CO₂-Entfernung aus der Luft

Kai Ingmar Link,

neustark: Vom Spin-off zum Climate-Tech-Pionier

Der Klimawandel ist eine Realität, und die aktive Entfernung von Treibhausgasen aus der Atmosphäre gewinnt zunehmend an Bedeutung. Um die globale Erwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen, hat der Weltklimarat vorausgesagt, dass bis zum Jahr 2050 Netto-Null-Emissionen erreicht werden müssen. Die Schweizer Firma neustark AG zeigt Pioniergeist, indem sie eine führende Rolle im Bereich des Carbon Dioxide Removal (CDR) übernimmt. Sie hat eine innovative Negativemissionstechnologie entwickelt, die bereits heute CO₂ aus der Atmosphäre entfernt. Damit kann neustark die Kohlenstoffentfernung durch Mineralisierung in Abbruchbeton in die kommerzielle Praxis umsetzt und ein Netz von Speicheranlagen eingerichtet hat. In der Schweiz sind bereits elf dieser Anlagen in Betrieb. Als nächster großer Schritt expandiert neustark nach Deutschland und feierte die Eröffnung seiner ersten internationalen Anlage in Berlin Ende September 2023.

Das innovative Verfahren von neustark folgt dem üblichen Recyclingprozess von Abbruchbeton. © neustark

Abbruchbeton als effektive Kohlendioxidsenke
Mit über einer Milliarde Tonnen pro Jahr stellt Abbruchbeton den größten Abfallstrom der Welt dar. Die Schweizer neustark AG, mit Sitz in Bern und gegründet von Johannes Tiefenthaler und Valentin Gutknecht als Spin-off der ETH Zürich im Jahr 2019, hat eine neuartige Lösung entwickelt. Diese verwandelt Abbruchbeton in eine Kohlenstoffsenke und entfernt schwer vermeidbare Emissionen aus der Atmosphäre. In den letzten drei Jahren hat sich das Clean-Tech-Unternehmen von anfänglichen Tests über Prototypen bis hin zu einem Netzwerk von Abscheidungs- und Speicheranlagen entwickelt. Dank ihrer Mineralisierungstechnologie und der gesamten Wertschöpfungskette ist neustark zum führenden Anbieter im schnell wachsenden Bereich der Carbon Dioxide Removal (CDR) aufgestiegen. Johannes Tiefenthaler, Mitgründer und Co-CEO von neustark, betont: "Neustark hat als erstes Unternehmen in der Praxis gezeigt, dass die dauerhafte CO₂-Speicherung durch Mineralisierung in Abbruchbeton sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch maßgeblich entscheidend ist. Mit unseren Speicheranlagen erzeugen wir jeden Tag fundamentale Negativemissionen, die uns den Klimazielen näherbringen."

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Aufbau einer Wertschöpfungskette
Das innovative Verfahren von neustark folgt dem üblichen Recyclingprozess von Abbruchbeton. Das Unternehmen hat eine Wertschöpfungskette mit mehreren Schritten etabliert. Es arbeitet mit Biogasanlagen zusammen, um CO₂ abzufangen, das sonst in die Atmosphäre gelangen würde. Dieses CO₂ wird dann von Partnern wie dem Münchner Unternehmen Landwärme, einem Biomethanhandels- und Dienstleistungsunternehmen in Europa, zu nahegelegenen Speicheranlagen transportiert. Dort wird es während des Recyclingprozesses in das Granulat von Abbruchbeton injiziert. Die Technologie von neustark löst einen Mineralisierungsprozess aus, bei dem das CO₂ in Kalkstein umgewandelt und an die Poren und die Oberfläche des Granulats gebunden wird. Das mit CO₂ angereicherte Betongranulat kann dann für verschiedene Zwecke, einschließlich Straßenbau und die Herstellung von neuem Recyclingbeton, verwendet werden. Valentin Gutknecht, Co-Gründer von neustark, betont: "Damit tragen die Baustoffrecycling-Partner maßgeblich zur Dekarbonisierung der Bauindustrie bei und leisten einen zusätzlichen Beitrag zum Klimaschutz, indem wir Emissionen aus der Luft entfernen - und zwar dauerhaft."

Verbesserung der Klimabilanz
In den ersten Betriebsmonaten hat neustark bereits mehr als 400 Tonnen CO₂ dauerhaft aus der Atmosphäre entfernt. Dies ist ein großer Erfolg in einem aufstrebenden Sektor der Negativemissionstechnologien, der großes Potenzial für die Zukunft birgt. Bisher wurde die CO₂-Entfernung hauptsächlich durch naturbasierte Methoden wie Aufforstung erreicht. Diese Methoden stoßen jedoch auf natürliche und räumliche Grenzen. Neustark kann etwa 10 kg CO₂ pro Tonne Abbruchbeton speichern. Das bedeutet, dass eine einzige Anlage in nur einer Stunde das erreichen kann, wofür 50 Bäume etwa ein Jahr benötigen würden. Dies stellt eine unerlässliche Ergänzung zur dringend notwendigen Emissionsminderung dar.

Neustark hat ehrgeizige Ziele, bis zum Jahr 2030 und darüber hinaus eine Million Tonnen CO₂ aus der Atmosphäre zu entfernen. Das Unternehmen expandiert derzeit in ganz Europa, insbesondere in Deutschland, Österreich, Frankreich und der Schweiz. Es werden verschiedene Anlagen zur punktuellen Abscheidung und Speicherung von CO₂ gebaut, und es wurden weitere Partnerschaftsvereinbarungen unterzeichnet. Die neueste und erste internationale Anlage wird im September 2023 im Rahmen einer Veranstaltung von neustark und der Heim-Gruppe in Berlin eingeweiht.

Zertifizierungsprozess Gold Standard
Immer mehr Unternehmen erweitern ihre Klimastrategien und laufenden Maßnahmen, um den Carbon Removal Service zu nutzen. Sie arbeiten mit neustark zusammen, um CDR-Zertifikate zu erwerben und so ihre schwer vermeidbaren Emissionen zu entfernen. Neustark hat sich 2022 mit dem Gold Standard zusammengeschlossen, einem Best-Practice-Standard vom WWF und anderen internationalen Nichtregierungsorganisationen, um sicherzustellen, dass Projekte zur Kohlenstoffreduzierung höchsten Umweltstandards entsprechen und zur nachhaltigen Entwicklung beitragen. Neustark hat die weltweit erste und bisher einzige Methodologie für technologiebasierte CO₂-Entfernung etabliert. Das Unternehmen dokumentiert seinen Impact jährlich in einem detaillierten Bericht und lässt die CDR-Werte aller Standorte von einer unabhängigen dritten Partei überprüfen. Zu den Kunden von neustark im Bereich CDR gehören unter anderem UBS, Microsoft und Verdane.

Über neustark
Die schweizerische neustark AG ist ein führender Anbieter im schnell wachsenden Bereich der Carbon Dioxide Removal (CDR) und hat eine Lösung entwickelt, um biogenes CO₂ dauerhaft in recycelten mineralischen Abfällen wie Abbruchbeton zu speichern. Das Unternehmen wurde im Juli 2019 von Valentin Gutknecht und Johannes Tiefenthaler gegründet und hat seinen Sitz in Bern.

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