Arbeitskleidung

Max Kandler,

Carhartt und hagebau entwickeln den Point of Sale für moderne Workwear weiter

Der Markt für Workwear befindet sich im Wandel. Funktionale Arbeitskleidung richtet sich längst nicht mehr ausschließlich an professionelle Handwerksbetriebe. Robuste Materialien, hoher Tragekomfort und langlebige Qualität sprechen heute ebenso Heimwerker, Outdoor-Nutzer und eine jüngere Zielgruppe an, die Wert auf authentische Produkte legt. Für den Baustoff- und Baumarkthandel entstehen dadurch neue Anforderungen an Sortimentsgestaltung, Markenführung und die Inszenierung am Point of Sale (POS).

(v.l.n.r.: Patrick Habermann, Abteilungsleiter Technik der hagebau Handelsgesellschaft für Baustoffe mbH & Co. KG, Nina Carolin Siemsen, geschäftsführende Gesellschafterin der Wilhelm Siemsen GmbH u. Co. KG sowie Victor Hermann, Sales Manager / Verkaufsleiter DACH bei Carhartt) © Carhartt, hagebau

Vor diesem Hintergrund hat sich die Zusammenarbeit zwischen Carhartt und hagebau in den vergangenen Jahren zu einer strategischen Partnerschaft entwickelt. Im Mittelpunkt steht nicht allein die Präsenz einer bekannten Marke im Sortiment. Ziel ist vielmehr die Entwicklung eines Verkaufskonzepts, das den veränderten Erwartungen der Kunden gerecht wird und den stationären Handel als Beratungs- und Erlebnisort stärkt.

Neue Zielgruppen verändern den Workwear-Markt

Die Grenzen zwischen beruflicher und privater Nutzung von Arbeitskleidung verschwimmen zunehmend. Viele Anwender erwarten heute Bekleidung, die den Belastungen auf der Baustelle standhält und gleichzeitig im Alltag oder bei Freizeitaktivitäten getragen werden kann. Diese Entwicklung verändert die Anforderungen an Hersteller und Handel gleichermaßen.

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Für Carhartt bedeutet dies, Produkte nicht ausschließlich als klassische Berufsbekleidung zu positionieren, sondern als funktionale Bekleidung für unterschiedliche Einsatzbereiche. Gleichzeitig beobachtet hagebau, dass sich die Kundengruppen in den Märkten deutlich verbreitern. Neben Handwerksbetrieben informieren sich zunehmend private Bauherren, ambitionierte Heimwerker und jüngere Käufer über hochwertige Workwear-Lösungen.

Diese Entwicklung erklärt auch, weshalb sich die Kooperation auf die hagebaumärkte konzentriert. Dort treffen professionelle Anwender und private Kunden unmittelbar aufeinander. Das eröffnet neue Möglichkeiten für die Sortimentsgestaltung und erweitert die Ansprache über das klassische Profi-Segment hinaus.

Der Point of Sale wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor

Die Partnerschaft konzentriert sich daher bewusst auf die hagebaumärkte und nicht auf die Profi-Fachmärkte der Gruppe. © Carhartt, hagebau

Mit veränderten Zielgruppen steigen die Anforderungen an den stationären Handel. Gerade im Bereich hochwertiger Workwear reicht eine reine Produktplatzierung häufig nicht mehr aus. Kunden möchten Materialien vergleichen, Passformen testen und die Unterschiede zwischen einzelnen Produktlinien nachvollziehen können.

Genau an diesem Punkt setzt das gemeinsame Konzept von Carhartt und hagebau an. Die Warenpräsentation wird als eigenständiger Markenbereich gestaltet, der Orientierung schafft und die Produkte klar strukturiert präsentiert. Zusätzliche Präsentationselemente, Umkleidemöglichkeiten und eine übersichtliche Flächenplanung unterstützen den Beratungsprozess und erleichtern die Kaufentscheidung.

Praxisbeispiele aus einzelnen hagebau-Standorten zeigen, dass sich ein konsequent entwickelter Point of Sale positiv auf die Wahrnehmung der Marke auswirken kann. Gleichzeitig profitiert der Handel von einer höheren Aufenthaltsqualität im Markt und einer besseren Sichtbarkeit des gesamten Workwear-Sortiments.

Beratung gewinnt gegenüber der reinen Produktpräsentation

Insbesondere im Premiumsegment entscheidet nicht allein der Preis über den Verkaufserfolg. Kunden erwarten nachvollziehbare Informationen zu Materialeigenschaften, Einsatzbereichen und Tragekomfort. Der stationäre Handel verfügt hier über einen entscheidenden Vorteil gegenüber dem Onlinehandel.

Die Möglichkeit, Bekleidung anzuprobieren, verschiedene Modelle unmittelbar zu vergleichen und sich fachlich beraten zu lassen, schafft Vertrauen und reduziert Fehlkäufe. Für den Handel entwickelt sich die Beratungsleistung damit zu einem wesentlichen Bestandteil der Wertschöpfung am Point of Sale.

Gleichzeitig verändert sich das Kaufverhalten. Während einige Kunden die Marke Carhartt zunächst zufällig im Markt entdecken, informieren sich andere gezielt über die Verfügbarkeit und besuchen den Standort bewusst. Persönliche Empfehlungen innerhalb des Handwerks sowie Erfahrungen aus dem privaten Umfeld tragen zusätzlich dazu bei, die Bekanntheit des Sortiments zu steigern.

Standardisierte Konzepte erleichtern die Umsetzung

Ein wesentlicher Bestandteil der Zusammenarbeit besteht darin, erfolgreiche Verkaufsflächen auf weitere Standorte zu übertragen. Dafür wurden gemeinsam standardisierte Flächen- und Präsentationskonzepte entwickelt, die sich an unterschiedliche Marktgrößen anpassen lassen.

Diese Vorgehensweise schafft einerseits ein einheitliches Markenbild innerhalb der hagebau-Standorte und bietet gleichzeitig ausreichend Flexibilität, um regionale Besonderheiten oder unterschiedliche Flächengrößen zu berücksichtigen. Für den Handel reduziert dies den Planungsaufwand und erleichtert die Integration hochwertiger Workwear in bestehende Sortimente.

Stationärer Handel bleibt wichtiger Bestandteil der Kundenreise

Die Entwicklung zeigt exemplarisch, wie sich der Baustoffhandel an veränderte Marktbedingungen anpasst. Hochwertige Workwear entwickelt sich zunehmend zu einem Sortimentsbereich, in dem Markenführung, Beratung und Flächengestaltung eng miteinander verbunden sind.

Für Bauunternehmer, Projektleiter und Entscheider im Bauwesen unterstreicht diese Entwicklung die wachsende Bedeutung professioneller Handelskonzepte. Ein durchdachter Point of Sale schafft Orientierung, verbessert die Kundenansprache und stärkt langfristig die Position des stationären Handels gegenüber digitalen Vertriebskanälen.

Die Partnerschaft zwischen Carhartt und hagebau verdeutlicht damit einen grundsätzlichen Trend im Bauhandel: Wer hochwertige Marken erfolgreich vermarkten möchte, muss Verkaufsflächen nicht nur als Präsentationsort verstehen, sondern als zentralen Bestandteil eines ganzheitlichen Einkaufserlebnisses. Gerade im Bereich Workwear wird der POS damit zu einem strategischen Erfolgsfaktor für Hersteller und Handel gleichermaßen.

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