Abbruch + Recycling
Megaprojekt an der A 99: 9.000 Tonnen Stahlbeton fachgerecht zerlegt
Aufgrund des stetig wachsenden Verkehrsaufkommens soll die A 99 zwischen Kreuz München-Nord und Kreuz München-Ost sechsspurig ausgebaut werden. Das Bauunternehmen Max Wild aus Berkheim wurde mit dem Abbruch der jeweiligen Bauwerke beauftragt. Das Megaprojekt umfasst den Abbruch von insgesamt neun Brücken.

Mit einem Abbruchvolumen von circa drei bis vier Millionen Euro teilen sich die Abbrucharbeiten in mehrere Bauabschnitte auf. Im Dezember 2017 galt es, das Mittelfeld der Brücke bei Ismaning, an der Münchener Straße, abzubrechen. Das dreifeldrige Brückenbauwerk aus Spannstahlbeton hat insgesamt eine Masse von 9.000 Tonnen. Der Abbruch unterteilt sich in zwei Bauabschnitte. Im ersten Abschnitt, am 2. Dezember, wurde der Überbau des Mittelfeldes der fast 60-jährigen Brücke abgebrochen.
Besonderer Schwierigkeitsgrad

Die Schwierigkeit lag in den vorherrschenden bis zu 95 Jahre alten Entwässerungsleitungen, die circa 1,50 Meter tief im Erdreich unter der Brücke verlaufen. Diese besonderen Rahmenbedingungen hatten zur Folge, dass bereits im Juni 2017 zahlreiche Vorabmaßnahmen im Rahmen einer detaillierten Projektplanung getroffen wurden. Vor dem eigentlichen Abbruch war noch einiges zu tun. Sämtliche Fahrzeuge der Stadt München wurden in die östlichen Randbezirke über die Freisinger Landstraße umgeleitet. Bauleiter Stefan Scholz von der Firma Max Wild prognostizierte: „Durch die Umleitung seien Staus nicht auszuschließen und auf den Umleitungsstrecken wird wohl dichter Verkehr sein.“
Nachdem die Asphaltdecke der A 99 rückgebaut wurde, bestand die erste Aufgabe der Abbruchmannschaft darin, ein ein Meter dickes Fallbett aus Kies und Sand unterhalb der Brücke zu platzieren. Bauleiter Scholz erklärt: „Das Fallbett ist elementar, denn es dämpft nicht nur die Erschütterung, wenn die Betonmassen auf die Münchener Straße krachen, es schützt auch die Hochdruckwasserleitungen und den Asphalt vor Schäden durch unsere schweren Baumaschinen.“

Auf und unter der Brücke traf derweil ein eingespieltes Team weitere Vorbereitungen für den großen Augenblick. Der Stahlbetonüberbau wurde an sechs HEB-1.000-Stahlträgern mit Gewindestangen abgehängt. Um zu verhindern, dass Abbruchteile, die mehr als eine Tonne wogen, auf den Untergrund und den vorherrschenden Hochdruckwasserleitungen einschlagen, wurde der Überbau mittels Gerüsttürme unterstützt.
Bauleiter Stefan Scholz spricht von einem anspruchsvollen Abbruch, insbesondere auf Grund der beengten Platzverhältnisse. Eine Brücke dieser Höhe erfordere viel technisches Know-how und jahrelange Erfahrung im Brückenabbruch.
Zange, Greifer und meissel im Einsatz
Nachdem alle Vorbereitungen getroffen waren, startete die Caterpillar-Flotte – ausgerüstet mit Abbruchzangen, Greifern und Hydraulikmeißeln – den Abbruch des Brückenbauwerks. Mittels Hydraulikmeißeln wurde der Überbau zunächst einmal perforiert und anschließend mit Hydraulikzangen sukzessive gemäß Abbruchplänen rückgebaut.

Der Abbruch verlief reibungslos, planmäßig und ohne Zwischenfälle. Eine deutliche Erleichterung innerhalb des Teams war zu spüren. 750 Kubikmeter Stahlbeton landeten im letzten Schritt auf der Ladefläche der Dumper, die sich am frühen Morgen zum nahegelegenen Lagerplatz zur Fraktionierung der Baustoffe in Bewegung setzten.
Ein Ziel: die Wiederverwertung
Vor Ort wurde der Stahlbeton pulverisiert. Schließlich sollte alles soweit wie möglich einer Wiederverwendung zugeführt werden. In den darauffolgenden vier Wochen wurden Randfelder, Pfeilerscheiben und Widerlager rückgebaut. Dabei stellte besonders der Rückbau von Streifenfundamenten in unmittelbarer Nähe zu den Hochdruckwasserleitungen eine besondere Herausforderung dar.
Durch das Teamwork aller Beteiligten, insbesondere dem gekonnten Zusammenspiel der Maschinisten und der vier Bagger, konnte das Baufeld schneller als geplant für den Verkehr freigegeben werden.
Lara Zitzer
Über Max Wild
„Der Tradition verpflichtet, der Region verbunden, unseren Mitarbeitern dankbar“ steht in großen Lettern vor dem Bürogebäude von Max Wild. Das Motto verdeutlicht die im Unternehmen gelebten Werte. Die Max Wild GmbH, ein innovatives Familienunternehmen aus Berkheim, ist seit 1955 am Markt und setzt mit inzwischen 470 Mitarbeitern auf die Synergieeffekte eines breiten Leistungsspektrums: Abbrucharbeiten, Flächenrecycling, Tiefbau/Erdbau, Horizontalbohrtechnik/Rohrleitungsbau, Kiesvertrieb/Transportdienstleistungen, Logistik, Fuhrpark-/Gerätemanagement und Systementwicklung.








