriebsdauer zusätzlich energetisch genutzt, ohne neue Flächen im Außenbereich zu versiegeln.
Technische Eckdaten und wirtschaftlicher Rahmen
Die Photovoltaik-Freiflächenanlage erstreckt sich über rund 3,8 Hektar und wurde mit einem Investitionsvolumen von knapp 4,0 Millionen Euro umgesetzt. Der erzeugte Strom wird in der ersten Betriebsphase vollständig in das öffentliche Netz eingespeist und über das EEG im Rahmen einer staatlich geförderten Einspeisevergütung vergütet.
Damit entsteht ein wirtschaftlich kalkulierbares Projektmodell, das sowohl für die beteiligten Unternehmen als auch für die regionale Energieversorgung eine stabile Grundlage bietet. Besonders im Bau- und Rohstoffsektor zeigt das Projekt, wie sich industrielle Standorte zunehmend in Energieflächen transformieren lassen, ohne ihre ursprüngliche Nutzung vollständig aufzugeben.
Perspektive: Grünstromspeicher zur Lastverschiebung ab 2027
Bereits in der weiteren Projektplanung ist ein 5-MW-Grünstromspeicher vorgesehen, der nach aktueller Planung ab 2027 in Betrieb gehen soll. Der Speicher ist bereits beauftragt und soll bis zum Jahresende geliefert werden.
Ziel dieser Erweiterung ist es, Erzeugungsspitzen der Solarstromproduktion gezielt zu glätten. Überschüssige Energie aus sonnenintensiven Mittagsstunden kann gespeichert und zeitversetzt in den Abendstunden eingespeist werden, wenn die Nachfrage im Netz typischerweise steigt.
Bedeutung für die regionale Bau- und Energieinfrastruktur
Für die Projektbeteiligten stellt der Solarpark in Achstetten einen strategischen Einstieg in die Entwicklung von Photovoltaik-Freiflächenanlagen dar. Die BWZ Holding GmbH, als Teil der Max Wild Gruppe, plant bereits weitere Projekte im Landkreis Biberach, unter anderem in Gutenzell-Hürbel und Ochsenhausen.
Damit zeigt sich ein wachsender Trend im Bau- und Rohstoffumfeld: Flächen aus der Kies- und Baustoffwirtschaft werden zunehmend zu Standorten für erneuerbare Energieinfrastruktur entwickelt. Die Kombination aus industrieller Nutzungsgeschichte und regenerativer Energieerzeugung wird dabei zu einem zentralen Baustein regionaler Energiewendeprojekte.










