Mauerwerksbau
Nachhaltige Wohnbebauung : Preisgekrönte Ziegelarchitektur
In den Donauauen zwischen Ingolstadt und Neuburg wird durch die Konversion eines Kasernengeländes Wohnraum erschlossen. Die Wohnbebauung „Wohnen am Auwald“ von su und z Architekten mit 36 Wohneinheiten erhielt den „Preis für Qualität im Wohnungsbau“ des Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e.V. (BFW) Landesverband Bayern und des Deutschen Werkbunds Bayern e.V. Die Architekten entschieden sich bei der Außenwandkonstruktion für die hoch wärmedämmenden, perlitgefüllten Ziegel Poroton-S9 von Schlagmann Poroton.

Seit 2011 schreitet die Bebauung des knapp 14 Hektar großen Geländes der umgesiedelten Pionierkaserne im Südosten von Ingolstadt voran. Auf einer Fläche von 40.300 Quadratmetern wurde hochwertiger Wohnungsbau mit unterschiedlichen, zwei- bis dreigeschossigen Haustypen für insgesamt rund 500 Wohneinheiten verwirklicht. Das Quartier „Wohnen am Auwald“ wurde zwischen 2014 und 2016 auf insgesamt knapp 4.600 Quadratmetern realisiert. Vier Baukörper mit 36 Wohneinheiten gruppieren sich dort in windmühlenartiger Anordnung um jeweils einen Innenhof. Jeder Baukörper besteht aus einem zwei- und einem dreigeschossigen Kubus.

Großzügige quadratische Fensteröffnungen gliedern die Lochfassade und lassen Tageslicht ins Rauminnere fluten. Tiefe metallische Rahmen fassen die Fenster und bilden zusammen mit den Fensterfaschen einen Kontrast zum rauen Untergrund der Putzoberfläche. Die glatten Putzfaschen heben sich vom rauen Untergrund ab und geben der Fassadenoberfläche zudem Tiefe. Textur und Farbe rhythmisieren die Fassaden und verleihen den Häusern eine eigene Identität.
Kompakte, energieeffiziente Bauweise
Alle Gebäude sind in massiver, einschaliger Ziegelbauweise errichtet und entsprechen den Anforderungen der EnEV 2009. Die Kompaktheit der Baukörper, eine CO2-neutrale Fernwärme-Energieversorgung sowie eine konstante Vermeidung von Wärmebrücken ermöglichten die Erreichung des KfW-Effizienzhaus70-Standards der Gebäude. Entscheidend tragen die hochwärmedämmenden Außenwände aus Poroton-S9-Planziegeln in 36,5 Zentimeter Wanddicke dazu bei, den energieeffizienten Gebäudestandard einzuhalten. Der Planziegel mit einem U-Wert der Wand von 0,23 W/(m2K) hält mit einer innenliegenden Dämmung aus natürlichem Vulkangestein (Perlit) die Wohnräume im Winter warm und im Sommer kühl. Dafür sorgen seine klimaregulierenden Eigenschaften. Zahlreiche Zertifizierungen unterschiedlichster Umwelt-Labels von natureplus, über eco-Institut bis Blauer Engel (Poroton-Perlit-Dämmstoff) belegen die wohngesunden Eigenschaften perlitgefüllter Ziegel von Schlagmann Poroton.
Für Architekt Reinhard Unger von su und z Architekten aus München stand die Nachhaltigkeit der Gebäudehülle klar im Vordergrund: „Wir schlossen eine zusätzliche Wärmedämmung der Fassade von vorneherein aus, präferierten dafür ein hochwertig ausgeführtes, monolithisches Ziegelmauerwerk mit handwerklich anspruchsvollem Putz als Finish.“
Höhere Tragfähigkeit und verbesserte Statik

Ein neues Lochbild beschert dem Poroton-S9 eine fast 50 % höhere Tragfähigkeit als bisher. Der massive Ziegelkörper gibt statische Sicherheit und meistert hohe Belastungen im mehrgeschossigen Wohnungsbau. Gebäude von bis zu neun Stockwerken in monolithischer Ausführung können damit realisiert werden. Mit der hohen Druckfestigkeitsklasse 12 sowie einer charakteristischen Mauerwerksdruckfestigkeit fk nach DIN EN 1996 (EC6) von 5,3 MN/m² hält der Objektziegel sogar einer Belastung von bis zu 530 Tonnen auf einen Quadratmeter Wand Stand. Mit einer geprüften Feuerwiderstandsdauer von 90 Minuten (F90-AB) erreicht er zudem die geforderten Brandschutzvorgaben im Wohnungsbau. Das korrigierte, bewertete Schalldämmmaß des Poroton-S9 beträgt bei einer Wanddicke von 36,5 Zentimetern ≥48 dB. Damit lassen sich auch erhöhte Schallschutzanforderungen im Objektbau realisieren.
Auwald-Grün für mehr Lebensqualität

„Wohnen am Auwald“ ist eine von Grün durchzogene Wohnbebauung in unmittelbarer Nähe zum Erholungsgebiet am Auwald. Als Teil des gelungenen Gesamtkonzepts entwickelte studio B Landschaftsarchitektur hier die Außenanlagen über den Grünordnungsplan für das Gelände der ehemaligen Pionierkaserne hinaus und schuf mit unterschiedlich farblicher Gestaltung der Baufelder, blühenden Bäumen und eingefassten Blumenbeeten eine perfekte Analogie zu den verputzen, schlichten Kuben.
Sabine Heinrich-Renz








