Umwelttechnik
Effektive Grauwassernutzung im Wohnquartier
Der zunehmende Druck auf städtische Infrastrukturen verlangt nach neuen Lösungen, insbesondere beim Umgang mit der Ressource Wasser. Im Wohnquartier Aubuckel in Mannheim-Feudenheim wird deutlich, wie technische Innovationen, sozialer Wohnungsbau und nachhaltige Quartiersentwicklung sinnvoll zusammenwirken können. Das Projekt verbindet geförderten Wohnraum mit einem integrierten Wassermanagement und setzt dabei auf eine Grauwasseranlage der Dehoust GmbH, die den Trinkwasserverbrauch signifikant reduziert.
Nachhaltige Quartiersentwicklung als Antwort auf urbanen Wohnraumbedarf
Neue Wohnquartiere gelten seit Jahren als wichtiger Baustein zur Entlastung angespannter Wohnungsmärkte. Gleichzeitig bieten sie die Chance, Umwelt- und Klimaziele bereits in der Planungsphase systematisch zu berücksichtigen. Das Wohnquartier Aubuckel folgt genau diesem Ansatz. In drei Neubauten mit insgesamt 114 Wohnungen wurde nicht nur dringend benötigter Wohnraum geschaffen, sondern auch ein technisches Gesamtkonzept umgesetzt, das den Ressourcenverbrauch dauerhaft senkt. Rund die Hälfte der Wohnungen ist sozial gefördert, was den Anspruch unterstreicht, Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung zusammenzudenken.
Integriertes Wassermanagement im Quartier Aubuckel
Zentraler Bestandteil des Projekts ist ein kombiniertes Regen- und Grauwasserkonzept. Regenwasser wird in einem künstlich angelegten Teich gesammelt, der mehrere Funktionen übernimmt. Neben der Bewässerung der Grünflächen dient er als Retentionsraum bei Starkregenereignissen und wirkt durch Verdunstung kühlend auf das Quartiersklima. Ergänzt wird dieses System durch eine Grauwasseranlage, die das im Alltag anfallende Dusch- und Waschwasser aufbereitet und erneut nutzbar macht.
Gerade in dicht besiedelten Stadtgebieten zeigt sich hier ein praxisnaher Ansatz, wie technische Gebäudeausrüstung einen messbaren Beitrag zur Entlastung kommunaler Trinkwassernetze leisten kann.
Grauwasseranlage GWtec 340: Technik und Leistungsfähigkeit
Im Wohnquartier Aubuckel kommt die Grauwasseranlage GWtec 340 zum Einsatz. Sie wurde für den Mehrfamilienhausbau konzipiert und eignet sich für die Aufbereitung von Grauwasser aus Duschen, Handwaschbecken und Badewannen. Die Anlage arbeitet mit einer mehrstufigen Membrantechnologie und kommt vollständig ohne chemische Zusatzstoffe aus.
Nach einer vorgeschalteten Grobfiltration, bei der Feststoffe wie Haare oder Flusen entfernt werden, erfolgt ein biologischer Abbau organischer Inhaltsstoffe. Die anschließende Ultrafiltration hält Partikel, Keime und andere mikrobiologische Bestandteile zuverlässig zurück. Das Ergebnis ist ein klares, geruchloses und hygienisch sicheres Betriebswasser, das langfristig gespeichert werden kann.
Mit einer Aufbereitungsleistung von bis zu 15.000 Litern pro Tag deckt die Anlage den Bedarf der angeschlossenen Gebäude zuverlässig ab. Das Betriebswasser wird im Quartier unter anderem für Toilettenspülungen und den Betrieb von Waschmaschinen genutzt. Der Frischwasserbedarf sinkt dadurch um rund 40 Prozent, was sich sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich bemerkbar macht.
Betriebssicherheit und Effizienz im Alltag
Ein wesentlicher Faktor für die Akzeptanz technischer Systeme im Wohnungsbau ist deren Zuverlässigkeit im laufenden Betrieb. Die Grauwasseranlage im Wohnquartier Aubuckel ist mit ausreichend dimensionierten Sammel- und Vorlagebehältern ausgestattet, die auf den täglichen Grauwasseranfall und den Betriebswasserbedarf abgestimmt sind. Sollte temporär kein aufbereitetes Wasser zur Verfügung stehen, gewährleistet eine normgerechte Trinkwassernachspeisung nach EN 1717 die Versorgungssicherheit.
Auch energetisch bleibt das System im wirtschaftlichen Rahmen. Der spezifische Energiebedarf liegt zwischen 0,3 und 0,5 Kilowattstunden pro Kubikmeter behandeltem Grauwasser und erfüllt damit die Anforderungen an einen effizienten Anlagenbetrieb im Geschosswohnungsbau.
Digitale Überwachung als Mehrwert für Betreiber
Die Steuerung und Überwachung der Anlage erfolgt über den Dehoust Connect Server. Betreiber erhalten dadurch einen kontinuierlichen Überblick über alle relevanten Betriebsparameter. Die webbasierte Oberfläche ermöglicht den Zugriff auf Leistungsdaten, Filterzustände und Wartungsintervalle in Echtzeit. Abweichungen vom Sollbetrieb werden frühzeitig erkannt, was die Betriebssicherheit erhöht und Wartungseinsätze planbar macht.
Für Bauherren, Wohnungsunternehmen und Betreiber stellt diese Form der digitalen Anlagenüberwachung einen entscheidenden Vorteil dar, da sie den langfristigen Betrieb vereinfacht und Folgekosten reduziert.
Praxisbeispiel mit Signalwirkung für die Branche
Das Wohnquartier Aubuckel in Mannheim zeigt exemplarisch, welches Potenzial in der systematischen Nutzung von Grauwasser liegt. Die Kombination aus sozialem Wohnungsbau, energieeffizienter Gebäudeausstattung und intelligenter Wassertechnik liefert ein übertragbares Modell für zukünftige Quartiersentwicklungen. Für das Baugewerbe wird deutlich, dass nachhaltige Lösungen längst nicht mehr nur ökologische Zusatzoptionen sind, sondern zu einem festen Bestandteil wirtschaftlich tragfähiger Baukonzepte werden.
Mit der Grauwasseranlage GWtec 340 hat die Dehoust GmbH im Quartier Aubuckel eine technische Lösung realisiert, die den Anforderungen moderner Stadtentwicklung gerecht wird und gleichzeitig den verantwortungsvollen Umgang mit Trinkwasser in den Fokus rückt. Damit setzt das Projekt einen praxisnahen Maßstab für nachhaltige Wasserwirtschaft im mehrgeschossigen Wohnungsbau und unterstreicht die Rolle von buildingnet.de und dem Baugewerbe Magazin als zentrale Informationsquellen für zukunftsweisende Lösungen der Branche.













