Wärmedämmverbundsysteme

Max Kandler,

Thermisch entkoppelte Befestigung schwerer Lasten im modernen Fassadenbau

Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) sind heute ein zentraler Bestandteil energieeffizienter Gebäudehüllen. Sie tragen entscheidend zur Reduzierung von Wärmeverlusten bei und sind sowohl im Neubau als auch in der Sanierung etabliert. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die sichere Montage von Anbauteilen wie Markisen, Vordächern oder Geländern auf gedämmten Fassaden.

Keine Chance für Wärmebrücken! Ob Markisen, Vordächer, Balkongeländer, Klimageräte oder Satellitenschüsseln – das fischer TherMax II System befestigt schwere Anbauteile am WDVS zuverlässig nahezu ohne Wärmebrücken zu erzeugen, und steigert dabei Montageeffizienz, Flexibilität sowie dauerhafte Sicherheit. © fischer

Genau hier entsteht eine technische Herausforderung: Befestigungen müssen zuverlässig im tragenden Untergrund verankert werden, dürfen jedoch keine Wärmebrücken durch die Dämmschicht erzeugen. Das wirkt sich direkt auf Energieeffizienz, Bauphysik und langfristige Gebäudesicherheit aus.

Thermisch entkoppelte Befestigung mit System

Mit dem TherMax II stellt fischer ein weiterentwickeltes Abstandmontagesystem zur Verfügung, das genau auf diese Anforderungen ausgelegt ist. Die Lösung ermöglicht die sichere Verankerung im Untergrund hinter dem WDVS und sorgt gleichzeitig für eine wirksame thermische Entkopplung zwischen Bauteil und tragender Wand.

Das System ist für Anwendungen konzipiert, bei denen höhere Lasten sicher aufgenommen werden müssen. Dazu zählen beispielsweise Markisen, französische Balkongeländer, Klimageräte oder vergleichbare Fassadenanbauteile. Entscheidend ist dabei die Kombination aus Tragfähigkeit, Zulassungskonformität und minimierter Wärmeleitfähigkeit.

Anzeige

Aufbau und Funktionsprinzip des TherMax II

Der TherMax II basiert auf einem mehrstufigen Systemaufbau, der mechanische Sicherheit und bauphysikalische Effizienz verbindet. Eine zentrale Rolle spielt der Anti-Kälte-Konus aus hochleistungsfähigem, glasfaserverstärktem Kunststoff. Dieser unterbricht die thermische Verbindung zwischen Anbauteil und Verankerungspunkt im Baustoff und reduziert damit Wärmeverluste im WDVS-Bereich.

Die Verankerung erfolgt abhängig vom Untergrund in Beton, Loch- oder Vollsteinmauerwerk und wird in Kombination mit zugelassenen fischer Injektionsmörteln wie FIS V Plus, FIS SB, FIS EM Plus oder FIS V Zero ausgeführt. Dadurch entsteht eine kraftschlüssige und systemkonforme Befestigung im tragenden Bauteil.

Die Gewindestangen aus verzinktem Stahl oder Edelstahl ermöglichen dabei eine Anpassung an unterschiedliche Dämmstoffdicken und Einbausituationen. Auch die Montage durch verschiedene Dämmstoffstärken hinweg bleibt kontrollierbar und zulassungskonform.

Praxisrelevanz auf der Baustelle: Montage ohne Wärmebrücke

Im täglichen Einsatz auf der Baustelle spielt neben der technischen Leistungsfähigkeit vor allem die Montagepraxis eine entscheidende Rolle. Das TherMax II Abstandmontagesystem ist so konzipiert, dass es ohne Spezialwerkzeug verarbeitet werden kann und typische Einbausituationen berücksichtigt.

Dazu zählt unter anderem der Ausgleich leicht schräger Bohrlöcher sowie die Möglichkeit, Wandunebenheiten im begrenzten Rahmen zu kompensieren. Diese Eigenschaften erhöhen die Toleranz im Bauablauf und reduzieren Nacharbeit.

Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist die Ausbildung der Abdichtung. Durch den integrierten EPDM-Dichtring in Verbindung mit der Systemgeometrie wird der Ringspalt kontrolliert verschlossen. Das unterstützt eine dauerhaft schlagregendichte Ausführung und reduziert zusätzliche Abdichtarbeiten auf der Baustelle.

WDVS-Befestigungen im Detail: Sicherheit durch Systemzulassung

Im Bereich der WDVS-Befestigung ist die Systemzulassung ein zentraler Faktor für Planung und Ausführung. Der TherMax II ist als Lösung für thermisch entkoppelte Abstandsmontagen im zugelassenen Anwendungsrahmen konzipiert und ermöglicht damit eine sichere Ausführung nach den geltenden technischen Anforderungen.

Besonders relevant ist die Trennung zwischen tragender Funktion und energetischer Optimierung. Während die Verankerung im Baustoff die Lastabtragung übernimmt, sorgt der thermische Trennbereich innerhalb des Systems für die Reduzierung von Wärmebrücken. Diese Kombination ist insbesondere bei energetisch hochwertigen Gebäuden von Bedeutung.

Ergänzende Systemlösungen für mittelschwere Lasten

Neben dem TherMax II bietet fischer mit den Systemen TherMax 8 und TherMax 10 Lösungen für mittelschwere Anbauteile. Diese Varianten sind für Anwendungen wie Leuchten, Briefkästen oder vergleichbare Bauteile im WDVS-Bereich vorgesehen.

Auch hier steht das Prinzip der thermisch entkoppelten Befestigung im Mittelpunkt. Der Aufbau basiert auf Universaldübeln der UX-Serie in Kombination mit einer Gewindestange und einem Anti-Kälte-Element, das Wärmeverluste im Bereich der Dämmschicht reduziert. Dadurch lassen sich auch kleinere Lastfälle im WDVS ohne klassische Wärmebrücken realisieren.

Fazit: WDVS-Befestigung als integraler Bestandteil moderner Bauphysik

Die Anforderungen an WDVS steigen kontinuierlich – sowohl im Hinblick auf Energieeffizienz als auch auf die sichere Integration von Anbauteilen. Systeme wie der TherMax II zeigen, dass sich diese Anforderungen technisch verbinden lassen.

Das fischer Abstandmontagesystem ermöglicht eine praxisnahe Lösung für anspruchsvolle Befestigungen am WDVS, bei der Tragfähigkeit, Dichtigkeit und thermische Entkopplung in einem System zusammengeführt werden. Damit wird die Befestigungstechnik zu einem festen Bestandteil der energetischen Gebäudequalität und nicht zu einem Schwachpunkt der Gebäudehülle.

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Jetzt Newsletter abonnieren