Präzision im Untergrund:
Meva-Schalungslösungen für den Tunnel Rastatt
Der Tunnel Rastatt ist weit mehr als ein Bauwerk – er ist ein entscheidendes Bindeglied im europäischen Bahngüterkorridor zwischen Rotterdam und Genua.
Zwei parallele Bahnröhren mit einer Länge von jeweils 4.270 Metern verbinden Nordsee und Mittelmeer. Für die Sicherheit wurden acht Rettungsquerschläge und ein zusätzlicher Versorgungsquerschlag integriert. Ihre Betonage stellte die Projektbeteiligten vor eine technische Herausforderung, die nur mit innovativen Schalungs- und Gerüstlösungen zu meistern war.
Rettungsquerschläge mit komplexer Geometrie
Die Rettungsquerschläge sind rund 16 Meter lang und mit rauchsicheren Schleusenkammern ausgestattet. Ihre besondere Geometrie – eine Kombination aus rechteckigen Anschluss- und Mittelblöcken sowie einem ovalen Gewölbe – verlangte nach maßgeschneiderten Lösungen. Meva entwickelte gemeinsam mit Rúbrica Ingeniería einen hydraulisch klappbaren Schalwagen, der in Millimeterarbeit durch die engen Anschlussblöcke manövriert werden konnte.
Die Konstruktion auf Schienen, ausgestattet mit Hydraulik und Steuereinheit, ermöglichte das präzise Ein- und Ausklappen der Schalungen. Damit wurde das Gewölbe Schritt für Schritt betoniert, bevor die Schalung wieder eingefahren und für den nächsten Abschnitt verwendet werden konnte. Diese Vorgehensweise reduzierte die Bauzeit und sorgte zugleich für höchste Genauigkeit.
Millimeterarbeit beim Betonieren
Die Umsetzung folgte einem klaren Rhythmus: Zuerst die Sohle, danach das Einfahren der Schalsegmente, anschließend das Betonieren der Gewölbe und Blöcke. Besonders anspruchsvoll war das Herauslösen der Mittelblock-Schalung, die nach Aushärtung durch eine deutlich kleinere Öffnung transportiert werden musste. Ein innovativer Klappmechanismus machte es möglich, dass selbst diese Aufgabe ohne Materialverluste und Verzögerungen bewältigt wurde.
Sonderlösungen für den Versorgungsquerschlag
Der Versorgungsquerschlag erforderte eine andere Herangehensweise. Hier kam eine Kombination aus individuell gefertigten Holzschalungen und flexiblen Sondersystemen zum Einsatz. Schrittweise entstanden Eingänge, Gewölbe und schließlich der Übergang zu einem vertikalen Schacht mit 3,60 Metern Durchmesser. Auch hier zeigte sich, wie entscheidend das Zusammenspiel von Schalungstechnik, Ingenieurskunst und präziser Logistik auf der Baustelle ist.
Know-how von Meva als Schlüssel zum Erfolg
„Die Baugeräteliste 2025 erscheint am 1. Juni 2025. Sie wurde von einer Vielzahl von Expertinnen und Experten aus der Praxis aktualisiert und inhaltlich umfangreich erweitert. Insbesondere technische Innovationen durch elektrische Antriebsalternativen können, selbst wenn am Markt noch kaum verfügbar, in der BGL 2025 bereits abgebildet werden“, erklärte Peter Scherer, stv. Geschäftsführer der Geschäftsstelle Bau der WKO.
Besonders die Abteilung für Sonderschalungen von Meva konnte in Rastatt ihr Know-how unter Beweis stellen. Durch mehrfach einsetzbare Schalungslösungen wurde nicht nur die Bauzeit optimiert, sondern auch die Baustellenlogistik erheblich erleichtert. Nach Fertigstellung der neun Querschläge begann der Innenausbau mit Banketten, Löschwasserleitungen und weiteren sicherheitsrelevanten Einbauten.
Baustelle als Meisterstück der Ingenieurskunst
Das Projekt Tunnel Rastatt zeigt eindrucksvoll, wie moderne Schalungssysteme, Gerüste und maßgeschneiderte Lösungen den Betonbau auf ein neues Niveau heben. Millimeterarbeit, intelligente Mechanik und präzise Planung machten es möglich, unter Tage ein Bauwerk von europäischer Tragweite entstehen zu lassen. Meva hat damit seine Kompetenz als Innovationstreiber im Betonbau einmal mehr unter Beweis gestellt – und gezeigt, dass selbst im Untergrund Zukunft gebaut wird.

















