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Festakt

Max Kandler,

125 Jahre Bundesverband Kalksandsteinindustrie e.V. – Gemeinsam ist besser als allein

Die Geschichte des Bundesverband Kalksandsteinindustrie e.V. (BV KSI) begann im Dezember 1900 in Berlin. Auf Einladung eines Magdeburger Unternehmers versammelten sich 31 Pioniere der Branche im Architektenhaus zu Berlin, um den „Verein der Kalksandsteinfabriken“ zu gründen. Ziel war es, Normen zu entwickeln, die Qualität des neuen Baustoffs zu sichern und Kalksandstein als festen Bestandteil der Bauwirtschaft zu etablieren.

Waren allesamt in Feststimmung (v.r.n.l.): Jan Dietrich Radmacher, Vorstandsvorsitzender Bundesverband Kalksandsteinindustrie e.V. (BV KSI), Dr. Thorsten Kornblum, Oberbürgermeister der Stadt Braunschweig, Grant Hendrik Tonne, niedersächsischer Wirtschaftsminister und Frederic Dörlitz, stellv. Vorstandsvorsitzender BV KSI. © Bundesverband Kalksandsteinindustrie e.V. | Henning Stauch

Der Zusammenschluss von Unternehmen zur gemeinsamen Interessenvertretung wurde zum Grundstein einer bis heute tragfähigen Verbandstradition. Seit 125 Jahren steht der Bundesverband für Zusammenhalt, Wissensaustausch und klare Positionen. In einer zunehmend komplexen Bau- und Wirtschaftswelt dient er als Netzwerk, Koordinationsstelle und Sprachrohr für die gesamte Branche.

Festakt mit 250 Gästen in Braunschweig

Am 26. Juni 2025 beging der BV KSI sein 125-jähriges Bestehen mit einem Festakt in der historischen Maschinenhalle des Steigenberger Parkhotels in Braunschweig. Mehr als 250 Gäste folgten der Einladung und erlebten einen Abend, der Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Kalksandsteinindustrie miteinander verband.

Jan Dietrich Radmacher begrüßt die Gäste in der historischen Maschinenhalle in Braunschweig © Bundesverband Kalksandsteinindustrie e.V. | Henning Stauch

Der Vorstandsvorsitzende Jan Dietrich Radmacher eröffnete die Veranstaltung mit einem Grußwort, das die Bedeutung des Verbandes unterstrich:
„Heute Abend sehen und hören wir einiges über unsere Verbandsorganisation. Wir haben Zeitzeugen von damals, Macher von heute und Akteure von morgen hier. Und ich freue mich besonders, dass wir sehr viele Partner und Freunde aus Forschung und Lehre, unserer Partner- und Dachverbände, Lieferantenpartner, sowie ehemalige und aktive Mitglieder der Industrie und des Verbandes sowie ihre Begleitungen und natürlich alle Mitarbeitenden des Bundesverbandes und seiner assoziierten Organisationen begrüßen zu dürfen.“
Er betonte weiter: „Hinter allen technischen Innovationen und Fortschritten bei Material, Produktion und Verarbeitung stehen seit 125 Jahren Menschen, die das eigentliche Fundament für den Erfolg des Kalksandsteins bilden und ihn zu dem gemacht haben, was er heute ist.“

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Trotz der Feierlichkeiten fand Radmacher auch deutliche Worte zur aktuellen wirtschaftlichen Lage:
„Trotz unseres besonderen Jubiläums ist die Stimmung in der Industrie weiterhin verhalten. Bauwirtschaft und Baustoffindustrie leiden – bereits im dritten Jahr – unter einer wirtschaftlichen Krise von teils existenzbedrohender Größe.“
Mit Blick auf die Zukunft forderte er politische Unterstützung:
„Wir brauchen Entbürokratisierung, Steuererleichterungen und vor allem neues Vertrauen in die dringend notwendige und überarbeitete Förderpolitik.“

Wertschätzung aus Politik und Kommunen

Der Oberbürgermeister der Stadt Braunschweig, Dr. Thorsten Kornblum, unterstrich in seinem Grußwort die Relevanz des Verbandes für die Region und die Bauwirtschaft insgesamt:
„Es freut mich außerordentlich, dass die Stadt Braunschweig Teil der Kalksandsteingeschichte und dieses beeindruckenden Jubiläums sein darf! In einer Zeit, in der Nachhaltigkeit und Innovation in der Bauindustrie Hand in Hand gehen, spielt Kalksandstein weiterhin eine unverzichtbare Rolle – so auch bei Hochbauprojekten in Braunschweig.“

Auch der Niedersächsische Minister für Wirtschaft, Verkehr und Bauen, Grant Hendrik Tonne, gratulierte dem Verband zum Jubiläum und betonte die Bedeutung der Branche für den kostengünstigen, qualitativ hochwertigen Wohnungsbau:
„Mit ihren innovativen Produkten und rationellen Anwendungstechniken hat sich die Kalksandsteinindustrie längst einen Namen gemacht. Auf dieser Grundlage konnte sie auch Krisen überstehen und neue Produktivitätsschübe nutzen.“
Mit Blick auf die neue Niedersächsische Bauordnung ergänzte Tonne:
„Es wird von dem Grundgedanken getragen ‚Der Staat lässt los‘: Weniger Kontrolle, weniger Genehmigungspflichten, weniger Bürokratie. Das vereinfacht das Bauen nicht nur, es macht es auch schneller und günstiger.“

Ein Abend mit Geschichte, Zukunftsperspektiven und Emotionen

Nach den offiziellen Reden eröffnete der Film „ZEITREISE“ das Abendprogramm. In diesem dokumentarischen Beitrag erzählen fünf Persönlichkeiten der Branche, wie historische Umbrüche wie Kriege, Wirtschaftswunder und Wiedervereinigung ihren beruflichen Werdegang und die Entwicklung des Kalksandsteinverbandes beeinflusst haben. Drei der Zeitzeugen – Dr. Hannes Zapf, Dr. Hans Georg Leuck und Jan-Friedrich Cirkel – standen anschließend auf der Bühne Rede und Antwort. Der Film ist online abrufbar unter: https://www.youtube.com/@kalksandsteinindustrie.

Im Rahmen des Zukunfts-Talks „Next Generation“ diskutierten Antonia Radmacher, Xaver Zapf und Sebastian Wüseke, Vertreter traditionsreicher Familienunternehmen, über Themen wie künstliche Intelligenz, Social Media und klimaneutrale Produktion. Ihre Perspektiven zeigten: Der Nachwuchs der Kalksandsteinindustrie bringt Know-how und Innovationsfreude mit.

Auch die Unterhaltung kam nicht zu kurz: Die Breakdance-Künstlerinnen Sanja Jilwan Rasul (Jilou) und Paulina Starus begeisterten das Publikum mit eindrucksvollen Darbietungen. Für musikalische Begleitung sorgte die Band Mixtape aus Köln, unterstützt von den Artistinnen der Aerial Company ARS SALTANDI aus Hildesheim.

Moderiert wurde der Abend von Lisa Halada und Thomas Gerres (ntv), die souverän durch das Programm führten.

Rückblick und Ausblick

In seinem abschließenden Statement zog Verbandsgeschäftsführer Roland Meißner eine Bilanz der vergangenen 125 Jahre und richtete den Blick auf die Zukunft:
„Ich bin sehr stolz auf das, was Generationen vor uns – ehemalige Mitglieder, Partner, Freunde, ehrenamtlich Tätige und natürlich Mitarbeitende – in den letzten 125 Jahren aufgebaut haben. Und ich schaue mit Entschlossenheit auf das, was vor uns liegt. Es ist unser Auftrag, diese Branche sicher durch herausfordernde Zeiten zu führen, ihre Interessen weiterhin stark zu vertreten und neue Perspektiven zu eröffnen.“
Er betonte zudem die Rolle des Verbands als Impulsgeber und Interessenvertretung in zentralen Bereichen wie Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft, Rohstoffsicherung und Fachkräftemangel.

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