Verbände

Max Kandler,

Neuer Vorstand im Bundesverband Kalksandsteinindustrie e.V. gewählt

Die diesjährige Mitgliederversammlung des Bundesverbandes Kalksandsteinindustrie e.V. am 19. Juni 2026 in Danzig stand ganz im Zeichen personeller Veränderungen und der strategischen Ausrichtung einer Branche, die sich weiterhin in einem anspruchsvollen Marktumfeld behaupten muss. Mehr als 100 Vertreter der Mitgliedsunternehmen nutzten die Versammlung, um die zukünftige Verbandsarbeit zu gestalten und aktuelle Entwicklungen im Wohnungsbau einzuordnen.

Neue Führung, identische Aufgaben: Frederic Dörlitz und Michelina von Peterffy-Rolff stehen künftig an der Spitze des Bundesverbands Kalksandsteinindustrie e.V. Der Verband will bezahlbaren Wohnungsbau wieder stärker in den Mittelpunkt der politischen Agenda rücken und die Kalksandsteinindustrie als verlässlichen Partner für wirtschaftliches, robustes und qualitätsvolles Bauen positionieren. © Bundesverband Kalksandsteinindustrie e.V. | Bartłomiej Chęciński

Mit der turnusgemäßen Wahl des Vorstands wurden zugleich die organisatorischen Grundlagen für die kommenden Jahre geschaffen. Angesichts der anhaltenden Herausforderungen im Wohnungsbau gewinnt die Interessenvertretung der Kalksandsteinindustrie gegenüber Politik und Markt weiter an Bedeutung.

Neuer Vorstand übernimmt Verantwortung in einer herausfordernden Marktphase

Zum neuen Vorstandsvorsitzenden des Bundesverbandes Kalksandsteinindustrie e.V. wurde Frederic Dörlitz, Geschäftsführer der Nord-KS GmbH & Co. KG sowie der HANSA Baustoffwerke Parchim GmbH, gewählt. Er übernimmt das Amt von Jan Dietrich Radmacher, Geschäftsführer der Kalksandsteinwerk Wendeburg Radmacher GmbH & Co. KG, der nach fünf Jahren als Vorsitzender weiterhin dem Vorstand angehört.

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Als stellvertretende Vorsitzende wurde Michelina von Peterffy-Rolff, Geschäftsführerin der Kalksandsteinwerke Schencking GmbH & Co. KG, gewählt. Neu in den Vorstand rückt außerdem Christian Sieg, Geschäftsführer der H+H Deutschland GmbH, nach. Er folgt auf Markus Blum, dessen Vorstandstätigkeit mit dem Ende der Legislaturperiode abgeschlossen wurde.

Mit der personellen Neuaufstellung verbindet der Verband das Ziel, die Interessen der Kalksandsteinindustrie auch künftig geschlossen und fachlich fundiert gegenüber Politik, Verwaltung und weiteren Akteuren der Bauwirtschaft zu vertreten.

Rückblick auf fünf Jahre unter schwierigen Rahmenbedingungen

Die Mitgliederversammlung würdigte zugleich die Arbeit des bisherigen Vorstandsvorsitzenden Jan Dietrich Radmacher. Seine Amtszeit war geprägt von außergewöhnlichen Belastungen für Bauwirtschaft und Baustoffindustrie. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie, steigende Energiepreise, unsichere Förderbedingungen, zunehmende regulatorische Anforderungen sowie die seit 2023 deutlich rückläufige Baukonjunktur stellten Unternehmen und Verbände gleichermaßen vor große Herausforderungen.

Nach Einschätzung des Verbandes konnte in diesem Zeitraum dennoch die fachliche Zusammenarbeit innerhalb der Kalksandsteinindustrie weiter ausgebaut und zahlreiche Zukunftsthemen vorangetrieben werden. Dazu zählen insbesondere die Verbandsarbeit in den Bereichen Qualitätssicherung, Forschung, Normung sowie die Weiterentwicklung nachhaltiger Baustofflösungen.

Wohnungsbau bleibt zentrales Thema der Branche

Polen als Wachstumsmarkt und Partner beim Wiederaufbau der Ukraine: Dr. Lars Gutheil, Hauptgeschäftsführer der Deutsch-Polnischen Industrie- und Handelskammer, ordnete auf der Mitgliederversammlung die wirtschaftliche Entwicklung Polens und die Chancen für die Bauwirtschaft ein. Polen gehört zu den dynamischsten Volkswirtschaften Europas und kann auch für den Wiederaufbau der Ukraine eine wichtige Rolle als wirtschaftlicher und logistischer Hub übernehmen. © Bundesverband Kalksandsteinindustrie e.V. | Bartłomiej Chęciński

Neben den Vorstandswahlen prägten vor allem fachliche Inhalte die Mitgliederversammlung in Danzig. Einen Schwerpunkt bildeten die wirtschaftlichen Perspektiven Polens. Dr. Lars Gutheil, Hauptgeschäftsführer der Deutsch-Polnischen Industrie- und Handelskammer, informierte über aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen und die Bedeutung des Landes als möglicher Standort für den Wiederaufbau der Ukraine.

Im weiteren Verlauf rückte die Situation des deutschen Wohnungsbaus in den Mittelpunkt. Dr. Matthias Frederichs, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Baustoffe – Steine und Erden e.V., sowie Christian Bruch, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau e.V., analysierten die aktuellen wohnungspolitischen Maßnahmen der Bundesregierung.

Dabei wurde deutlich, dass erste politische Initiativen zwar in die richtige Richtung weisen, deren Wirkung in der Baupraxis bislang jedoch begrenzt bleibt. Erhöhte Fördermittel und neue Programme entfalten nach Einschätzung der Referenten bislang nicht die notwendige Dynamik, um den dringend benötigten Neubau bezahlbarer Wohnungen nachhaltig anzukurbeln.

Bezahlbarer Wohnungsbau braucht verlässliche Rahmenbedingungen

Für den Bundesverband Kalksandsteinindustrie e.V. steht fest, dass die Diskussion über den Wohnungsbau künftig stärker an der praktischen Umsetzbarkeit ausgerichtet werden muss. Aus Sicht des Verbandes entscheidet nicht die Anzahl neuer Förderprogramme über den Erfolg der Wohnungspolitik, sondern deren tatsächliche Wirkung auf Planung, Genehmigung und Bauausführung.

Im Mittelpunkt stehen dabei verlässliche Förderbedingungen, einfachere bauliche Standards, schnellere Genehmigungsverfahren sowie wirtschaftlich tragfähige Rahmenbedingungen für Investoren und Bauunternehmen. Nur wenn politische Entscheidungen unmittelbar zu realisierbaren Bauprojekten führen, kann zusätzlicher Wohnraum entstehen.

Gleichzeitig sieht sich die Kalksandsteinindustrie selbst in der Verantwortung, ihren Beitrag zur Weiterentwicklung des mehrgeschossigen Wohnungsbaus zu leisten. Forschung, Qualitätssicherung, Nachwuchsförderung und nachhaltige Baustofflösungen bleiben nach Auffassung des Verbandes wesentliche Bausteine, um den zukünftigen Anforderungen des Marktes gerecht zu werden.

Branche positioniert sich für die kommenden Jahre

Mit der Wahl des neuen Vorstands und den fachlichen Diskussionen auf der Mitgliederversammlung in Danzig hat der Bundesverband Kalksandsteinindustrie e.V. die strategischen Leitlinien für die kommenden Jahre geschärft. Die Branche setzt dabei weiterhin auf den engen Schulterschluss mit den Verbänden der Mauerwerksindustrie, um gemeinsam tragfähige Lösungen für wirtschaftlichen, qualitativ hochwertigen und bezahlbaren Wohnungsbau zu entwickeln.

Für Bauunternehmen, Projektentwickler und Investoren bleibt die Entwicklung der politischen Rahmenbedingungen ein entscheidender Faktor. Die Ergebnisse der Mitgliederversammlung verdeutlichen, dass die Baustoffindustrie ihren Beitrag leisten will, gleichzeitig jedoch auf verlässliche und praxistaugliche Entscheidungen der Politik angewiesen ist, damit neuer Wohnraum schneller und wirtschaftlicher realisiert werden kann.

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