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Artikel und Hintergründe zum Thema

Konjunkturausblick 2026

Kai Ingmar Link,

Sany: "Für unser eigenes Unternehmen erwarten wir eine positive Entwicklung"

Die Bauwirtschaft steht an einem Wendepunkt. Nach Jahren geprägt von Kostensteigerungen, Auftragsrückgängen und politischer Unsicherheit richtet sich der Blick nun auf 2026.

Stephan Theis, General Manager für das Sany Baumaschinengeschäft bei Putzmeister. © Sany

Zwischen anhaltender Krise und vorsichtiger Zuversicht stellt sich für viele Unternehmen dieselbe Frage: Bleibt der Druck hoch – oder beginnt eine Phase der Stabilisierung?

Im Interview sprechen wir darüber, wie die Branche das Jahr 2026 einschätzt, welche wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen entscheidend werden und wo trotz aller Herausforderungen neue Perspektiven entstehen. Es geht um Zahlen und Trends – aber auch um Stimmungen, Erwartungen und konkrete Handlungsoptionen für die Praxis

Baugewerbe Magazin: Wie blicken Sie auf das kommende Geschäftsjahr: Welche Entwicklungen erwarten Sie für Ihr Unternehmen und für die Baubranche insgesamt?

Stephan Theis - General Manager für das Sany Baumaschinengeschäft bei Putzmeister: Wir blicken verhalten optimistisch auf das kommende Geschäftsjahr. Für unser eigenes Unternehmen erwarten wir eine positive Entwicklung, da es uns in den vergangenen 18 Monaten gelungen ist, das Produkt Sany gemeinsam mit den Ressourcen von Putzmeister konsequent auf ein neues Leistungsniveau zu heben. Das zeigen sowohl Marktfeedback als auch reale Vorführungen, in denen unsere Maschinen regelmäßig auf Augenhöhe oder vor dem Wettbewerb liegen – insbesondere bei Produktivität und Total Cost of Ownership.

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Der Branchenausblick insgesamt bleibt dagegen zurückhaltend. Aktuelle Branchenindikatoren zeigen, dass angekündigte Struktur- und Fördermaßnahmen bislang kaum in konkreten Ausschreibungen angekommen sind. Entsprechend rechnen wir mit einem anspruchsvollen ersten Halbjahr. Für das zweite Halbjahr besteht jedoch die berechtigte Hoffnung auf eine Belebung, sofern Investitionsentscheidungen und Infrastrukturprojekte tatsächlich umgesetzt werden. Eine Rückkehr zu früheren Hochphasen ist kurzfristig dennoch nicht realistisch.

BGW: Welche größten Herausforderungen erwarten Sie im kommenden Jahr für Ihr Unternehmen?

Theis: Die größte Herausforderung im kommenden Jahr wird es sein, bestehende Wahrnehmungen im Markt zu verändern. Technisch und wirtschaftlich sind unsere Maschinen auf Augenhöhe mit dem Wettbewerb – das bestätigen Vorführungen und reale Einsätze klar. Dennoch begegnen wir weiterhin Vorbehalten gegenüber chinesischen Produkten, die historisch geprägt sind und nicht mehr der heutigen Realität entsprechen.

Unsere Aufgabe bei Sany wird es sein, diese Argumente faktenbasiert zu entkräften und den Fokus konsequent auf Effizienz, Zuverlässigkeit und TCO zu lenken. Wer unsere Maschinen objektiv bewertet, erkennt schnell, dass sie im wirtschaftlichen Gesamtbild zu den leistungsfähigsten Lösungen am Markt gehören.

BGW: Welche Erwartungen haben Sie an Politik, Auftraggeber und die Branche insgesamt für das kommende Jahr?

Theis: Von der Politik erwarten wir einen klaren, langfristigen Fokus auf die Entwicklung der Infrastruktur. Diese wurde über Jahre hinweg vernachlässigt, obwohl der Investitionsbedarf offensichtlich ist. Einzelne Ereignisse – wie zuletzt großflächige Stromausfälle in Metropolregionen – zeigen deutlich, wie dringend gehandelt werden muss. Bei entsprechendem politischen Willen wäre die Bauwirtschaft für Jahre ausgelastet.

Von den Auftraggebern wünschen wir von Sany uns eine objektive und wirtschaftliche Betrachtung neuer Investitionen. Entscheidend sollte nicht Herkunft oder Image sein, sondern die Frage, welches Gerät den Job am effizientesten und wirtschaftlichsten erledigt. Für die Branche insgesamt erwarten wir im zweiten Halbjahr eine spürbare Stabilisierung, auch wenn das frühere Marktniveau nicht kurzfristig wieder erreicht wird.

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