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Artikel und Hintergründe zum Thema

Dämmung

Max Kandler,

Sanierung der Alsterschwimmhalle mit Foamglas Dämmstoffplatten: Erhalt und Effizienz vereint

Die Alsterschwimmhalle in Hamburg gehört seit Jahrzehnten zu den markantesten Bauwerken der Stadt. Zwischen 2020 und 2023 wurde das denkmalgeschützte Gebäude umfassend saniert und erweitert. Ziel war es, die ikonische Architektur – insbesondere das markante Dach in Form eines doppelten hyperbolischen Paraboloids – zu erhalten und gleichzeitig energetisch und funktional auf den neuesten Stand zu bringen. Dabei kam dem Einsatz von Foamglas Dämmstoffplatten eine zentrale Rolle zu. Die nicht brennbaren, druckfesten und feuchteunempfindlichen Produkte Foamglas T3+ und Foamglas T4+ trugen maßgeblich zum Erhalt und zur energetischen Verbesserung des Bauwerks bei.

Foamglas T4+ mit einer Druckfestigkeit von größer oder gleich 600 Kilopascal wurde unter dem Sportschwimmbecken verbaut und gewährleitet dauerhafte Tragfähigkeit ohne Setzungen. © Marcus Bredt

Denkmalgerecht modernisiert – unter funktionalen Anforderungen

Nach fast 50 Jahren intensiver Nutzung war die Sanierung der Alsterschwimmhalle notwendig geworden. Während zentrale Bestandteile wie das 50-Meter-Schwimmbecken erhalten blieben, wurde das Bestandsgebäude durch einen Neubau ergänzt, der unter anderem Umkleiden, Sauna- und Fitnessbereiche sowie ein zusätzliches 25-Meter-Becken und ein Kursbecken aufnimmt. Insgesamt konnte die nutzbare Wasserfläche um rund 25 Prozent vergrößert werden. Die Herausforderung bestand darin, die Anforderungen an Energieeffizienz und Sicherheit mit dem Erhalt des denkmalgeschützten Bestands in Einklang zu bringen.

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Komplexe Dachgeometrie ohne Verschraubung dämmen

Im Fokus der Sanierungsmaßnahme stand die Dachkonstruktion – ein nur acht Zentimeter starkes Betonschalenbauwerk mit Neigungen bis zu 37 Grad. Aufgrund der Geometrie und der filigranen Struktur war eine herkömmliche mechanische Befestigung der Dämmung nicht möglich. Gesucht wurde daher ein Dämmstoff, der formstabil, druckfest, wasser- und dampfdicht sowie nicht brennbar ist – und dabei ohne Verschraubung dauerhaft zuverlässig funktioniert. Die Wahl fiel auf die Dämmstoffplatten Foamglas T3+ und Foamglas T4+, die nicht nur auf der Dachfläche, sondern auch an der Attika sowie unter dem Schwimmbecken eingesetzt wurden.

Intensive Planung und umfangreiche Testverfahren

Die Planungen wurden durch das Hamburger Architekturbüro gmp – von Gerkan, Marg und Partner – in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt durchgeführt. Für die Umsetzung der Dacharbeiten am Bestand war die Dach Schneider Weimar GmbH verantwortlich, für die Arbeiten am Neubau sowie die Abdichtungen unter dem Sportbecken die Firma Schmidt Bedachung aus Hamburg.

Auf der ikonischen Betonschale der Alsterschwimmhalle wurden die Foamglas T3+ Platten systematisch verklebt – angepasst an jede Krümmung des Paraboloiddachs. © Marcus Bredt

Schon in der frühen Planungsphase wurden Modellaufbauten und Werkstatt-Workshops realisiert, um den optimalen Aufbau unter den besonderen geometrischen und bauphysikalischen Anforderungen zu entwickeln. Dabei zeigte sich, dass die ursprüngliche Lösung aus den 1970er Jahren – Schaumglas mit Heißbitumen – heute nicht mehr praxisgerecht umsetzbar ist. Stattdessen wurde auf eine vollflächige Verklebung der Foamglas Dämmstoffplatten mit dem Bitumenkaltkleber Derbigum DMS gesetzt. Ergänzt wurde der Aufbau durch eine objektspezifisch entwickelte PMMA-Flüssigkunststoffabdichtung der Soprema GmbH, die insbesondere die stark geneigten Dachbereiche dauerhaft sichert.

Einsatz auf Dach, Fassade und unter dem Becken

Insgesamt wurden rund 6.175 Quadratmeter Foamglas Dämmstoffplatten bei der Sanierung der Alsterschwimmhalle verbaut. Auf dem Hauptdach kamen 4.400 Quadratmeter Foamglas T3+ mit einer Dicke von zehn Zentimetern zum Einsatz, an der Attika weitere 400 Quadratmeter. Unter dem Schwimmbecken wurde Foamglas T4+ als lastabtragende Wärmedämmung auf einer Fläche von 635 Quadratmetern und in sieben Zentimeter Dicke eingesetzt. Weitere 540 Quadratmeter der Saunaterrassen wurden mit Foamglas T3+ in Gefälledämmung mit mittlerer Stärke von 17 Zentimetern gedämmt. Im Innenbereich kamen 200 Quadratmeter T3+ in zehn Zentimeter Dicke zum Einsatz. Die kompakten Plattengrößen von 600 x 450 Millimetern erlaubten eine effiziente Verlegung auch unter schwierigen Bedingungen.

Technische Eigenschaften für unterschiedliche Anforderungen

Foamglas Dämmstoffplatten bieten eine niedrige Wärmeleitfähigkeit – 0,036 W/(m·K) bei Foamglas T3+ und 0,041 W/(m·K) bei Foamglas T4+. Gerade bei großflächigen Dachkonstruktionen wie der Alsterschwimmhalle ermöglicht dies eine spürbare Reduktion des Energiebedarfs. Zugleich zeichnen sich die Dämmstoffplatten durch eine hohe Druckfestigkeit aus: mindestens 500 Kilopascal bei T3+ und mindestens 600 Kilopascal bei T4+. Diese Werte gewährleisten auch unter intensiver Nutzung – etwa durch Reinigungsgeräte, Liegen oder hohe Besucherzahlen – eine dauerhafte Formstabilität. Besonders unter dem Beckenaufbau war diese Eigenschaft entscheidend, um Setzungen oder Verformungen zu vermeiden.

Feuchte- und Brandschutz auf hohem Niveau

Mit einem Nennwert der Wärmeleitfähigkeit von 0,035 Watt pro Meter und Kelvin, trägt Foamglas T3+ maßgeblich zur Reduzierung des Heizbedarfs bei. © Marcus Bredt

Als öffentlich genutzte Schwimm- und Wellnessanlage stellt die Alsterschwimmhalle besondere Anforderungen an den Feuchteschutz. Durch die geschlossene Zellstruktur sind Foamglas Dämmstoffplatten vollständig wasser- und dampfdicht. Auch bei Beschädigungen der Abdichtung bleibt der Dämmstoff trocken und funktionsfähig. Unter dem Schwimmbecken schützt der Aufbau die tragende Konstruktion wirksam vor aufsteigender Feuchte. Zusätzlich erfüllt das Material die Anforderungen der Baustoffklasse A1 gemäß DIN EN 13501-1 und ist somit nicht brennbar. Im Brandfall entstehen keine Rauchgase oder toxischen Dämpfe – ein wichtiger Aspekt für die Sicherheit der Nutzer.

Nachhaltigkeit durch Materialwahl und Energieeffizienz

Auch unter Nachhaltigkeitsaspekten erfüllt die Sanierung der Alsterschwimmhalle aktuelle Anforderungen. Die Foamglas Dämmstoffe bestehen zu einem hohen Anteil aus recyceltem Glas und sind mit dem natureplus Umweltzeichen zertifiziert. Ihre Lebensdauer von über 100 Jahren (gemäß Umwelt-Produktdeklaration EPD-PCE-20200300-IBB1-EN des IBU) trägt langfristig zur Ressourcenschonung bei. In Verbindung mit der verbesserten Wärmedämmung unterstützen sie die Ziele der Hamburger Active-City-Strategie, die eine nachhaltige und energieeffiziente Nutzung öffentlicher Gebäude vorsieht. Der neue Gebäudeteil erfüllt zudem die Anforderungen des KfW-40-Standards.

Verbindung von Baukultur und Effizienz

Mit der Sanierung der Alsterschwimmhalle ist ein Projekt gelungen, das denkmalpflegerische, energetische und funktionale Anforderungen auf hohem Niveau vereint. Die eingesetzten Foamglas Dämmstoffplatten tragen wesentlich zum Erhalt der historischen Struktur und zur energetischen Optimierung bei. Neben den bautechnischen Eigenschaften überzeugte dabei auch die enge Zusammenarbeit zwischen Hersteller, Planern und Ausführenden. „In enger Abstimmung mit den Architekten wurden Muster entnommen, Workshops durchgeführt und der Dachdeckerbetrieb bis auf die Baustelle unterstützt“, heißt es vonseiten der Deutschen Foamglas GmbH. So konnte eine anspruchsvolle Dachkonstruktion erhalten und zugleich in eine zukunftsfähige Gebäudestruktur eingebettet werden.

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