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Artikel und Hintergründe zum Thema

Bauen im Bestand

Jessica Stütz,

Brüninghoff realisiert Ersatz- und Erweiterungsbau in Kleve

Der Neubau entstand mit hohem Vorfertigungsgrad. Die tragenden Wände aus Holzrahmenbauelementen, wurden vorgefertigt und auf der Baustelle montiert © Brüninghoff

Die St. Michael Grundschule im ländlichen Ortsteil Reichswalde der Stadt Kleve hat nach einem verheerenden Brandschaden im Jahr 2022 eine umfassende Erneuerung erfahren. Den Ersatz- und Erweiterungsbau realisierte die Brüninghoff Group als Totalunternehmer. 

Seit Beginn des neuen Schuljahres 2025 nutzen rund 200 Schülerinnen und Schüler sowie zwölf Lehrkräfte die modernen und nachhaltig gebauten Räumlichkeiten. Der Neubau ersetzt nicht nur die zerstörten Mehrzweckräume, sondern erweitert die Schule um einen Verwaltungsbereich und zusätzliche Räume, um den wachsenden Schülerzahlen gerecht zu werden. Die neuen Räumlichkeiten umfassen vier Klassenräume, zwei Inklusionsräume, zwei Differenzierungsräume, ein neues Lehrerzimmer, ein Sekretariat, ein Büro für die Schulleitung sowie moderne WC-Anlagen.

Der Neubau wurde in nachhaltiger Holzbauweise errichtet. Der Verwaltungstrakt ist dabei eingeschossig umgesetzt, während der Bereich mit den Klassenräumen zweigeschossig ausgeführt wurde. Die Generalplanung von der Architektur- und Tragwerksplanung mit Holzbaufachplanung bis zur Technischen Gebäudeausrüstung übernahm nach internem Auftrag Plansite integral design & engineering, ein Tochterunternehmen der Brüninghoff Group, das sich auf integrale Planungsleistungen spezialisiert hat. Die Umsetzung erfolgte im laufenden Schulbetrieb, was eine präzise Planung und enge Abstimmung mit der Schulleitung erforderte. Um den Schulalltag nicht zu beeinträchtigen, wurden Bauzäune und Sichtschutzwände aufgestellt, um die Sicherheit der Kinder zu gewährleisten und störende Einblicke zu vermeiden. 

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Holzbauweise mit hohem Vorfertigungsgrad

Der Neubau der Grundschule basiert auf einer Primärkonstruktion aus Holzrahmenbauweise, die auf einem Betonsockel errichtet wurde. Die tragenden Wände bestehen aus Holzrahmenbauelementen, die vorgefertigt und mit hoher Präzision auf der Baustelle montiert wurden. Diese Bauweise ermöglicht eine schnelle und ressourcenschonende Realisierung. Aufgrund des hohen Vorfertigungsgrads sind viele Arbeiten ins Werk vorverlagert, was auch Lärmemissionen auf der Baustelle reduziert – ein Aspekt, der für die Aufrechterhaltung des Schulbetriebs wichtig war. Die Wände bestehen aus einer 24 Zentimeter starken Holzrahmenkonstruktion, die mit 240 Millimeter Mineralwolle gedämmt und einer 16 Millimeter starken Holzfaserdämmplatte versehen wurde. Eine hinterlüftete Holzfassade, die vorvergraut gestrichen wurde, sorgt für Witterungsschutz und Langlebigkeit.

Die Decken des Gebäudes bestehen aus Brettsperrholzplatten mit einer Stärke von 28 Zentimeter für die Geschossdecke und 24 Zentimeter für die obere Decke des zweiten Geschosses. Die Deckenplatten wurden bereits im Werk mit einer Schutzfolie versehen, sodass vor Ort lediglich die Fugen verklebt werden mussten, um den Witterungsschutz während der Montage zu gewährleisten. Die Deckenplatten, die bis zu elf Meter lang und 2,5 Meter breit sind, wurden mit Abhangdecken verkleidet.

Das Dach des Gebäudes ist extensiv begrünt. Der Aufbau des Gründachs umfasst eine Dampfsperre, eine Gefälledämmung aus Mineralwolle (Wärmeleitgruppe 040), eine Folie sowie eine Vegetationsschicht. Eine Drainageschicht sorgt für eine gedrosselte Ableitung des Regenwassers, während eine wurzelfeste Folie die darunterliegende Holzkonstruktion schützt. Die farblich hervorgehobenen Aluminiumelemente sowie die beschichteten Fallrohre vor der Holzfassade bilden eine ansprechende Optik für eine Grundschulnutzung.

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