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Artikel und Hintergründe zum Thema

Belichtung

Maik Seete,

Ein Reihenhaus zeigt seine Qualitäten

In einem Reihenhaus in Aachen wurde mit kleinem Budget im Dachraum eine Erweiterung der Wohnfläche geschaffen. Sechs gezielt platzierte Dachfenster machten dies möglich.

Sämtliche Wände und Dachschrägen sind vollflächig mit Schichtholzplatten bekleidet. Schlanke, aber lange Dachfenster sorgen für das nötige Tageslicht © Velux /Björn Martenson

Welches Potenzial unter den Dächern von außen eher unscheinbaren Gebäuden steckt, zeigt das Beispiel der Modernisierung eines Aachener Reihenhauses. Die Architekten vom Büro Amunt Martenson bauten das Haus aus den 1960er-Jahren dem Wohnkonzept einer jungen Familie entsprechend um. Dabei erschlossen sie das vorher ungenutzte Dachgeschoss als hellen Wohnbereich mit durchaus rustikaler Werkstattanmutung. Die Lösung überzeugte nicht nur die Bauherren, sondern auch die Fachjury des Velux Architekten-Wettbewerbs 2020, die das Projekt "Ein Dachraum" zum Sieger der zwölften Auflage kürte.

Von außen ist das Reihenhaus eher unscheinbar und lässt kaum erahnen, welch attraktiver Wohnraum sich unter dem Dach befindet © Velux /Björn Martenson

Reihenhäuser aus den 1960er-Jahren entsprechen mit ihren eher kleinen Räumen häufig nicht mehr heutigen Wohnkonzepten. So war es auch bei dem Haus einer Familie in Aachen, die deshalb den Architekten Björn Martenson mit dem Umbau beauftragte. Es galt, den Wohnvorstellungen einer jungen Familie passenden – und damit auch mehr – Raum zu schaffen. Besondere Herausforderung war dabei, das Projekt mit einem eher kleinen Budget zu realisieren.

Zeltartiger Raum

Der Architekt entfernte dafür im Erdgeschoss zunächst nichttragende Wände, um so eine großzügige neue Wohnküche zu schaffen. Die dadurch wegfallenden Räume etwa für das Eltern-Schlafzimmer sollten ganz oben im Reihenhaus ihren Platz finden. Dafür wurde durch ein neu gesägtes Loch in der obersten Geschossdecke der Dachraum dem Wohnbereich des Hauses hinzugefügt. Über die eingesetzte Treppe gelangt man nun in den großzügigen Dachraum der Eltern: ein heller, zeltartiger Raum, in dem sowohl Arbeits- als auch Schlafbereich ihren Platz finden.

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Der Ausbau wurde so realisiert, dass die vorhandenen, mit ruppigem Charme daherkommenden Wellstegträger erhalten wurden. Sie blieben sichtbar und wurden lediglich mit einem aufhellenden Anstrich versehen – so unterstreichen sie den rustikalen und zeltähnlichen Charakter des Raums. Auch der vorhandene Estrichboden erhielt lediglich einen farbigen Anstrich. Die Verwendung des Vorgefundenen verleiht dem neuen Raum heute eine Art von Werkstattanmutung.

Fenster präzise platzieren

Ein den Raum quer teilender Vorhang kann die Zonen im Dachgeschoss flexibel zuordnen und abtrennen – hier den Schlafbereich © Velux /Björn Martenson

Um das vorhandene Volumen räumlich voll auszunutzen, setzte der Architekt den neuen Dachaufbau mit Öffnungselementen auf die bestehende Konstruktion auf. Sechs schlanke, aber dafür mit 1,4 m sehr lange Dachfenster von Velux, je drei auf beiden Seiten, sorgen für reichlich Tageslicht und Frischluft. Das Ziel von Björn Martenson ist es bei seinen Projekten, Dächer bis in den letzten Winkel nutzen zu können. "Dabei ist die Lichtplanung mithilfe von Dachfenstern ein wichtiges Tool. Den Raum großzügiger zu gestalten über Tageslicht, die wichtigen Orte mit Helligkeit zu versorgen, unterschiedliche Lichtsituationen zu schaffen – das alles sind wichtige Funktionen. Dabei ist jedes einzelne Fenster genau geplant", erklärt der Architekt.

Wände und Dachschrägen sind vollflächig mit Schichtholzplatten bekleidet. Die neu eingefügte Innenstruktur gliedert und erschließt den nun ausgebauten Raum auf eine einfache und zurückhaltende Art. Möbel, Stauräume und Treppe wurden aus derselben Ausbauplatte gefertigt, um die räumliche Vielfalt zu homogenisieren. Ein den Raum quer teilender Vorhang kann Bereiche flexibel zuordnen oder abtrennen. Durch sein schweres Material dämpft er den Raum dabei auch akustisch.

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