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Artikel und Hintergründe zum Thema

Heizsysteme

Max Kandler,

Energieeffiziente Gebäudetechnik für die Smart City

Im Westen von Berlin entsteht derzeit eines der größten innerstädtischen Entwicklungsprojekte der Hauptstadt. Auf der Insel Gartenfeld im Bezirk Spandau wächst mit dem Quartier „Neue Gartenfeld“ ein neuer Stadtteil, der Wohnen, Arbeiten und soziale Infrastruktur miteinander verbindet. Das Projekt gilt als Beispiel für zeitgemäße Stadtentwicklung, bei der Energieeffizienz, Ressourcenschonung und technische Innovationen konsequent zusammen gedacht werden.

Vorher – nachher: In den Neubauten werden energieeffiziente Flächenheizungen Rautherm NEO-X5 von Rehau verlegt. Die Fünfschicht-Technologie mit Sauerstoffbarriere sorgt für größtmögliche Sicherheit, eine Korrosion ist praktisch ausgeschlossen. © Rehau

Für Bauunternehmen und Projektentwickler zeigt das Vorhaben exemplarisch, wie integrierte Energie- und Gebäudekonzepte in großmaßstäblichen Quartieren umgesetzt werden können. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Wärmeverteilung in den Gebäuden. Hier setzen die Planer auf Flächenheizsysteme des Herstellers Rehau, die eine energieeffiziente und zugleich komfortable Wärmeversorgung ermöglichen.

Neue Gartenfeld: Ein neuer Stadtteil für Berlin-Spandau

Auf einer Fläche von rund 60 Hektar entsteht in den kommenden Jahren Wohnraum für etwa 10.000 Menschen. Neben Wohnungen umfasst das Quartier auch Gewerbeflächen, soziale Einrichtungen sowie Angebote für Kultur und Nahversorgung. Damit verfolgt das Projekt den Ansatz eines gemischt genutzten Stadtteils mit kurzen Wegen und hoher Aufenthaltsqualität.

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Zu den großen Akteuren in der Entwicklung gehört die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Gewobag, die mehrere Baufelder mit rund 1.100 Wohnungen sowie etwa 50 Gewerbeeinheiten realisiert. Ergänzt wird das Angebot durch eine Kindertagesstätte und Beherbergungsangebote.

Die Energieversorgung des Quartiers ist dezentral organisiert und orientiert sich an klimafreundlichen Technologien. Kraft-Wärme-Kopplung, Wärmepumpen sowie eine Power-to-Heat-Anlage bilden die Grundlage der Wärme- und Kälteversorgung. Ergänzend werden erneuerbare Energien wie Photovoltaik integriert, während perspektivisch auch Wasserstofflösungen zur Reduktion der CO₂-Emissionen beitragen sollen.

Flächenheizsysteme als Baustein energieeffizienter Gebäude

Ein zentraler Bestandteil des energetischen Gebäudekonzepts sind moderne Flächenheizsysteme. In den Gebäuden des Quartiers kommen Systeme von Rehau zum Einsatz, die speziell für energieeffiziente Niedertemperaturanwendungen konzipiert sind.

Verbaut wird unter anderem das Rohrsystem Rautherm NEO-X5 in Fünfschicht-Technologie. Die integrierte Sauerstoffbarriere verhindert das Eindringen von Sauerstoff in das Heizsystem und reduziert damit das Risiko von Korrosion. Ausgelegt ist das Rohrsystem für eine Druckbelastung von bis zu acht bar und eignet sich sowohl für Neubauten als auch für verschiedene Sanierungsanwendungen.

Ein neuer Stadtteil entsteht derzeit in Berlin Spandau: Rund 60 Hektar bebauter Raum für innovatives und nachhaltiges Wohnen und Arbeiten. © Rehau

Als Verlegebasis dient die Tackerplatte 30-3. Sie übernimmt gleichzeitig Funktionen der Wärme- und Trittschalldämmung und bildet die Befestigungsgrundlage für die Heizrohre. Eine faserverstärkte Verbundfolie aus Polyethylen mit aufgedrucktem Verlegeraster erleichtert die präzise Montage auf der Baustelle.

Auch unter Nachhaltigkeitsaspekten spielt die Produktion der Systeme eine Rolle. Das Rohrsystem NEO-X5 wird laut Hersteller im Rahmen einer Low-Waste-Produktion gefertigt und mit vollständig erneuerbarem Strom hergestellt.

Praxisaspekte auf der Baustelle

Für ausführende Unternehmen sind neben der Energieeffizienz vor allem Montagefreundlichkeit und Systemkompatibilität entscheidend. Das flexible Rohrsystem erleichtert insbesondere Richtungswechsel im Umlenkbereich, was den Einbau in komplexeren Grundrissen vereinfacht.

In großen Quartiersprojekten wie dem Neuen Gartenfeld kommt zusätzlich der Integration verschiedener Systemkomponenten eine hohe Bedeutung zu. Verteiler, Regeltechnik und Stellantriebe müssen aufeinander abgestimmt funktionieren, um eine stabile und effizient regelbare Wärmeversorgung sicherzustellen.

Im gesamten Projekt werden rund 300.000 Meter Heizrohr verlegt. Die Flächenheizsysteme erstrecken sich über mehr als 48.000 Quadratmeter Tackerplattenfläche und bilden damit einen wesentlichen Bestandteil der technischen Gebäudeausrüstung des neuen Stadtteils.

Industrielle Vorfertigung verändert Bauprozesse

Neben der Gebäudetechnik setzt das Projekt Neue Gartenfeld auch auf moderne Bauprozesse. Verfahren wie Lean Construction und eine verstärkte werkseitige Vorfertigung sollen Bauzeiten verkürzen und die Qualitätssicherung verbessern.

Ein Beispiel dafür sind die mehr als 1.800 vorgefertigten Badmodule, die komplett ausgestattet als sogenannte Nasszellen auf die Baustelle geliefert werden. In diesen Modulen kommt unter anderem das Rohrsystem Rautitan zum Einsatz, das für Wasser- und Wärmeinstallationen verwendet wird. Das System verbindet Rohr, Fitting und Schiebehülse zu einer dauerhaft dichten Verbindung ohne O-Ring.

Tiefbau unter komplexen Rahmenbedingungen

Auch im Tiefbau stellt das Projekt hohe Anforderungen an Planung und Ausführung. Die Lage im Trinkwasserschutzgebiet sowie historische Altlasten im Boden erfordern teilweise aufwendige Maßnahmen zur Baugrundstabilisierung. In einigen Bereichen machen Torfeinlagerungen eine Pfahlgründung notwendig.

Für die Entwässerung und Infrastruktur setzen die Planer auf Polymer-Komponenten von Rehau. Dazu gehören unter anderem Abwasser-, Reinigungs- und Inspektionsschächte der Serie Awaschacht mit Durchmessern von DN 600 bis DN 1000. Die Schächte bestehen aus füllstofffreiem Polypropylen und sind damit korrosionsbeständig und dauerhaft dicht.

Ein weiterer Bestandteil der Regenwasserbewirtschaftung sind unterirdische Rückhaltebecken des Typs Rausikko. Mit einem Raumvolumen von bis zu 960 Litern pro Kubikmeter ermöglichen sie eine effiziente Zwischenspeicherung von Niederschlagswasser und unterstützen damit ein nachhaltiges Regenwassermanagement im Quartier.

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