Auszeichnung
Goldener BGHM-Sicherheitspreis 2026 für Meiller Kipper
Die Sicherheit von Beschäftigten zählt zu den zentralen Erfolgsfaktoren moderner Industrieunternehmen. Dass Innovationen häufig direkt aus der täglichen Praxis entstehen, zeigt die Auszeichnung von Meiller Kipper mit dem Goldenen BGHM-Sicherheitspreis 2026. Prämiert wurde eine eigens entwickelte Wendehilfe, die den Umgang mit schweren Werkstücken in der Produktion deutlich ergonomischer gestaltet und gleichzeitig das Verletzungsrisiko reduziert.
Praxisorientierte Lösung für einen anspruchsvollen Fertigungsprozess
Im Produktionswerk von Meiller in München werden unter anderem Hydraulikzylinder für Dreiseitenkipper gefertigt. Während dieses Fertigungsprozesses muss eine rund 40 Kilogramm schwere Kugel, die später als Gelenk des Hydraulikzylinders dient, nach einem ersten Bearbeitungsschritt um 180 Grad gedreht werden. Dieser Arbeitsgang wurde bislang von Hand ausgeführt und war mit einer hohen körperlichen Belastung verbunden. Gleichzeitig bestand ein erhöhtes Risiko für Quetsch- und Schnittverletzungen.
Um diesen Fertigungsschritt sicherer und ergonomischer zu gestalten, entwickelte ein dreiköpfiges Team aus der Produktion eine speziell auf den Arbeitsprozess abgestimmte Wendehilfe. Die Konstruktion ermöglicht es, das Werkstück sicher zu greifen und kontrolliert zu wenden, ohne dass die Hände unmittelbar mit dem Bauteil in Berührung kommen.
Entwicklung direkt aus der Fertigung
Die ausgezeichnete Lösung entstand dort, wo Herausforderungen im Produktionsalltag unmittelbar sichtbar werden. Sebastian Schmidt, Daniela Cichon und Bryan Elbing entwickelten die Wendehilfe gemeinsam mit den Mitarbeitenden an der Maschine und optimierten sie schrittweise unter realen Einsatzbedingungen. Dieser praxisorientierte Entwicklungsansatz stellt sicher, dass die Lösung nicht nur technisch funktioniert, sondern sich auch dauerhaft in bestehende Produktionsabläufe integrieren lässt.

Meiller präsentiert seinen weiterentwickelten Kippsattelanhänger
Die neue GRANDLOAD® Generation von Meiller setzt Maßstäbe bei Stabilität, Nutzlast, Bedienkomfort und Wirtschaftlichkeit im Schüttguttransport.
Gefertigt wurde die lediglich 2,5 Kilogramm schwere Wendehilfe im 3D-Druckverfahren. Ergänzt wird sie durch eine stabilisierende Metallstange, die als Griff dient und eine sichere Handhabung ermöglicht. Dadurch lässt sich das schwere Werkstück mit deutlich geringerem Kraftaufwand bewegen, während gleichzeitig die ergonomischen Belastungen für die Beschäftigten reduziert werden.
Goldener BGHM-Sicherheitspreis 2026 würdigt nachhaltige Verbesserungen
Mit dem Goldenen BGHM-Sicherheitspreis 2026 zeichnet die Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) innovative Maßnahmen aus, die den Arbeits- und Gesundheitsschutz nachhaltig verbessern. Die prämierte Entwicklung von Meiller Kipper verdeutlicht, welchen Beitrag durchdachte technische Hilfsmittel zur Optimierung von Arbeitsabläufen leisten können.
Die zuständige Aufsichtsperson der BGHM bei Meiller bewertet die ausgezeichnete Entwicklung als Beispiel dafür, wie wichtig es ist, bestehende Prozesse regelmäßig zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Gerade im industriellen Umfeld entstehen Verbesserungen häufig dann, wenn Mitarbeitende ihre Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag aktiv in den Innovationsprozess einbringen.
Arbeitssicherheit als Bestandteil moderner Produktionsprozesse
Für Unternehmen im Bau- und Nutzfahrzeugbereich gewinnt die kontinuierliche Verbesserung von Ergonomie und Arbeitssicherheit zunehmend an Bedeutung. Technische Assistenzsysteme und speziell entwickelte Betriebsmittel tragen dazu bei, körperliche Belastungen zu reduzieren, Unfallrisiken zu minimieren und gleichzeitig stabile Produktionsabläufe sicherzustellen.
Die Auszeichnung von Meiller Kipper mit dem Goldenen BGHM-Sicherheitspreis 2026 zeigt, dass innovative Lösungen nicht zwangsläufig komplex sein müssen. Entscheidend ist vielmehr, dass sie konkrete Herausforderungen im Arbeitsalltag lösen und sich dauerhaft in die Fertigung integrieren lassen. Das ausgezeichnete Projekt steht damit beispielhaft für einen praxisnahen Verbesserungsprozess, bei dem Sicherheit, Ergonomie und Effizienz gleichermaßen im Fokus stehen.









