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Artikel und Hintergründe zum Thema

Forschung

Max Kandler,

Goldbeck eröffnet neues Forschungszentrum in Hamm zur Dekarbonisierung von Beton

Die Transformation des Bauwesens ist keine kurzfristige Debatte, sondern eine strukturelle Aufgabe für die kommenden Jahrzehnte. Mit der Eröffnung eines neuen Forschungszentrums im Betonfertigteilwerk Hamm setzt Goldbeck ein klares Zeichen für die systematische Dekarbonisierung von Beton. Das europaweit tätige Unternehmen bündelt dort Forschung, Entwicklung und industrielle Fertigung, um klimarelevante Innovationen direkt in die Praxis zu überführen.

Visualisierung der CO2-Reduktion im Concrete Innovation Center: Der linke Ballon zeigt den durchschnittlichen Branchenreferenzwert, der mittlere das Einsparpotenzial durch die Anpassung der Bauteil-Geometrie und der rechte das zusätzliche Potential durch die Betonoptimierung. © Goldbeck GmbH

Im sogenannten Concrete Innovation Center arbeitet Goldbeck an Lösungen, die den CO₂-Fußabdruck von Beton signifikant reduzieren. Ziel ist es, mittelfristig Betonfertigteile mit Netto-Null-Emissionen zu ermöglichen. Perspektivisch sollen diese Lösungen ohne Mehrkosten am Markt verfügbar sein – ein entscheidender Faktor für Bauunternehmer, Projektleiter und Entscheider, die Nachhaltigkeit mit Wirtschaftlichkeit verbinden müssen.

Beton als Schlüsselmaterial der Dekarbonisierung

Beton ist weltweit der meistverwendete Baustoff. Gleichzeitig verursacht seine Herstellung einen erheblichen Anteil der globalen CO₂-Emissionen. Genau hier setzt das neue Forschungszentrum in Hamm an. Goldbeck orientiert sich bei der Bewertung seiner Fortschritte an den CO₂-Branchenreferenzwerten für Beton gemäß Concrete Sustainability Council und konnte im Vergleich dazu bereits Einsparungen von bis zu 35 Prozent erzielen.

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Für das Baugewerbe bedeutet dies: Die Dekarbonisierung von Beton ist kein theoretisches Zukunftsszenario, sondern ein industriell bearbeitetes Handlungsfeld mit messbaren Ergebnissen. Insbesondere vor dem Hintergrund verschärfter regulatorischer Anforderungen und ESG-Kriterien gewinnen solche Ansätze strategische Bedeutung. Neubauten können künftig strenge Vorgaben wirtschaftlicher erfüllen, wenn emissionsarme oder perspektivisch klimaneutrale Betonfertigteile verfügbar sind.

Langfristig verfolgt Goldbeck sogar das Ziel, Beton als CO₂-Senke zu entwickeln. Ein Baustoff, der mehr Emissionen bindet als freisetzt, würde die Diskussion um graue Energie und Lebenszyklusanalysen grundlegend verändern.

Nachhaltiger Beton im industriellen Maßstab

Im Forschungszentrum in Hamm wird nicht nur im Labor geforscht, sondern direkt im Kontext der realen Produktion gearbeitet. Ein zentraler Ansatzpunkt ist die Optimierung von Zementen und Bindemitteln sowie die gezielte Reduzierung des Zementgehalts in den Betonrezepturen. Ergänzend werden Mischkonzepte und Herstellverfahren weiterentwickelt, um Materialeinsatz und Emissionen zu senken, ohne Kompromisse bei Qualität, Tragfähigkeit oder Dauerhaftigkeit einzugehen.

Für das serielle und industrielle Bauen ist dabei entscheidend, dass die Taktzeiten eingehalten werden können. Deshalb werden im Betonfertigteilwerk Hamm auch Verfahren zur Beschleunigung der Aushärtung eingesetzt. So bleibt die Wirtschaftlichkeit gewahrt, während gleichzeitig die CO₂-Bilanz verbessert wird. Für Bauunternehmen entsteht dadurch ein praxisnaher Mehrwert: Nachhaltigkeit wird in bestehende Produktionsprozesse integriert, statt sie zu verlangsamen.

Forschung und Produktion als integriertes System

Feierten die Eröffnung des Goldbeck Concrete Innovation Center: Michael Six (Chief Sustainability Officer und Geschäftsführer Goldbeck Deutschland GmbH), Lukas Romanowski (Teamleiter Systementwicklung bei Goldbeck), Jörg-Uwe Goldbeck (geschäftsführender Gesellschafter), Ortwin Goldbeck (Unternehmensgründer), Thomas Adams (Leiter des Concrete Innovation Center) und Sebastian Tschöpe (Geschäftsführer Goldbeck Betonelemente Hamm GmbH). © Goldbeck GmbH

Das Besondere am neuen Forschungszentrum von Goldbeck liegt in der engen Verzahnung von Forschung, Betonherstellung und laufender Fertigteilproduktion. Erkenntnisse aus dem Labor werden unmittelbar in der industriellen Umgebung des Betonfertigteilwerks Hamm erprobt. Produktionsdaten fließen wiederum direkt in die Weiterentwicklung der Rezepturen und Verfahren ein.

Dieses integrierte Modell verkürzt Innovationszyklen erheblich. Bewährte Lösungen werden von Hamm aus schrittweise auf weitere Standorte ausgerollt. Für Entscheider im Bauwesen ist das ein relevanter Aspekt, da Skalierbarkeit und Reproduzierbarkeit im industriellen Kontext entscheidend sind.

Der Standort Hamm bietet zusätzliche Vorteile. Die Nähe zu einer der bedeutendsten Zementregionen Deutschlands ermöglicht kurze Transportwege und eine enge Zusammenarbeit mit Lieferanten. Gleichzeitig öffnet Goldbeck das Forschungszentrum für Kooperationen mit Universitäten und Start-ups, um neue Ansätze zur Dekarbonisierung von Beton unter realen Produktionsbedingungen zu testen und weiterzuentwickeln.

Strategische Relevanz für das Baugewerbe

Mit dem neuen Forschungszentrum in Hamm positioniert sich Goldbeck klar als Treiber der industriellen Dekarbonisierung im Bauwesen. Für Bauunternehmer, Geschäftsführer und Projektleiter ergeben sich daraus konkrete Perspektiven. Klimaneutrale oder deutlich emissionsreduzierte Betonfertigteile können künftig ein entscheidender Wettbewerbsvorteil bei Ausschreibungen, Investorenanforderungen und Nachhaltigkeitsberichten sein.

Das Beispiel des Betonfertigteilwerks in Hamm zeigt, dass die Transformation des Baustoffs Beton nicht allein über politische Vorgaben, sondern vor allem über technologische Innovation und industrielle Umsetzung vorangetrieben wird. Damit wird das Forschungszentrum zu einem strategischen Baustein für die Zukunftsfähigkeit der gesamten Branche.

buildingnet.de berichtet als führende Onlinequelle des Baugewerbes kontinuierlich über Entwicklungen wie diese. Das Baugewerbe Magazin liefert vertiefende Fachinformationen und ordnet Innovationen wie das neue Goldbeck-Forschungszentrum in Hamm praxisnah für Entscheider ein.

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