Baugewerbe Magazin EXKLUSIV
DXP von atlantis dx – Gamechanger im B2B?
Die Baubranche steht aufgrund der aktuellen Baukrise vor Herausforderungen: Steigende Baukosten, ein anhaltender Fachkräftemangel und Bürokratie zwingen Bauunternehmen dazu, neue Wege zu finden, um effizienter zu arbeiten und gleichzeitig profitabel zu bleiben.
Inmitten dieser Herausforderungen bietet die digitale Transformation einen Hoffnungsschimmer. Während einige Unternehmen den Aufwand scheuen, erkennen andere die Chance, von den Vorteilen digitaler Prozesse zu profitieren. Durch die Einführung leistungsstarker Systeme für Content Management und E-Commerce können sie nicht nur Kosten senken, sondern auch ihre Effizienz und ihren Umsatz steigern. Corporate Websites und Onlineshops werden zu entscheidenden Kanälen, um Kunden zu erreichen und zu binden. Eine Digital Experience Platform (DXP) bildet dabei eine optimale Grundlage, auf der Unternehmen der Baubranche ihren Kunden kanalübergreifend überzeugende Erlebnisse bieten können.
DXPs für Omnichannel-Experiences
Was lange Zeit nur für den B2C galt, ist nun auch im B2B Standard: Potenzielle Kunden suchen zunächst online nach entscheidungsrelevanten Informationen. Einer Befragung von McKinsey zufolge nutzen B2B-Käufer regelmäßig zehn oder mehr Kanäle, um sich über Produkte, Preise und Anbieter zu informieren. Laut Forbes haben potenzielle Kunden bereits 70 Prozent des Entscheidungsprozesses durchlaufen, bevor sie den Vertrieb des Anbieters ihrer Wahl kontaktieren. Und bis zu diesem Zeitpunkt haben Interessierte drei bis fünf Inhalte des entsprechenden Unternehmens konsumiert. Vor diesem Hintergrund gilt es, potenzielle Käufer an jedem Kontaktpunkt zu überzeugen und ihnen genau jene Informationen anzubieten, die deren Entscheidung in Richtung des eigenen Angebots lenkt. Allerdings ist es recht herausfordernd, begeisternde Omnichannel-Experiences zu schaffen. Unverzichtbares Werkzeug ist eine DXP – unter der Voraussetzung, dass sie gewisse Funktionen unterstützt.
Standard-Integration von CMS und Shoplösung
Nutzerfreundliche Webanwendungen, die gewünschte Informationen unkompliziert bereitstellen, sind essenziell für digitale Geschäftsmodelle. Dementsprechend sollten Unternehmen eine DXP wählen, die CMS, Shoplösung und Product-Information-Management-System (PIM) von Haus aus integriert. Üblicherweise verwenden mittelständische und größere Unternehmen im Baugewerbe eine Vielzahl unterschiedlicher Einzellösungen. Mit einer DXP lässt sich Content zentral konsolidieren und aus einem Backend heraus in die gewünschten Kanäle ausspielen. Das reduziert nicht nur die Komplexität des Distributionsprozesses, sondern senkt auch die Kosten für die Software-Lizenzierung.
Headless-Datenhaltung
Damit Daten kanalübergreifend verwendbar sind, sollten sie im Backend headless bereitstehen: Die im Backend vorgehaltenen Informationen fließen über Konnektoren in das gewünschte Frontend – von Websites und Onlineshops über Kunden- und Lieferantenportale bis hin zu Apps und Chatbots.
Modularer Aufbau
Das Headless-Konzept zeigt seine volle Stärke bei einer modular aufgebauten DXP. Es sollte möglich sein, die Mini-Softwaresuite um relevante Drittsysteme bedarfsgerecht zu erweitern. Bauunternehmen können die gewünschten Tools, etwa für Marketing Automation oder Analytics, über standardisierte Schnittstellen (APIs) an ihre Suite anbinden. So bekommen sie eine Plattformlösung, die nahtlos in ihre IT-Systemlandschaft integriert ist. Auch wenn eine derartige DXP einen gewissen Preis hat, ist er immer noch niedriger als die Investition in diverse Einzellösungen – zumal hierbei neben der reinen Anschaffung auch Customizing, Betrieb, Wartung und Support zu bezahlen sind – für jedes einzelne Tool.
Segmentierung von Zielgruppen und Personalisierung von Inhalten
War es früher im B2B gang und gäbe, die Kosten für das gewünschte Produkt erst im Rahmen eines persönlichen Vertriebsgesprächs zu kommunizieren, wollen sich B2B-Käufer heute vorab über Preise und Konfigurationsmöglichkeiten informieren. 54 Prozent der Interessierten möchten bereits bei ihrer ersten Suchanfrage erfahren, was ein Produkt kostet. Hinzu kommt, dass es im B2B üblich ist, individuelle Preise für Neu- oder Stammkunden sowie Staffelpreise anzubieten. Erfüllt ein Onlineshop diese Erwartungen nicht, sind Kaufabbrüche die Folge. Eine DXP muss personalisierte Preise anzeigen können, unterstützt durch eine Customer Data Platform (CDP). Sind in einer CDP sowohl Einzelpersonen als auch Firmen-Accounts einschließlich verschiedener Rollen hinterlegt, können Bauunternehmen ihre Zielgruppen nach bestimmten Kriterien, wie etwa Unternehmenszugehörigkeit, Kaufabbruch und Umsatz, KI-gestützt segmentieren.
Leistungsstarke Suche
Die Suche spielt im B2B aufgrund umfangreicher Sortimente eine wichtige Rolle – insbesondere bei Bauunternehmen, die eine Vielzahl von Produkten anbieten, die individuell zusammengestellt und bedarfsgerecht konfiguriert werden müssen. Vor diesem Hintergrund muss die Suchfunktion neben sinnvollen Filteroptionen auch komplexe Abfragen unterstützen und schnell relevante Treffer liefern. Dafür ist es unverzichtbar, dass jegliche Produktdaten im PIM zentral vorgehalten und im jeweiligen Frontend passgenau bereitstehen. Eine moderne DXP bietet nicht nur diese Funktionen – dank zentral vorgehaltener Daten profitieren Anwender bei der Suche auch von sehr kurzen Reaktionszeiten.
Verfügbar, skalierbar, sicher
Moderne DXPs werden nicht auf firmeneigenen Servern betrieben, sondern als Platform-as-a-Service (PaaS) bezogen. Bauunternehmen profitieren somit von hoher Verfügbarkeit und individueller Skalierbarkeit, ohne sich um Wartung und Updates kümmern zu müssen. Bei der Plattformauswahl sollten Unternehmen darauf achten, dass der Anbieter die DXP aus Datenschutz- und Datensicherheitsgründen innerhalb der EU hostet.
Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 07-08_2024.













