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Artikel und Hintergründe zum Thema

Führung im Wandel

Kai Ingmar Link,

Next Level Leadership: Was Unternehmen von der Biologie lernen können

Führung ist heute komplexer denn je. Geschäftsführungen und Führungskräfte stehen unter einem enormen Druck, da Digitalisierung, Fachkräftemangel, hybride Arbeitsmodelle und disruptive Technologien die etablierten Strukturen herausfordern.

Masterpiece ist eine auf Executive Search spezialisierte Personalberatung mit Sitz in Frankfurt am Main und München. Das Unternehmen wurde 2022 von Christine Trimpel und Hagen Schönfeld gegründet – mit dem Ziel, anspruchsvolle Führungspositionen nicht nur passend, sondern präzise und nachhaltig zu besetzen. © Masterpiece

Klassische Hierarchien verlieren zunehmend an Wirkung, während agile und partizipative Modelle in den Vordergrund rücken. Christine Trimpel, Diplom-Biologin, Transformationsberaterin und Gesellschafterin bei Masterpiece, sieht in der Biologie wertvolle Vorbilder: „Der Druck auf Führungskräfte wächst.“

Veränderung als Normalzustand

In der Wirtschaft spricht man seit Jahren von VUCA – Volatility, Uncertainty, Complexity und Ambiguity. Doch viele Unternehmen behandeln Veränderung noch immer wie einen Ausnahmezustand. Für Trimpel ist klar: „Transformation ist ein Naturgesetz, das seit Milliarden Jahren erfolgreich funktioniert.“ Unternehmen, die diesen Gedanken verinnerlichen, setzen auf kontinuierliche Beobachtung externer Faktoren und auf frühe Innovationstests. Radikalität bedeutet hier nicht Chaos, sondern Gründlichkeit.

Selbstorganisation als Erfolgsmodell

Auch ohne starre Hierarchien entstehen in der Natur funktionierende Systeme. Zellen brauchen keinen CEO – und doch herrscht Ordnung. Diesen Gedanken überträgt Trimpel auf die Arbeitswelt: „Teams können das auch. Die Basis hierfür ist psychologische Sicherheit.“ Entscheidend sei, dass Top-Teams mit gutem Beispiel vorangehen. Wer ausreichend Entscheidungsrechte an die Peripherie delegiert, bleibt agil und kann flexibel auf Druck von außen reagieren.

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Vielfalt als Überlebensstrategie

Diversität ist kein Trend, sondern ein Schlüsselfaktor für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen. „Vielfalt erhöht in der Natur die Anpassungsfähigkeit enorm“, so Trimpel. Während Monokulturen anfällig für Störungen sind, schaffen vielfältige Systeme Stabilität. Übertragen auf die Geschäftsführung bedeutet das: Unterschiedliche Perspektiven im Personal machen Organisationen widerstandsfähiger. Kognitive Vielfalt steigert die Wahrscheinlichkeit, disruptive Signale rechtzeitig zu erkennen und wirksam zu handeln.

Nachhaltiges Wachstum beginnt bei den Menschen

Während ökonomische Prognosen schwanken, bleibt der Arbeitsmarkt bislang stabil. Für Trimpel ist das kein Zufall: „Der Kern des gesunden Wachstums im Unternehmen liegt immer bei den Menschen.“ Nachhaltigkeit in der Führung bedeutet, Ressourcen regenerativ zu nutzen. Lernfähigkeit, tiefe Beziehungen zu Stakeholdern und ein starkes „Warum“ schaffen den Nährboden für langfristiges Wachstum – auch im Personalbereich. Umsatzsteigerungen und wachsender Headcount folgen als Konsequenz.

Kleine Schritte statt Masterplan

Komplexe Transformationen scheitern häufig an überdimensionierten Plänen. Studien zeigen, dass rund 70 Prozent der Veränderungsprozesse misslingen. „Je komplexer und langwieriger die Veränderung, desto wichtiger sind Führungskräfte, die gezielt durch diesen Prozess leiten können“, betont Trimpel. Statt Kontrolle braucht es Vertrauen, Wissensaustausch und Neugier. „Mut zum Experiment führt dabei häufig sicherer zum Ziel als das Abarbeiten eines Mega-Plans.“ Entscheidend sei, in klaren Sequenzen zu handeln: Abschalten, Erproben, Skalieren.

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