Veranstaltung

Max Kandler,

Innovationstag Mittelstand 2026 in Berlin-Pankow

Innovationen entstehen nicht allein in Forschungszentren oder Technologieunternehmen. Sie entwickeln sich häufig dort, wo konkrete Herausforderungen aus der betrieblichen Praxis auf neue Ideen, wissenschaftliche Erkenntnisse und technologische Möglichkeiten treffen. Genau diesen Ansatz zeigte der Innovationstag Mittelstand 2026 des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) in Berlin.

Rund 300 Ausstellende aus mittelständischen Unternehmen, Start-ups, Handwerksbetrieben sowie Forschungseinrichtungen präsentierten bei dem Open-Air-Event in Berlin-Pankow aktuelle Projektergebnisse. © AiF-Projekt-GmbH

Bei der Veranstaltung präsentierten rund 300 Ausstellende aus mittelständischen Unternehmen, Start-ups, Handwerksbetrieben und Forschungseinrichtungen aktuelle Ergebnisse aus Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Rund 2.000 Besucherinnen und Besucher nutzten den Open-Air-Event in Berlin-Pankow zum fachlichen Austausch, zur Vernetzung und zum Einblick in konkrete Innovationsprojekte.

Für die Bauwirtschaft und andere technologieorientierte Branchen liefert die Veranstaltung wichtige Impulse: Wettbewerbsfähigkeit entsteht zunehmend durch den erfolgreichen Einsatz digitaler Technologien, effizienter Prozesse und enger Kooperationen zwischen Unternehmen und Forschung.

Innovation entsteht aus konkreten Herausforderungen

Die vorgestellten Projekte machten deutlich, dass Innovation im Mittelstand häufig einen praktischen Ausgangspunkt hat. Nicht abstrakte Zukunftsvisionen stehen im Mittelpunkt, sondern Lösungen für reale Anforderungen in Unternehmen.

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Die Bandbreite der Projekte reichte von intelligenten Produktionssystemen über digitale Gesundheitsanwendungen bis zu ressourceneffizienten Fertigungstechnologien. Entscheidend war dabei immer die Verbindung aus Forschung, technischer Entwicklung und einer Anwendung, die einen konkreten Mehrwert schafft.

Gerade für mittelständische Unternehmen im Baugewerbe ist dieser Ansatz relevant. Auch dort entstehen Innovationen häufig aus täglichen Herausforderungen – etwa durch steigende Anforderungen an Effizienz, Digitalisierung, Nachhaltigkeit oder den wirtschaftlichen Umgang mit begrenzten Ressourcen.

Digitalisierung, Fachkräftesicherung und Technologietransfer als zentrale Themen

Das Bühnenprogramm griff zentrale Themen des Mittelstands auf – darunter Digitalisierung, Fachkräftesicherung, Nachhaltigkeit, industrielle Transformation und Technologietransfer. © AiF-Projekt-GmbH

Das Programm des Innovationstag Mittelstand 2026 beschäftigte sich mit wesentlichen Zukunftsthemen des Mittelstands. Im Mittelpunkt standen Digitalisierung, Fachkräftesicherung, Nachhaltigkeit, industrielle Transformation und der Transfer neuer Technologien in die Praxis.

Unternehmen und Forschungspartner zeigten, wie aus Entwicklungsprojekten marktfähige Produkte und Verfahren entstehen können. Ergänzt wurde das Programm durch Themenrundgänge, Diskussionsformate und Austauschmöglichkeiten mit nationalen und internationalen Partnern.

Ein neues Element war der „ZIM-NetzwerkCampus“. Das Format brachte Akteure verschiedener Technologiebereiche zusammen und verdeutlichte, welche Bedeutung interdisziplinäre Netzwerke für erfolgreiche Innovationsprozesse haben.

Für Bauunternehmen zeigt sich daraus eine zentrale Erkenntnis: Technologischer Fortschritt entsteht zunehmend durch Zusammenarbeit – zwischen Unternehmen, Forschungseinrichtungen und spezialisierten Partnern.

ZIM-Projekte des Jahres 2026 zeigen Innovationskraft des Mittelstands

Ein Höhepunkt des Innovationstags war die Auszeichnung der „ZIM-Projekte des Jahres 2026“. © AiF-Projekt-GmbH

Ein besonderer Bestandteil der Veranstaltung war die Auszeichnung der „ZIM-Projekte des Jahres 2026“. Gewürdigt wurden Projekte, die beispielhaft für Praxisnähe, technologische Entwicklung und Innovationsfähigkeit stehen.

Ausgezeichnet wurden Projekte in den Kategorien Einzelprojekt, Kooperationsprojekt, Handwerksprojekt und Innovationsnetzwerk.

Das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) gehört zu den technologie- und branchenoffenen Förderprogrammen für innovative mittelständische Unternehmen in Deutschland. Es unterstützt Forschungs- und Entwicklungsprojekte sowie Kooperationen zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen.

Intelligente Systeme und Automatisierung als Wegweiser

Beim ZIM-Einzelprojekt des Jahres wurde die SINOVO health solutions GmbH für die Entwicklung von „AUdiTE“ ausgezeichnet. Das Assistenzsystem unterstützt die automatisierte Analyse von Diabetesdaten und hilft dabei, komplexe Therapieverläufe strukturierter auszuwerten.

Das ZIM-Kooperationsprojekt des Jahres ging an die A. Liersch GmbH und die css-elektronik Computersysteme Dr. Schmidt GmbH gemeinsam mit der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg. Entwickelt wurde ein intelligentes Überwachungssystem für industrielle Nähprozesse, das sicherheitskritische Fehler bei technischen Textilien automatisiert und in Echtzeit erkennt.

Im Handwerk wurde die KTB Holzbearbeitung für ein teilautomatisiertes Lackierverfahren für Streichinstrumente ausgezeichnet. Ein speziell angepasster Roboterarm ermöglicht einen reproduzierbaren Lackauftrag und verbindet höhere Effizienz mit handwerklicher Qualität.

Als ZIM-Innovationsnetzwerk des Jahres wurde das internationale Netzwerk META ausgezeichnet. Es verbindet Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Automatisierungsexperten aus Deutschland und Polen, um digitale Produktionslösungen für kleine und mittlere Unternehmen weiterzuentwickeln.

Bedeutung für das Baugewerbe: Innovation als Wettbewerbsfaktor

Die Beispiele des Innovationstag Mittelstand 2026 zeigen, dass erfolgreiche Innovation häufig aus der Kombination von technischem Wissen, praktischer Erfahrung und gezielter Zusammenarbeit entsteht.

Auch die Bauwirtschaft steht vor der Aufgabe, Prozesse effizienter zu gestalten, digitale Werkzeuge sinnvoll einzusetzen und neue Technologien wirtschaftlich nutzbar zu machen. Der Mittelstand spielt dabei eine zentrale Rolle, da viele Unternehmen direkt an der Entwicklung und Umsetzung praxisnaher Lösungen beteiligt sind.

Die vorgestellten Projekte verdeutlichen: Innovation ist kein Selbstzweck. Entscheidend ist, dass neue Technologien konkrete Verbesserungen ermöglichen – beispielsweise durch effizientere Abläufe, höhere Qualität oder neue Geschäftsmodelle.

Mittelstand bleibt wichtiger Innovationsmotor

Der Innovationstag Mittelstand 2026 unterstrich die Bedeutung kleiner und mittlerer Unternehmen für die technologische Entwicklung Deutschlands. Viele Innovationen entstehen unmittelbar aus betrieblichen Herausforderungen und werden gemeinsam mit Forschungspartnern umgesetzt.

Gerade in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten investieren mittelständische Unternehmen in neue Technologien, Prozesse und Produkte, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

Der Mittelstand bleibt damit ein entscheidender Faktor für die Zukunftsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Innovation entsteht dort, wo praktische Anforderungen, technologische Möglichkeiten und unternehmerischer Mut zusammenkommen.

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