Flachdach
Abdichtung von Dach- und Terrassenflächen
Im Rahmen des dritten Bauabschnitts im Neubaugebiet "An der alten Ziegelei" in Nauen bei Berlin galt es, sieben Wohnhäuser mit einer Dach- und Terrassenfläche von 2800 m² abzudichten.
Luftbild vom Bauabschnitt 3 in Nauen bei Berlin: Drei der sieben Häuser sind hier bereits fertig, zwei erst im Rohbau und zwei noch im Entstehen
© BMIBerlin wächst und wächst – und die Mieten werden immer teurer. Die Folge: Der Speckgürtel um Berlin wächst mit und der damit verbundene Wohnungsbedarf natürlich auch. Nauen im Havelland wächst seit 2013 unter anderem aus diesem Grund kontinuierlich an. Aufgrund dessen entsteht hier in der „Südstadt“ gerade ein neues, großes Wohngebiet aus insgesamt 50 mehrgeschossigen Häusern mit Mietwohnungen. Hiervon werden 27 Häuser von der deutschen Tochter des niederländischen Baukonzerns Vastbau errichtet.
Die Bauabschnitte 1 und 2 sind bereits fertig, und der Bauabschnitt 3 – sieben Häuser – ist gerade abgeschlossen worden. Eine wichtige Aufgabe auf dieser Baustelle: die Abdichtung von Dächern und Staffelgeschossen. Die Verarbeitung übernahm, wie schon bei den Häusern 1 und 2 im ersten Bauabschnitt, Stefan Müller mit seinen Kollegen von der Dachdecker-Team GmbH. Auf den sieben Häusern – drei- bis fünfgeschossig mit Flachdach, teilweise mit Staffelgeschossen – mussten sie eine Fläche von insgesamt 2100 m² auf den Flachdächern und 700 m² auf den umlaufenden Terrassen der Staffelgeschosse abdichten.
Dämmung in zwei Lagen
Den Untergrund sowohl bei den Dächern als auch bei den Terrassen der Staffelgeschosse bildet eine Betondecke. Nach der Reinigung und Grundierung mit einem Bitumen-Voranstrich von Vedag brachten die Dachdecker im ersten Verlegeschritt die Dampfsperre auf, und zwar die universell einsetzbare Elastomerbitumen-Dampfsperr-Schweißbahn Vedagard AL-E in 3,5 mm Dicke. Sie ist dank der Einlage aus einer Aluminiumpolyesterkombination und Glasvlies mit einem sd-Wert von > 1500 m praktisch dampfdicht. Als Dämmung kam auf dieser Baustelle Thermazone PIR Alu zum Einsatz, ein Dämmstoff aus Polyisocyanurat (PIR), der mit einer beidseitig aufgebrachten Aluverbundfolie kaschiert ist. Diese sorgt für eine ordentliche CO2-Bilanz gemäß GEG und den KfW-40-EE-Standard, der im ganzen Baugebiet gilt. Die erste Lage mit einer Höhe von 120 mm bildet die Basisdämmung, die zweite Lage die Gefälledämmung.
Als erste Abdichtungslage kam auf den Dächern die kaltselbstklebende Elastomerbitumenbahn Vedastar SU Safety (3 mm dick) zum Einsatz. Sie überzeugt durch 30 Prozent mehr Klebkraft gegenüber der Vorgängerbahn und erlaubt so eine einfachere, schnellere und damit wirtschaftlichere Verlegung ohne Schweißen. Und mit 20 Prozent mehr „Safety“ durch die erweiterte Breite der Sicherheitsnaht auf 3 cm (kaltselbstklebend) bzw. 7 cm (verschweißt). Nach Ausrichten der kaltselbstklebenden Bahn wird nur die Schutzfolie abgezogen, dann einfach andrücken – und fertig ist die ebenso einfache wie sichere Naht.
Die Terrassen werden hier mit Matten aus recyceltem Gummischrot belegt und erhielten später einen Nutzbelag aus grauen Terrassenplatten auf Stelzen
© BMIAls Oberlage der mehrlagigen Dachabdichtung kam Vedatect PYE PV 200 S5 EN zum Einsatz, eine Elastomerbitumen-Schweißbahn in Standard-Qualität mit schiefergrauer Oberseite und bestreuungsfreiem Längsrand. Zwischen den beiden Deckschichten aus Elastomerbitumen sorgt eine Einlage aus Polyestervlies (250 g/m²) für Stabilität. Und auf der Unterseite ermöglicht die Rillenprägung und die leicht abschmelzbare Folie einen raschen Arbeitsfortschritt. Der Anschluss an die Attika und andere aufgehende Bauteile erfolgte über Vedafix-WAAlu-Befestigungsprofile.
Zur Lagesicherung gegen Windsog wurde die Oberlage bekiest. Auf den Terrassen des Staffelgeschosses hingegen wurde sie mit Matten aus recyceltem Gummischrot belegt. Zum Schluss erhielten die Terrassen einen Nutzbelag aus grauen Terrassenplatten auf Stelzen.
Auszug aus dachbaumagazin 09.2024










