Spitzengespräch mit Bundesbauministerin Verena Hubertz

Jessica Stütz,

Holzbau: Politik muss bestehende Hemmnisse abbauen

„Das serielle und modulare Bauen mit Holz kann sein Potential für bezahlbares Wohnen und den Klimaschutz nur entfalten, wenn die Politik endlich die Bremse löst“, lautete die Hauptbotschaft von Vertretern der Deutschen Holzwirtschaft in einem Spitzengespräch mit Bundesbauministerin Verena Hubertz.

Am Gespräch mit Bundesbauministerin Verena Hubertz (3. von links) nahmen teil: (von rechts nach links) Denny Ohnesorge (DHWR und Hauptverband der Deutschen Holzindustrie), Jörn Kimmich (DHWR und Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband), Erwin Taglieber (DHWR, Deutscher Holzfertigbau-Verband und Holzbau Deutschland), Mathias Schäfer (Bundesverband Deutscher Fertigbau) und Alrun Porkert (Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen) © Mareen Klein

Gemeinsam bekräftigten die Teilnehmer, dass der vorgefertigte Holzbau die Baukosten senken und einen entscheidenden Beitrag dazu leisten kann, die Klimaziele im Gebäudesektor zu erreichen. Damit der Holzbau sein volles Potenzial entfalten kann, müssten jedoch bestehende Hemmnisse abgebaut und die Förderung von Neubau und Sanierung verstetigt und nachhaltig gestaltet werden.

Erwin Taglieber, Präsident des Deutschen Holzwirtschaftsrates (DHWR): „Damit der Bauturbo wirklich zünden kann, müssen die politischen Rahmenbedingungen stimmen.“ Dazu gehöre eine Flexibilisierung im Vergabebeschleunigungsgesetz, das bisher den Zugang der vorgefertigten Bauweisen zu öffentlichen Ausschreibungen erschwert.

Der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau (BDF), Mathias Schäfer, skizzierte die Chancen auf noch größere Skaleneffekte und mehr Tempo durch seriell gefertigte Hauselemente: „Nach dem Bauturbo braucht es jetzt noch mehr Bürokratie-Abbau, um die Baukosten zu senken und Genehmigungsverfahren zu vereinfachen. Der baurechtliche Rahmen muss weiter angepasst werden, damit serielle, modulare und systemische Bauweisen die Produktivität der Bauwirtschaft weiter steigern und wir in Zukunft noch effizienter und klimagerechter bauen können.“

DHWR-Vizepräsident Jörn Kimmich mahnte einen neuen Umgang mit VOC-Emissionen an: „Es gilt, die Diskriminierung insbesondere der Holzart Kiefer beim Bauen zu beenden. Durch teils unwissenschaftliche und veraltete Bewertungsgrundlagen wird der Duft des Holzes mit gesundheitsschädlichen Emissionen aus anderen Baustoffen gleichgesetzt. Dadurch werden harzhaltige Holzarten praktisch vom Holzbau ausgeschlossen.“

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