Mauerwerksbau
Wärmebrückenarme Wandkonstruktion
Die Vespermann Real Estate schuf mit dem Lessingpark in Wolfsburg ein Wohnquartier, in dem Wohnraum für fast jeden Bedarf zu finden ist: vom lichtdurchfluteten Penthouse über die rollstuhlgerechte Etagenwohnung bis zum Reihenhaus mit Garten. Für die monolithischen Außenwände der mehrgeschossigen Gebäude wurden H+H Porenbetonsteine verarbeitet.

Der Lessingpark entstand in fußläufiger Entfernung zur Innenstadt ebenso wie zu einem Werkstor der Volkswagen AG. Die Rohbauten der drei- bis fünfgeschossigen Gebäude im Quartier wurden von der Bauunternehmung Depenbrock erstellt, für die Außenwände wurden Porenbetonsteine von H+H verwendet. Stefan Klotz aus dem Büro nb+b Neumann-Berking und Bendorf: „Auch aufgrund der monolithischen Außenwand aus Porenbeton erfüllen alle Wohnhäuser im Lessingpark heute mühelos die Anforderungen des Gesetzgebers an den Wärme- und Brandschutz.“ Klotz hatte 2014 in enger Abstimmung mit einem Kollegen, der sich um die Statik kümmerte, den Wärmeschutznachweis gerechnet. „Tatsächlich konnten wir vom ersten bis zum fünften Obergeschoss monolithisch und wärmebrückenminimiert mit Porenbeton arbeiten. Ohne statische Probleme haben wir damit sehr guten Wärmeschutz erreicht.“
Ohne Kran leicht zu verarbeiten
Dank der vorausschauenden Arbeit des Tragwerksplaners war in den Gebäuden des Wohnquartiers auch der Einsatz von Stürzen aus Porenbeton zur Öffnungsüberdeckung möglich. In den Stahlbetongeschossdecken hatte er Zulagebewehrungen vorgesehen und damit die Voraussetzungen für den Einsatz der hoch wärmedämmenden „H+H Flachstürze“ in der Festigkeitsklasse P4.4 geschaffen.
Über H + H
H+H International A/S ist ein dänischer börsennotierter Konzern mit Hauptsitz in Kopenhagen und der zweitgrößte Produzent von Porenbeton in Europa. Im Geschäftsjahr 2016 erwirtschaftete die Unternehmensgruppe einen Umsatz von rund 220 Mio. Euro. H+H Deutschland ist der zweitgrößte Hersteller von Porenbeton in Deutschland mit aktuell drei Produktionsstätten im norddeutschen Wittenborn und im westdeutschen Hamm-Uentrop. Im Geschäftsjahr 2016 erwirtschaftete das Unternehmen mit seinen rund 220 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Umsatz von über 50 Mio.
Durch die Integration von Flachstürzen aus Porenbeton in eine Außenwand, die mit Mauersteinen aus Porenbeton erstellt wird, und die damit erreichte homogene Materialität entsteht eine besonders wärmebrückenarme Wandkonstruktion. Angenehm für die Maurer: Flachstürze aus Porenbeton können wegen ihres geringen Gewichtes auch ohne Kran von Hand verarbeitet werden. Je Überdeckung wurden in Wolfsburg drei „H+H Flachstürze“ mit einer Breite von zusammen 42,5 cm verarbeitet. Die gleichbleibende Oberflächenbeschaffenheit der Außenwand erleichterte auch den Putzauftrag spürbar.
Wärmeschutz und Tragfähigkeit im Einklang

Klotz weiß um die besonderen Qualitäten der geschaffenen Außenwand unter energetischen Gesichtspunkten: „Dadurch, dass im ganzen Gebäude auch die Bauteilöffnungen mit ‚H+H Flachstürzen’ aus Porenbeton überdeckt wurden, hätten wir mit geringsten Wärmebrücken rechnen können. Aus Effizienzgründen haben wir uns für den pauschalen Berechnungsansatz entschieden und einen Wärmebrückenzuschlag von 0,05 W/(m²K) für die Berechnung angesetzt. Die Anforderungen des Förderprogramms KfW 70 haben wir erreicht, indem wir ab dem 1. OG mit Plansteinen in einer Dicke von 42,5 cm in der Festigkeit PP2 gearbeitet haben.“
Tatsächlich gabe es keine Probleme bei der Berechnung der Statik: „Wir standen im regelmäßigen Austausch mit dem Kollegen, der die Statik für alle Gebäude erarbeitet hat. Unser Fazit: Eine monolithische Außenwand aus Porenbetonsteinen leistet einen wertvollen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele im Neubau, ohne dass ein negativer Effekt auf die Statik festzustellen ist.“ Und das gilt auch für ein Gebäude mit vier Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss an der Straßenseite des Areals. Dessen Rohbau kombinierte Treppenhäuser aus Stahlbetonfertigteilen mit Wohnungstrennwänden aus Kalksandstein-Planelementen und Außenwänden aus H+H Porenbetonsteinen.
Der im Lessingpark angestrebte Wärmeschutz wurde ohne nachträgliche Dämmung der Fassade in den oberen Geschossen und mit einer durchgängig vollmineralischen, monolithischen Außenwandkonstruktion problemlos erreicht.
Kürzere Bauzeit und Brandschutz inklusive
Im Mauerwerksplan des Architekten und in den Plänen des Tragwerksplaners wurde farbig markiert, welcher Stein mit welcher Festigkeit wo verarbeitet werden musste. Das Team des Bauunternehmens Depenbrock unter Leitung des Poliers Reinhardt Schoss sorgte akkurat für die Umsetzung. Er konnte sich davon überzeugen, dass die Flachstürze aus Porenbeton leicht und sicher zu verarbeiten sind: „Das bringt bei einem Objekt dieser Größenordnung messbare Vorteile bei den Bauzeiten,“ so Schoss.
Der Planer schätzt einen weiteren Vorteil der monolithischen Außenwand aus Porenbeton: „Durch die monolithische Bauweise sind keine Brandlasten durch brennbare Dämmschichten gegeben. Da bei der Entscheidung zur Ausführung des Rohbaus bei vielen Projekten die Erstellungskosten in den Vordergrund gestellt werden, ist diese Bauweise grundsätzlich empfehlenswert, da hier gleichzeitig der Wärme-, Brand- und Schallschutz in guter Qualität gegeben sind.“








