Porträt

Christina Vogt,

Vincent Callebaut - Architekt einer grünen Zukunft

Vincent Callebaut gehört definitiv zu den Visionären einer nachhaltigen Architektur. Seine Entwürfe verbinden Hightech mit Natur, Wissenschaft mit Poesie – immer mit dem Ziel, die Städte der Zukunft umweltfreundlich, lebenswert und selbstversorgend zu gestalten.

Vincent Callebaut © Vincent Callebaut Architectures, Paris

Bekannt wurde Callebaut aber auch durch seine spektakulären Konzeptstudien. In „Dragonfly“, einer vertikalen Farm für New York, kombiniert er Wohnen, Arbeiten und Landwirtschaft in einem energieautarken Turm. Das Projekt „Lilypad“ zeigt eine schwimmende Stadt für Klimaflüchtlinge, die sich vollständig selbst versorgt. Beide Visionen prägen die Diskussion über die Zukunft urbanen Lebens.

Callebaut bezeichnet sich selbst als „Archibiotekt“ – ein Wort, das Architektur, Biotechnologie und digitale Innovation vereint. Seine Gebäude sollen wie lebende Organismen funktionieren. Von Beginn an entwickelte er Projekte, die nicht nur gebaut, sondern auch gedacht werden sollten – als Modelle für eine nachhaltige, symbiotische Lebensweise.

Ein gebautes Schlüsselprojekt seines Schaffens ist der Tao Zhu Yin Yuan Tower in Taipeh, Taiwan. Das 21-stöckige Wohnhochhaus windet sich spiralförmig um die eigene Achse, ähnlich einer DNA-Helix. Die Fassade ist mit über 20 000 Pflanzen bedeckt, die CO₂ binden und Sauerstoff produzieren. Der Turm wurde 2018 fertiggestellt und gilt als Symbol für eine neue, „atmende“ Architektur, die Stadt und Natur miteinander versöhnt.

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Callebauts Entwürfe entstehen mit digitalen, parametrischen Methoden, bei denen ökologische Daten wie Sonnenstand, Windrichtung oder Energiebedarf direkt in den Entwurfsprozess einfließen. So entstehen Gebäude, die sich ihrer Umgebung anpassen, statt gegen sie zu arbeiten. Das Holz als Baustoff ist in vielen seiner Projekte fester Bestandteil des Entwurfs – ein herausragendes Beispiel dazu ist das „Rainbow Tree“, ein Apartmenthaus in Cebu auf den Philippinen, das umfassend auf die klimatischen Bedingungen der Region reagiert (mikado-Ausgabe 12.2020).

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