Wirtschaft & Verbände

Susanne Frank,

Bauunternehmerporträt (53): "Profitieren als Baubetrieb von Social Media"

Jens Heim, einer von 3 Geschäftsführern des Straßen-und Tiefbauunternehmens HEIM TUTTLINGEN, hebt sich von der Masse der Unternehmer ab: Da wo andere vor Web 2.0 zurückschrecken, geht er vorbildlich mit seinem Firmen-Webblog"Teeren und Federn" voran. 

Panagiotis Koukoudis

Ganz tief in den Süden der Republik muss man fahren, um zu erleben, was es heißt, "zeitgemäß" mit Social Media im Baubetrieb umzugehen. In Neuhausen ob Eck, auf der Schwäbischen Alb, rund zehn Kilometer von der Kreisstadt Tuttlingen entfernt, befindet sich der Firmensitz des Bauunternehmens HEIM TUTTLINGEN.

Jens Heim lenkt seit 2005 gemeinsam mit seinen Brüdern Daniel und Kai-Wolfgang die Geschicke des Familienbetriebes. Viel Wert wird auf die Qualität der Arbeiten durch das eigene Personal gelegt.

Gleichzeitig ist man aber auch stets bereit neue Wege zu suchen, um den 55 Mitarbeiter starken Betrieb nach vorne zu bringen. Dies äußert sich u. a. in der Nutzung des Internets als Marketinginstrument.

"Alles fing recht klein an, als ich vor über einem Jahr einen privaten Webblog startete", erinnert sich Jens Heim. Damals zweifelte er noch, ob dies etwas für den Familienbetrieb aus Baden-Württemberg sei. "Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass es ausreichend gute und interessante Themen gibt, über die ich im Blog schreiben könnte", bringt er es auf den Punkt.

Rückblickend waren seine Bedenken völlig unbegründet. Sein Blog "Teeren und Federn" (

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) gewann immer mehr an Zuspruch und ständig wurde er darauf angesprochen. Heutzutage kann er sich nicht vorstellen aufs Bloggen zu verzichten. "Es ist wirklich ein wichtiges In¬strument zur Imagepflege und Steigerung des Bekanntheitsgrades, das ich anfänglich wirklich unterschätzt hatte", gibt er offen zu.

Regelmäßig schreibt er über Erlebnisse aus seinem Berufsalltag, über seine Mitarbeiter, aktuelle Projekte oder besondere Baustellen. "Gelegentlich streue ich auch einen kurzen Fachbeitrag zum Straßen- und Tankstellenbau ein", erklärt Jens Heim.

Damit fährt er mehr als gut. Seitdem er den Blog betreibt, sind seine monatlichen Klickzahlen auf der Firmen-Homepage in den fünfstelligen Bereich nach oben geschossen. Insbesondere bei der Suche nach neuen Mitarbeitern greift Web 2.0 sehr gut für den Betrieb von der Schwäbischen Alb.

Den Kunden über das Internet für sich zu gewinnen oder auf sich aufmerksam zu machen damit ist man schon vor ein paar Jahren erfolgreich gestartet. Mithilfe des Internetportals http://www.asphaltrechner.de, an dem man beteiligt ist, erhalten Kunden mit ein paar Klicks einen Kostenvoranschlag für Asphaltarbeiten. Der potenzielle Kunde weiß auf Anhieb, was es kostet, und bei Interesse kann er sich auch noch kostenfrei beraten lassen.

"Der Asphaltrechner hat sich für uns bezahlt gemacht", bestätigt Jens Heim. Potenzielle Kunden können sich online einen individuellen Kostenvoranschlag geben lassen, im Gegenzug erhält das Bauunternehmen konkrete Informationen darüber, wer eventuell ein Bauprojekt anvisiert. "Dies gibt uns den Vorteil zu reagieren und den Kunden zu kontaktieren, bevor er seine Nachfrage im Gesamtmarkt kund tut", erklärt der Bauunternehmer.

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