37. Oldenburger Rohrleitungsforum

Kai Ingmar Link,

Leitungsnetze: Das Fundament der Energiewende

Der Umbau der Energieversorgung in Deutschland stellt die Branche vor immense Herausforderungen.

Entwicklung der Anteile erneuerbarer Energien – Übersicht der einzelnen Sektoren. © Umweltbundesamt/ Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik

Im Zentrum dieser Transformation steht der Ausbau und die Anpassung der Leitungsnetze, die als Rückgrat der Energiewende fungieren.

Das 37. Oldenburger Rohrleitungsforum, das am 6. und 7. Februar 2025 stattfindet, bietet eine Plattform, um diese zentralen Themen zu diskutieren. Die Veranstaltung bringt Experten zusammen, um innovative Lösungen für den Transport von Wasserstoff, Strom und Wärme zu beleuchten.

Dekarbonisierung und die Bedeutung der Pipelinenetze

Die Bundesregierung verfolgt ehrgeizige Klimaziele: Bis 2035 soll Deutschland vollständig mit erneuerbaren Energien versorgt werden, wobei bereits bis 2030 ein Anteil von 80 Prozent des Strombedarfs aus Wind, Sonne, Wasserkraft und Biomasse gedeckt werden soll. Diese Ziele erfordern einen massiven Ausbau der Leitungsinfrastruktur. Der Strombedarf wird durch Elektrofahrzeuge, Wärmepumpen und industrielle Prozesse von derzeit 550 TWh auf 750 TWh im Jahr 2030 steigen.

Mike Böge, Leiter des Instituts für Rohrleitungsbau an der Fachhochschule Oldenburg e.V., betont: „Die angestrebte Dekarbonisierung zur Begrenzung der Erderwärmung wirkt sich auf verschiedene Bereiche aus, sei es auf den Ausbau der Fernwärmenetze, den Bau der großen Stromtrassen oder auch auf den flächendeckenden Ausbau der Glasfaserinfrastruktur, die zur Steuerung der volatilen regenerativen Energiemengen notwendig ist.“

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Ausbau der Stromübertragungsnetze

Ein wesentlicher Bestandteil der Energiewende ist die Übertragung von Strom aus Offshore-Windparks in der Nordsee zu den Industriezentren im Süden und Westen Deutschlands. Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen (HGÜ) spielen hierbei eine Schlüsselrolle. Diese Technologie ermöglicht es, große Energiemengen verlustarm über weite Strecken zu transportieren. Derzeit sind 5.436 Kilometer neue HGÜ-Leitungen in Planung, wovon bereits 248 Kilometer in Betrieb sind und 1.300 Kilometer im Bau stehen.

Regenerative Energie wird dezentral erzeugt und erfordert einen umfassenden Ausbau der Stromnetze. © elxeneize - istockphoto.com

Insgesamt sieht der Bundesbedarfsplan den Ausbau von 16.900 Kilometern Hochspannungsleitungen vor. Zukünftig wird eine intelligente Netzsteuerung erforderlich sein, um Schwankungen in der Energieerzeugung auszugleichen. Ergänzend dazu sollen Wasserstoffkraftwerke in Zeiten geringer Wind- und Sonnenenergie die Versorgung sichern.

Herausforderungen im Wärmebereich

Auch im Wärmesektor stehen umfassende Veränderungen an. Kommunen sind verpflichtet, bis 2028 Wärmepläne zu erstellen, die den Ausbau von Nah- und Fernwärmenetzen sowie die Nutzung von Tiefengeothermie und Abwärme aus Industrieanlagen und Rechenzentren berücksichtigen. Die Rohrleitungsindustrie spielt hierbei eine entscheidende Rolle, da sie die notwendige Infrastruktur bereitstellt.

Fokus des Oldenburger Rohrleitungsforums

Das Oldenburger Rohrleitungsforum greift diese Themen unter dem Leitthema „Städte der Zukunft – Transformation der unterirdischen Infrastruktur“ auf. Mit fünf parallelen Vortragsreihen und einer begleitenden Fachausstellung bietet das Forum eine Plattform für den Austausch über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen in den Bereichen Energieversorgung und Leitungsnetze.

Die Veranstaltung unterstreicht die Bedeutung von Leitungsnetzen als wesentliche Infrastruktur für das Gelingen der Energiewende. Mit rund 120 Fachvorträgen und über 440 Ausstellern wird das Forum einmal mehr zum zentralen Treffpunkt für Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Das Oldenburger Rohrleitungsforum zeigt eindrucksvoll: Ohne leistungsfähige Leitungsnetze ist eine nachhaltige Energieversorgung nicht möglich – sie bilden das Fundament für die Transformation hin zu einer klimaneutralen Zukunft.

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