Konjunkturausblick 2026
MBI Deutschland: "Die Herausforderungen ähneln sich von Jahr zu Jahr"
Die Bauwirtschaft steht an einem Wendepunkt. Nach Jahren geprägt von Kostensteigerungen, Auftragsrückgängen und politischer Unsicherheit richtet sich der Blick nun auf 2026.
Zwischen anhaltender Krise und vorsichtiger Zuversicht stellt sich für viele Unternehmen dieselbe Frage: Bleibt der Druck hoch – oder beginnt eine Phase der Stabilisierung?
Im Interview sprechen wir darüber, wie die Branche das Jahr 2026 einschätzt, welche wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen entscheidend werden und wo trotz aller Herausforderungen neue Perspektiven entstehen. Es geht um Zahlen und Trends – aber auch um Stimmungen, Erwartungen und konkrete Handlungsoptionen für die Praxis
Baugewerbe Magazin: Wie blicken Sie auf das kommende Geschäftsjahr: Welche Entwicklungen erwarten Sie für Ihr Unternehmen und für die Baubranche insgesamt?
Thomas Fischer, Geschäftsführer von MBI Deutschland: Wir blicken insgesamt sehr positiv auf das Jahr 2026. Für MBI Deutschland wird es ein spannendes und aktives Geschäftsjahr, geprägt von wichtigen Branchenmessen und Produktneuheiten. Mit der IFAT, der Steinexpo und der NordBau stehen gleich mehrere Leitmessen an, auf denen wir unsere Innovationskraft zeigen können.
Auf der IFAT präsentieren wir unter anderem unseren neuen Mehrschalengreifer, der gezielt für anspruchsvolle Einsätze im Recycling (Materialumschlag) entwickelt wurde. Ein besonderes Highlight ist zudem die Steinexpo, auf der wir unseren neuen HD-Abbruchgreifer (XMG) vorstellen – ein Produkt, das aktuell sogar zur Wahl „Produkt des Jahres“ steht. Die NordBau erleben wir traditionell als sehr starke „Käufermesse“ mit konkreten Investitionsentscheidungen. Insgesamt nehmen wir viel Schwung aus 2025 mit: zahlreiche neue Projekte, intensive Entwicklungsarbeit und eine weiterhin hohe Nachfrage nach effizienten, robusten Anbaugeräten. Vor diesem Hintergrund blicken wir mit Zuversicht und Optimismus auf 2026 – sowohl für unser Unternehmen als auch für die Branche insgesamt.
BGW: Welche größten Herausforderungen erwarten Sie im kommenden Jahr für Ihr Unternehmen?
Fischer: Für eine vergleichsweise kleine, spezialisierte Manufaktur wie MBI ähneln sich die zentralen Herausforderungen von Jahr zu Jahr. Entscheidend ist, schneller als unsere Marktbegleiter innovative Lösungen zu entwickeln und diese erfolgreich in den Markt zu bringen. Ein weiterer wichtiger Punkt bleibt die Einhaltung verlässlicher Lieferzeiten – gerade in einem Umfeld, das von hoher Auslastung und anspruchsvollen Kundenanforderungen geprägt ist. In diesem Zusammenhang stellen wir aktuell unser Ersatz- und Verschleißteillager neu auf. Ziel ist es, Ausfälle konsequent zu vermeiden und gleichzeitig maximale Flexibilität für unsere Kunden sicherzustellen.
BGW: Welche Erwartungen haben Sie an Politik, Auftraggeber und die Branche insgesamt für das kommende Jahr?
Fischer: Unsere Erwartungen sind bewusst pragmatisch: Stabile Verhältnisse und klare, verlässliche Rahmenbedingungen würden bereits viel bewirken. Planungssicherheit ist für Unternehmen und Investoren entscheidend.
Für unsere Kunden und Auftraggeber würde ich mir darüber hinaus deutlich flexiblere Abschreibungsmöglichkeiten wünschen. Investitionen sollten dann getätigt werden können, wenn sie technisch und wirtschaftlich sinnvoll sind – nicht dann, wenn steuerliche Rahmenbedingungen es gerade nahelegen.












