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Artikel und Hintergründe zum Thema

Bearbeitung

Ingrid Wutz,

Prüflabor CRB: Regulierung bei geogenem Asbest überfällig

Natürliche Gesteine können auch heute noch Baustoffe mit geogenem Asbest kontaminieren

Beim Bearbeiten von Naturstein können sich Fasern geogenen Asbests freisetzen. © neelam279-pixabay

Als technischer Zusatz verbesserte Asbest bis 1993 die Eigenschaften vieler Baustoffe. Freigesetzte und eingeatmete Asbestfasern können jedoch die menschliche Gesundheit schädigen. Deshalb gilt seitdem in Deutschland ein Verbot für den Einsatz asbesthaltiger Materialien.
Den Umgang mit Asbest bei Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten verschärft die im Dezember 2025 novellierte Gefahrstoffverordnung. Davon unbeachtet bleiben Materialien, die von Natur aus Asbest enthalten und weiterhin hierzulande Verwendung finden. Ob in Marmorplatten oder Straßenbelägen, der sogenannte geogene Asbest läuft unter dem Radar. Was bedeutet das für die Analytik, die Gesundheitsgefährdung und welche Berufsstände sind betroffen? Das akkreditierte Prüflabor CRB Analyse Service nimmt diese Fragen unter die Lupe und bezieht Stellung.

Fehlende Richtlinien

Bisher kursieren etwa 3.000 Baustoffe und bauchemische Produkte, denen Asbest zur Optimierung der Materialeigenschaften absichtlich beigefügt wurde. Neben diesem technischen Asbest existiert geogener Asbest, der von Natur aus in bestimmten mineralischen Rohstoffen vorkommt und ungewollt in Produkten landet. „Hier sprechen wir beispielsweise über Talkumpulver, Gesteinssplit in Straßenbelägen, über besandete Dachpappen oder Wandputz. Auch in Arbeits- oder Fußbodenplatten aus Schiefer und Marmor lassen sich Asbestpartikel finden“, berichtet Dr. Stefan Pierdzig, Laborleiter des Asbest-Prüflabors CRB Analyse Service. Er vermisst Richtlinien zur Unterscheidung von technischem und geogenem Asbest. „Alle Kriterien der Analytik stammen noch aus Zeiten, in denen Kenntnis und Bewusstsein der Problematik fehlten. Es wird höchste Zeit, daran etwas zu ändern und Regeln zu definieren“, so der promovierte Geologe. Als Teil des VDI-Richtlinienausschusses und Fachkongress-Sprecher treibt er die Diskussion voran, die mit dem Abfall-, Chemikalien-, Bau- und Gefahrgutrecht viele Rechtsbereiche tangiert.

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Betroffene Berufsgruppen

Die Forschung nach Unterschieden in der medizinischen Toxizität der verschiedenen Asbestvarianten unterschiedlicher morphologischer Ausbildung bietet bisher wenig Belastbares. Fest steht, dass sich der Asbestgehalt sowie das Gefährdungs- und Freisetzungspotenzial von Fasern unterscheiden: Baustoffe mit technisch zugesetztem Asbest rangieren in der Regel weit über Materialien mit geogenem Asbest. Während in technischem Asbest dünne und sehr lange Fasern stecken, treten primär faserförmige Anteile in geogenem Asbest als kurze und dicke Fasern auf. Häufig entstehen diese aber erst bei Bearbeitungsprozessen wie Brechen, Schneiden, Bohren oder Sieben. Diese Erkenntnisse betreffen alle Gewerke, vor allem das Steinmetzhandwerk, den Straßen- und Tiefbau sowie den GaLaBau. Ohne Schutzmaßnahmen gelangen feine Asbestbestandteile mit der Atemluft in die Lunge, reizen die Organe und führen zu langfristiger Narbenbildung. Das Risiko für Krankheiten wie Asthma, Kurzatmigkeit, Lungenkrebs und andere Krebserkrankungen steigt. Arbeitsschutz-Maßnahmen wie zum Beispiel die Nutzung von Atemschutz oder Staubsaugern mit Schwebstaub-Feinfilter der H-Klasse beugen der Exposition vor.

Über CRB Analyse Service

Die CRB Analyse Service GmbH mit Sitz in Hardegsen wurde im Jahr 1992 von Geschäftsführer Ralf Blecher gegründet. Das unabhängige und seit 1995 akkreditierte Prüflaboratorium bietet Asbest-Tests für die öffentliche Hand, Ingenieurbüros,
Sanierer, Wohnungsbaugesellschaften und auch Laboratorien, die nicht über Rasterelektronenmikroskope verfügen, aber auch für private Auftraggeber an. Ein 15-köpfiges Team wertet die Proben innerhalb weniger Werktage aus. Ein weiterer Geschäftsbereich führt mittels Röntgenfluoreszenzanalyse chemische Analysen zur Produkt- und Rohstoffkontrolle einer Vielzahl von Materialien durch. CRB nimmt regelmäßig an Ringversuchen teil und teilt die Ergebnisse transparent auf seiner Website mit.

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