Digitalisierung
Strabag: Strategische Kommunikation im Baukonzern neu gedacht
In großen Bau- und Infrastrukturkonzernen entscheidet heute nicht mehr nur die Qualität der Bauleistung über Wettbewerbsfähigkeit, sondern zunehmend auch die Fähigkeit, komplexe Themen konsistent, schnell und zielgerichtet zu kommunizieren. In einem Umfeld aus internationalen Projekten, unterschiedlichen Märkten und einer wachsenden Zahl digitaler Kanäle stößt klassische Kommunikationslogik schnell an ihre Grenzen.
Gerade im Baugewerbe zeigt sich: Wenn Informationen parallel entstehen, aber nicht strategisch zusammengeführt werden, entsteht kein klares Bild nach innen und außen. Genau hier setzt der Wandel hin zu einer strukturierten strategischen Kommunikation an – weg von isolierten Silos, hin zu einer gemeinsamen Story.
Kommunikation im Baukonzern: Wenn Wachstum Komplexität erzeugt
Mit zunehmender Internationalisierung steigen in Bauunternehmen nicht nur die operativen Anforderungen, sondern auch die kommunikative Komplexität. Unterschiedliche Fachbereiche, Projektgesellschaften und Länderorganisationen erzeugen täglich neue Inhalte – von Infrastrukturprojekten über Nachhaltigkeitsthemen bis hin zu Employer Branding und Kapitalmarktkommunikation.
Ein Unternehmen wie die Strabag verdeutlicht diese Dynamik besonders deutlich. Der international tätige Technologiekonzern für Baudienstleistungen ist in zahlreichen Märkten aktiv und begleitet Projekte über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Diese Breite an Leistungen führt zwangsläufig zu einer hohen Vielfalt an Kommunikationsanlässen.
Die Herausforderung liegt dabei weniger im „Zu wenig an Content“, sondern im fehlenden verbindenden System. Inhalte entstehen oft parallel, jedoch ohne durchgängige Priorisierung oder übergreifende redaktionelle Steuerung.
Vom Content-Überfluss zur strukturierten Themenarchitektur
Im Zuge der Weiterentwicklung der Unternehmenskommunikation hat Strabag seine Kommunikationsstrukturen neu ausgerichtet. Ziel war es, Inhalte nicht länger isoliert zu betrachten, sondern über eine gemeinsame Themenlogik zu verbinden.
Im Zentrum dieser Neuausrichtung steht ein integriertes Verständnis von Kommunikation: Themen werden nicht mehr reaktiv verarbeitet, sondern strategisch entwickelt, priorisiert und in konsistente Narrative überführt. Damit wird strategische Kommunikation im Baukonzern zu einem steuernden Element der Unternehmensführung.
„Unser Ziel ist nicht mehr nur zu informieren, sondern Themen einzuordnen, Wirkung zu erzeugen und kommunikative Konsistenz herzustellen“, beschreibt Tanja Förster, Deputy Head of Corporate Story Hub Strabag, diesen Wandel. Entscheidend sei dabei die Fähigkeit, aus vielen Einzelinformationen eine nachvollziehbare Gesamtstory zu formen.
Der Corporate Story Hub als zentrales Steuerungsmodell
Ein zentrales Element der neuen Kommunikationsarchitektur ist der sogenannte Corporate Story Hub. Er bündelt Themenentwicklung, Kanäle und Produktion in einer integrierten Struktur und ersetzt damit klassische, voneinander getrennte Redaktionslogiken.
Organisatorisch wird dieser Ansatz in drei funktionale Ebenen gegliedert: Content, Channel und Production. Inhalte werden zunächst strategisch eingeordnet, anschließend zielgruppenspezifisch geplant und schließlich in unterschiedlichen Formaten umgesetzt.
Diese Struktur sorgt dafür, dass Kommunikationsarbeit im Baukonzern nicht mehr entlang einzelner Kanäle gedacht wird, sondern entlang von Themen und Stories. Gerade in einem Umfeld wie dem Baugewerbe, in dem Projekte, Stakeholder und Märkte stark variieren, entsteht dadurch ein deutlich höheres Maß an Konsistenz.
Scompler als digitale Grundlage der Themensteuerung
Für die operative Umsetzung dieser neuen Kommunikationslogik setzt Strabag auf die Plattform Scompler. Das System bildet die komplette Themenarchitektur digital ab – von der strategischen Einordnung über die Story-Entwicklung bis hin zur kanalübergreifenden Planung.
Im Zentrum steht eine klare Trennung zwischen Themen, Stories und Maßnahmen. Themen werden strategisch definiert und strukturiert, aus ihnen entstehen narrative Einheiten, die wiederum in konkrete Kommunikationsmaßnahmen überführt werden.
Diese Systematik sorgt für Transparenz in der täglichen Arbeit: Verantwortlichkeiten sind nachvollziehbar, Redundanzen werden reduziert und Abstimmungen können frühzeitig erfolgen. Besonders in komplexen Organisationen wie großen Baukonzernen entsteht dadurch eine deutlich höhere Steuerbarkeit der Kommunikationsprozesse.
Strategische Kommunikation im Baugewerbe braucht Verbindlichkeit
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor der neuen Struktur liegt nicht allein in der Technologie, sondern in der organisatorischen Verbindlichkeit. Feste Routinen, abgestimmte Planungszyklen und klare Abstimmungsformate sorgen dafür, dass Themen frühzeitig sichtbar werden und Entscheidungen schneller getroffen werden können.
Die Einführung eines gemeinsamen Redaktionsverständnisses verändert dabei nicht nur Prozesse, sondern auch die Zusammenarbeit zwischen Fachbereichen. Kommunikation wird stärker bereichsübergreifend gedacht und weniger als isolierte Funktion verstanden.
Mehr Konsistenz und Skalierbarkeit in der Baukommunikation
Die Umstellung auf eine integrierte Kommunikationsarchitektur führt bei Strabag zu einer höheren Konsistenz in der internen und externen Kommunikation. Inhalte werden früher abgestimmt, klarer priorisiert und zielgerichteter ausgespielt.
Gleichzeitig entsteht eine skalierbare Grundlage für internationale Kommunikationsprozesse. Gerade im Baugewerbe, wo Projekte häufig länderübergreifend gesteuert werden, ist diese Skalierbarkeit entscheidend für die Anschlussfähigkeit von Botschaften über Märkte hinweg.
Fazit: Kommunikation als strategischer Erfolgsfaktor im Bauwesen
Das Beispiel Strabag zeigt, wie sich Kommunikationsarbeit im Baukonzern grundlegend weiterentwickelt. Weg von parallelen Strukturen, hin zu einer integrierten, themengetriebenen Steuerung. Unterstützt durch digitale Systeme wie Scompler entsteht eine neue Form der strategischen Kommunikation, die nicht nur Effizienz schafft, sondern auch inhaltliche Klarheit.
Für das Baugewerbe bedeutet dieser Ansatz mehr als eine organisatorische Optimierung. Er markiert einen Perspektivwechsel: Kommunikation wird zum strategischen Instrument, das Projekte, Markenführung und Unternehmenssteuerung miteinander verbindet – und damit zunehmend zu einem zentralen Wettbewerbsfaktor in der Branche.













